13: Nebensätze: a, fwa, fula, futa, fura

Die ganzen Infixe waren schon ziem­lich ödes Gram­matik­pauken und zur Abwech­slung wid­men wir uns jet­zt wieder etwas span­nen­der­er Gram­matik, die uns erlaubt, län­gere und kom­plexere Sätze zu bilden.

Meine Empfehlung: Staffelt diese Lek­tion bzw. teilt sie euch ein, da sie doch rel­a­tiv umfan­gre­ich gewor­den ist — alles auf ein­mal zu ver­ste­hen und zu verin­ner­lichen wird daher also kaum möglich sein. Nehmt euch erst den Teil zu a vor, dann fwa / fula / futa und zulet­zt die ver­queren Satzge­füge + Rest.

 

 

a

Im Grunde haben wir in Lek­tion 09 schon einiges darüber gel­ernt, wie man mit Hil­fe von a attribu­tive Neben­sätze bildet, die sich auf ein entsprechen­des Sub­stan­tiv beziehen.

Erin­nert ihr euch noch? Kurze Beispiele zur Auffrischung:

 

Die Katze, die ich gestern gese­hen habe, ist schwarz.
Hier ist der Haupt­satz "Die Katze ist schwarz" und der (attribu­tive) Neben­satz, der die Katze direkt näher beschreibt, ", die ich gestern gese­hen habe".
Auf Na'vi sähe das Ganze so aus:
Palukantsyìp a trram oel tsole'a lu lay­on.

Ihr kön­nt Neben­sätze vor oder nach dem näher beschriebe­nen Sub­stan­tiv platzieren:
Palukantsyìp a trram oel tsole'a lu lay­on
ist genau so möglich und kor­rekt wie
Trram oel tsole'a a palukantsyìp lu layon
oder
Lay­on lu palukantsyìp a tsole'a oel trram
oder…

 

Weit­ere Beispiele (darunter Kon­struk­tio­nen wie die fol­gen­den, bei denen lu o.ä. wegge­lassen, aber den­noch ver­standen wird):

Oel 'eylan­it a (lu) mì Yue­sey fìsyrrfen. Ich werde bald einen Fre­und, der in den USA (ist/lebt), besuchen.
Her­wì a (lu) ayvul­sìn teyr lu. Der Schnee, der auf den Ästen (liegt/ist), ist weiß.
Yerik a fkol tolaron tol­erkup. Der Yerik, der gejagt wurde (den man gejagt hat), ist gestorben.

Wenn ihr euch nicht mehr sich­er seid, bzw. den Stoff nochmal wieder­holen wollt, geht ruhig zurück zu Lek­tion 09 und kommt wieder hier­her, wenn ihr euch bere­it fühlt weiterzumachen ;)

 

 

Neben­sätze mit a und adp. / vtr.

Wie wir oben gese­hen haben ist es ein­fach genug, (Pro-)Nomen mit a und intran­si­tiv­en Ver­ben wie z.B. lu zu beschreiben. Rel­a­tiv ein­fach bleibt es auch, sobald tran­si­tive Ver­ben ins Spiel kom­men. Es geht aber noch um einiges kom­pliziert­er, und das sehen wir uns jet­zt an.

Was müssen wir also machen bzw. beacht­en, wenn diese beschreiben­den Neben­sätze Adpo­si­tio­nen oder sog­ar kom­plexere durch tran­si­tive Ver­ben verur­sachte Kon­struk­tio­nen enthal­ten? Schauen wir uns dazu mal ein paar Beispiele an, damit ihr wisst, wovon ich hier rede:

Die Katze ist im Sack.
Die natür­lich­ste Über­set­zung wäre Palukantsyìpìl tok kurfyan­it. Da diese natür­liche Über­set­zung aber nicht beim Erk­lären dieses Mech­a­nis­mus hil­ft, nehmen wir mal fol­gende direk­te Über­set­zung (ich war zudem mal so frei "Sack" mit dem ähn­lich­sten Gegen­stand ("Trageko­rb") zu über­set­zen :P ):
Palukantsyìp hurfyan lu. / Palukantsyìp kurfyan lu.

So weit, so gut, ken­nen wir bere­its aus Lek­tion 11. Jet­zt zu dem, was ich meine:

Die Katze im Sack. Hier fehlt das Verb ("ist") und anders als im Deutschen müssen wir auch hier mit einem a arbeit­en, also den deutschen Satz von "Die Katze im Sack" zu "Die Katze welche im Sack (ist)" ummod­el­lieren und dann erst kön­nen wir es übersetzen.
Der Grund dafür ist, dass auf Na'vi kein Satz (egal ob Haupt- oder Neben­satz) ohne Verb existieren kann (klar kön­nen Ver­ben mal "ver­steckt" bzw. "aus­geklam­mert" bzw. wegge­lassen wer­den, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht ins­ge­heim doch im Satz ver­bor­gen und auch vom Leser/Hörer "gese­hen" und ver­standen werden).
Ein weit­er­er Grund: Katze ist ein Sub­stan­tiv, genau wie Sack. Bei­de wer­den durch eine Adpo­si­tion () miteinan­der ver­bun­den. Eine solche Verbindung erfordert allerd­ings die Ver­wen­dung von a.

