Fahrplan für Anfänger

Dinge, die ihr brauchen werdet:

  • Zeit und Geduld. Eine Sprache zu erler­nen braucht Zeit und Hirn­schmalz. Lasst euch Zeit beim Ler­nen und Üben und ver­sucht jeden Fehler als Chance zu sehen anstatt als Mis­ser­folg. Soll­tet ihr mal frus­tri­ert sein oder das Gefühl haben nicht weit­er zu kom­men, macht eine Pause. Das Hirn braucht auch Ruhep­hasen, um neue Infos entsprechend abspe­ich­ern zu kön­nen.
  • ein gutes Wörter­buch. Ich empfehle das umfan­gre­iche Online-Wörter­buch http://dict-navi.com. Am besten gle­ich als Leseze­ichen spe­ich­ern ;)
  • Schreibkram (Notizbuch, Word, Google Docs, o.ä.). Macht euch Noti­zen. Löst die Übun­gen. Schaut im Antwortschlüs­sel nach, ob eure Antworten richtig waren (aber haut euch dabei selb­st nicht über's Ohr — hier gibt es keine Noten und ihr seid qua­si eure eige­nen Lehrer; bleibt also ehrlich und fair zu euch selb­st).
  • Wieder­hol­ung bzw. Übung. Nur wenn man Dinge wieder­holt und anwen­det, "bren­nen" sie sich tief genug ins Hirn ein. Eine Sache nur ein­mal zu hören/lesen und anzuwen­den wird euch nicht viel brin­gen. Schaut also mehrfach über die einzel­nen Lek­tio­nen und/oder eure Noti­zen. Wen­det die Sprache aktiv mit anderen an. Ver­sucht euch jeden Tag zumin­d­est ein wenig (in welch­er Form auch immer) mit der Sprache auseinan­der zu set­zen.
    Es bringt mehr sich jeden Tag mit der Sprache etwa fünf bis zehn Minuten auseinan­derzuset­zen als nur ein­mal pro Woche für zwei Stun­den zu pauken. Ein biss­chen jeden Tag wird euch weit­er brin­gen als alles andere.
  • Esels­brück­en bzw. eure eige­nen Meth­o­d­en. Esels­brück­en haben mir und vie­len anderen enorm geholfen — seien sie noch so "schwachsin­nig", Haupt­sache es funk­tion­iert! ;) Baut euch also so viele Esels­brück­en, wie ihr braucht und nutzt alles andere, was euch per­sön­lich das Ler­nen leichter macht.
  • Keine Angst vor Fehlern. Fehler sind eure Fre­unde, vor allem wenn andere sie kor­rigieren. Wir (inkl. mir) haben alle am Anfang eine Tonne von Fehlern gemacht und selb­st die Fort­geschrit­ten­sten unter uns machen immer noch ab und zu Fehler; aber aus Fehlern kann man eine Unmenge an Din­gen ler­nen — sofern man gute Erk­lärun­gen erhält, warum der Fehler eben ein Fehler war und wie man es bess­er machen sollte. Schreibt also auch gerne eure Lösun­gen der Übun­gen, Fra­gen oder andere Dinge in die Kom­mentare unter den Lek­tio­nen und/oder tretet unserem Dis­cord-Serv­er bei.
  • Gram­matik — und Vok­a­beln. Vok­a­beln pauken allein wird euch nichts darüber beib­rin­gen, wie ihr die Wörter zu sin­nvollen und kor­rek­ten Sätzen zusam­men­bastelt. Ver­sucht also zuerst bzw. vor allem die Gram­matik zu verin­ner­lichen — beim Üben bzw. Anwen­den der Sprache lernt ihr Vok­a­beln mehr oder min­der automa­tisch mit! Meine Lek­tio­nen haben ihren Schw­er­punkt also nicht ohne Grund auf der Gram­matik.
  • Ver­ste­hen. Erst wenn ihr etwas wirk­lich ver­standen habt, kön­nt ihr es kor­rekt und auf Dauer im Hirn abspe­ich­ern. Tja, nur, wie kommt man da hin?
    Da möchte ich euch gle­ich einen Tipp an die Hand geben:
    Wenn ihr etwas für euch neues lernt, ver­sucht es gle­ich­sam so zu wieder­holen, als würdet ihr es jeman­dem anderen erk­lären wollen. Das kön­nt ihr tat­säch­lich machen oder auch nur in Gedanken durch­spie­len. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr es einiger­maßen ver­ständlich erk­lären kön­nt, habt ihr es mit ziem­lich­er Sicher­heit selb­st voll­ständig ver­standen. Wenn es dabei noch hakt ist das ein Zeichen dafür, dass ihr selb­st nochmal nach­le­sen und ler­nen soll­tet.
  • Eventuell andere Ressourcen. Mir ist bewusst, dass meine Lek­tio­nen kein "All­heilmit­tel" für jed­er­mann sind — jed­er Ler­nende lernt schließlich auf seine ganz eigene Weise am besten. Es ist nur hil­fre­ich, wenn ihr (im Laufe der Zeit) her­aus­find­et, wie ihr am besten ler­nen kön­nt und welche Ressourcen eurem Lern­stil am besten ent­ge­genkom­men. Außer­dem sind andere Ressourcen dur­chaus eine hil­fre­iche und gute Ergänzung. Ich rate euch also sog­ar, euch auch andere Ressourcen zu Gemüte zu führen! :)
  • Und zu guter Let­zt: Spaß an der Sache! Das Ganze ist kein Sprint und keine Pflichtver­anstal­tung — es ist ein wun­der­volles und lohnenswertes Hob­by und sollte es auch bleiben. Ver­sucht also eure Liebe zur Sprache/zu Pandora/den Na'vi nicht aus den Augen zu ver­lieren son­dern als Moti­va­tor zu nutzen durchzuhal­ten und weit­erzu­machen. :) Jed­er kleine Erfolg ist eine enorme Beloh­nung und treibt einen weit­er­hin an. Also, ihr macht das schon! :D

Die vier Pfeil­er des Sprachen­ler­nens: Lesen, Schreiben, Ver­ste­hen, Sprechen. Dies sind alles einzelne Fähigkeit­en, die es zu trainieren gilt. Es wird euch nicht viel brin­gen Na'vi nur lesen oder sprechen zu kön­nen, wenn die anderen "Pfeil­er" auf der Strecke geblieben sind. Also ver­sucht darauf zu acht­en, diese vier Grundpfeil­er des Ler­nens gle­icher­maßen auszubauen. Wenn ihr der englis­chen Sprache mächtig seid, kann ich euch an dieser Stelle diese Episode von Eana Mokri empfehlen, in der es genau um diese vier Grundpfeil­er und Lern­meth­o­d­en im Generellen geht. Sehr empfehlenswert (und nicht nur, weil ich Teil des Pod­casts bin :P).

 

Wenn's mal nicht so gut klappt, man nicht weit­erkommt, frus­tri­ert ist, usw. … hier noch ein paar Tipps:

  • Prob­lem: Die Sprache ist ver­wirrend. Egal wie sehr ich's auch ver­suche, ich krieg' Sätze nicht richtig über­set­zt. Ich blick nicht durch, Sub­jekt, Objekt… was?! Hil­fe!
    Lösung: Ver­sucht ein wenig mehr Zeit darin zu investieren, möglichst kor­rek­te Sätze von anderen zu analysieren. Am Anfang muss man eben bei den Grund­la­gen anfan­gen und sich langsam nach oben arbeit­en; und die Grund­la­gen sind z.B. Wortk­lassen und das Erkennen/Auseinanderhalten der sel­bi­gen. Nehmt euch einen Satz, den ihr über­set­zen wollt, und schaut ihn euch genau an. Was ist das Verb? Welche Art von Verb ist es, Modalverb, tran­si­tiv, intran­si­tiv? Wer macht die Hand­lung dieses Verbs? Wer ist das Ziel dieser Hand­lung? Welche Fal­l­en­dun­gen wur­den ver­wen­det? Welche Infixe? Wie bee­in­flussen sie die Aus­sage des Satzes? Und so weit­er. Schritt für Schritt, Puz­zleteil für Puz­zleteil. Im Vor­wort habe ich mal ver­sucht das an einem Beispiel­satz zu demon­stri­eren.
    Und wenn euch das noch nicht weit­er­hil­ft, bit­tet jeman­den um Hil­fe und Erk­lärun­gen oder lest selb­st nochmal für die betr­e­f­fende Gram­matik Lek­tio­nen oder Doku­mente durch.
  • Prob­lem: Ich mach' keine Fortschritte. Ich lerne nicht schnell genug.
    Lösung: Na'vi zu ler­nen ist kein Wet­tren­nen und auch kein Kri­teri­um für irgen­det­was wichtiges im Leben (Bewer­bun­gen o.ä.); es ist ein Hob­by und sollte Spaß machen. Seid geduldiger mit euch selb­st und stresst euch nicht unnötig mehr, als es der All­t­ag sowieso schon tut.
    Eine andere Ursache kön­nte sein, dass ihr nicht oft oder effek­tiv genug lernt. Es ist wesentlich effek­tiv­er und auf lange Sicht auch stress­freier, wenn ihr jeden Tag 5 bis 10 Minuten ins Ler­nen (Ressourcen durch­le­sen, Übun­gen machen, Chat­ten, Texte über­set­zen, Na'vi hören und selb­st sprechen) investiert anstatt euch ein­mal in der Woche für zwei Stun­den oder länger den Kopf mit Na'vi voll zu häm­mern. Regelmäßigkeit und Häu­figkeit sind dann doch rel­a­tiv wichtig beim Erler­nen von Sprachen. Wenn ihr keine Zeit in die Sprache investieren soll­tet, dürfte es rel­a­tiv selb­st erk­lärend sein, warum ihr keine Fortschritte macht, oder? ;)
  • Prob­lem: Ich finde ein­fach keine Meth­ode, die es mir ein­fach macht Na'vi zu ler­nen.
    Lösung: Na ja… es gibt keinen ein­fachen Weg. Vergesst nicht, dass Na'vi eine Sprache ist; und die zu erler­nen ist nie wirk­lich ein­fach, zumin­d­est für die Mehrheit der Men­schen. Das Erler­nen ver­langt euch einiges ab (Zeit, Energie, Hirn­schmalz, etc. pp.) und es gibt keine Meth­ode, die diese Tat­sache ändert. Nie­mand kann euch ein­fach das Wis­sen mit einem Ruck in den Kopf stopfen und gut is'.
    Es kann aber sein, dass nicht jede Meth­ode die richtige für euch ist. Dann müsst ihr eben weit­er suchen, bis ihr eine find­et, die es euch zumin­d­est ein wenig zugänglich­er macht. Und glück­licher­weise haben wir nicht mehr das Jahr 2010, wo sich jed­er noch fast alles selb­st erar­beit­en musste — ohne die Vielzahl und Vielfalt an Ressourcen, die wir derzeit haben. Also ver­sucht sie euch zu eigen zu machen und zu nutzen! :)
  • Prob­lem: Ich bin vom Ler­nen frus­tri­ert und gestresst. Es macht mir keinen Spaß mehr.
    Lösung: Ver­sucht zu erken­nen und zu ver­ste­hen, woher der Frust/Stress kommt. Wenn ihr Antworten gefun­den habt, ver­sucht entsprechend darauf einzuge­hen und eure Herangehensweise/Einstellung zu ändern. Das kann sehr indi­vidu­ell und bre­it gefächert sein, weswe­gen ich hier kaum spez­i­fis­che Tipps geben kann.
    Seid ihr zu streng mit euch selb­st? → Seid geduldiger und nach­sichtiger mit eurem Hirn, Tem­po und auch euren Fehlern.
    Über­fordert ihr euch selb­st mit der Menge und Inten­sität des Ler­nens? → Schraubt es entsprechend zurück, sodass es sich nicht mehr wie Stress son­dern Spaß und Aus­gle­ich anfühlt.
    Brennt/wummert euch der Schädel beim oder nach dem Ler­nen? Habt ihr nur noch ein Brett vor dem Kopf? → Dann macht 'ne Pause. Lasst eurem Hirn genü­gend Ruhep­ausen zwis­chen Lern­in­ter­vallen.
    Habt ihr immer die gle­ichen Herange­hensweisen pro­biert, ohne dass sich dabei was zum Besseren verän­dert hat? → Dann ver­sucht andere, vielle­icht auch solche, von denen ihr nicht erwarten würdet, dass sie euch etwas brin­gen kön­nten. Vielle­icht über­rascht ihr euch ja selb­st! ;)
    Seid ihr generell viel zu gestresst und find­et keine Ruhe/Zeit/Energie für's Ler­nen? → Joa… klar, oder? Stress reduzieren, Raum und Ruhe für's Ler­nen schaf­fen. Bei der Reduzierung von Stress kann Na'vi ler­nen auch helfen; für mich war und ist es ein Hob­by, Aus­gle­ich und auch Entspan­nung. Vielle­icht auch für euch?
    Ihr kön­nt euch um's Ver­reck­en nicht mit der Auf­bauweise bzw. Gram­matik dieser Sprache anfre­un­den? → Vielle­icht ist Na'vi dann nicht die richtige Sprache für euch und ihr wärt mit ein­er anderen glück­lich­er.
    Und so weit­er bzw. siehe oben.
  • Prob­lem: Meine Aussprache ist mega schlecht. Ich trau mich kein Stück Na'vi tat­säch­lich zu sprechen.
    Lösung: Wie soll eure Aussprache bess­er wer­den, wenn ihr nicht sprecht? ;) Angst vor Fehlern (auch vor allem was Aussprache ange­ht) ist ver­ständlich, aber extrem hin­der­lich. Ihr ste­ht euch damit buch­stäblich selb­st im Weg. Da hil­ft nur eins: ein­fach machen… und üben, üben, üben.
    Ich bin's beste Beispiel; am Anfang meines "Na'vi-Studiums" habe ich ein gutes halbes Jahr oder länger kein Ster­benswörtchen auf Na'vi gesagt, weil ich ein­fach zu viel Schiss vor Bla­m­age hat­te — jet­zt weiß ich aber, dass ich mir dadurch die Sache nur unnötig schw­er­er gemacht bzw. meinen Fortschritt unnötig verzögert habe.
    In der Com­mu­ni­ty von LearnNa'vi wird euch nie­mand aus­lachen, lächer­lich machen oder der­gle­ichen, nur, weil eure Aussprache nicht per­fekt ist. Wir haben alle mal ange­fan­gen zu ler­nen und selb­st die Fort­geschrit­te­nen machen immer noch regelmäßig Fehler. Also, das Gegen­teil ist der Fall; alle wer­den daran bemüht sein euch dabei zu helfen euch zu verbessern. So war's bei mir und vie­len anderen — bei euch auch. Aber dafür müsst ihr den Mund auf­machen und die Sprache auch sprechen! :D
  • Prob­lem: Ich finde keine Leute, mit denen ich die Sprache anwen­den kann.
    Lösung: Es gibt genug Leute mit­tler­weile, die die Sprache auf einem Lev­el beherrschen, das mehr oder min­der flüs­sige Kom­mu­nika­tion miteinan­der erlaubt. Allein auf dem Dis­cord-Serv­er von LearnNa'vi wuseln täglich hun­derte Leute herum, vor allem aber die aktiv­en Kern­mit­glieder; und deren Zahl wird sich in den kom­menden Jahren sich­er nicht ver­ringern, vor allem, sobald die neuen Filme in die Kinos kom­men. Wenn mal jemand nicht schreibt, ini­ti­iert Kom­mu­nika­tion und kurbelt ein Gespräch an, egal ob in Textform oder im VoiceChat; es dürfte sich immer jemand find­en lassen, der mit euch chat­ten bzw. sprechen und üben möchte. Oder tretet ein­fach der deutschen Lern­gruppe oder dem englis­chen NCI-Pro­gramm bei, da trifft man sich eh min­destens ein­mal in der Woche zu fes­ten Zeit­en und wen­det die Sprache gemein­sam an. Oder grün­det eure eigene Gruppe. Oder sucht euch einen fes­ten Lern­part­ner, mit dem ihr zusam­men lernt und übt. Oder… oder… oder. Euch ste­hen so viele Optio­nen offen — ihr müsst sie nur nutzen :D

Das größte Prob­lem, das viele davon abhält zu ler­nen oder effek­tiv bess­er zu wer­den ist der innere Schweine­hund — wie bei so vielem im Leben. Es liegt ganz allein an euch ihn zu über­winden und aktiv zu wer­den.
Investiert die Zeit und Energie, die ihr dafür aufwen­den würdet Ausre­den für's Nichtler­nen zu find­en, lieber darin stattdessen es ein­fach anzu­pack­en und tat­säch­lich zu ler­nen.

Nume ko! :D