Also:

Die Katze im Sack. Palukantsyìp a hurfyan. / Palukantsyìp a kurfyan.
Hier wird automa­tisch im Neben­satz ein ver­steck­tes lu ver­standen, Palukantsyìp a kurfyan­mì (lu).

Wen­den wir dieses Prinzip mal auf andere Beispiele mit ver­schiede­nen adp. an:

Der Jäger im Wald. Taronyu a mì na'rìng.
Nachricht­en von der Erde. Ayf­mawn a ta 'rrta.
Der Wassertropfen auf dem Stein. Payì­va a sìn tskxe.
Mein Fre­und aus Berlin. 'eylan oeyä a ta Prrlìn.
Das Dorf beim Fluss. Tsray a ro hilvan.

 

 

Zurück zur Katze im Sack. Jet­zt wer­den wir noch ein paar Eck­en kreativ­er und schmeißen auch mal nach und nach weit­ere vtr. mit in den Topf bzw. verkom­plizieren das Ganze weiter.

Die Katze im Sack, welche ich gestern gese­hen habe. Kurfyanmì a palukantsyìp a oel tsole'a trram.

Den Neben­satz rechts von palukantsyìp hat­ten wir weit­er oben schon gese­hen und wis­sen, dass er so funk­tion­iert. Aber warum funk­tion­iert er so wie er es tut?
Richtig, hier ist näm­lich schon wieder etwas ver­steckt bzw. aus­geklam­mert wor­den, näm­lich ein ver­steck­tes Objekt, welch­es für die Katze ste­ht. Tse'a ist vtr. und oel hat die L‑Endung, also ist es nur logisch, dass eigentlich auch irgend­wo eine T‑Endung sein müsste. Palukantsyìp im Haupt­satz kann diese T‑Endung aber nicht erhal­ten, da die Katze im Haupt­satz dort das Sub­jekt und nicht das Objekt ist. Was ist hier also los?
Ich decke mal alle ver­steck­ten Ele­mente für euch auf:

Die Katze im Sack, welche ich gestern gese­hen habe. Kurfyanmì a palukantsyìp a poti oel tsole'a trram.
Poti
ist hier das Per­son­al­pronomen, welch­es für die Katze ste­ht und für sie die Rolle des Objek­tes im Neben­satz übern­immt. Wir kön­nen dieses Per­son­al­pronomen aber get­rost weglassen, ohne die Funk­tion­sweise des Satzes zu zer­stören oder unver­ständlich zu machen; denn dieses poti wird ein­fach ver­standen, auch wenn es nicht offen­sichtlich im Satz zu find­en ist.

 

Es gibt aber auch Sit­u­a­tio­nen, wo man dieses "Hilfs-"Pronomen im Neben­satz nicht weglassen darf, und dies ist vor allem der Fall, wenn wieder adp. mit ins Spiel kommen:

Der See, in dem ich schwimme, ist wunderschön.

Der erste Impuls wäre vielle­icht das Ganze direkt zu über­set­zen: Oare a mì slele oe lu narlor. Aber — ihr kön­nt es euch sich­er schon denken — das wäre falsch. Denn hier braucht man ein solch­es "Hil­f­spronomen", damit der Satz gram­matikalisch kor­rekt wäre:

Oare a tsa'umì slele oe lu narlor.

 

Moment, seit wann ist tsa'u ein Pronomen? Schon immer, eigentlich. Für die dritte Per­son ("er/sie/es") haben wir ja schon po, aber po kann man nur für Lebe­we­sen ver­wen­den. Ein See oder Stein ist kein Lebe­we­sen, ein See oder Stein ist unbelebt und für unbelebte Dinge haben wir einen weit­eren Batzen Pronomen, näm­lich tsa'u oder davon abgeleit­ete Varianten:

Ohne Endung L‑Endung T‑Endung R‑Endung
Sin­gu­lar
Höfliche Form
tsa'u tsa'ul tsa'ut(i) tsa'ur(u)
Sin­gu­lar
Nor­male Form /
Umgangssprache
tsaw tsal tsat(i) tsar(u)

Es gibt noch weit­ere For­men davon; eine Über­sicht aller For­men aller Per­son­al­pronomen find­et ihr im Kern­grammtik-Sam­mel­suri­um.

Das rel­e­vante Pronomen, welch­es wir hier brauchen, ist also die Form von tsa'u ohne Endung, also kurzum tsaw.
Um euch noch mehr Schädel­brum­men zu bescheren: Wenn man adp. daran anhängt, kann man das w auch ein­fach weglassen (funk­tion­iert aber nur beim Anhän­gen von adp., wenn man sie vorne anstellt muss das w bleiben, wo es hinge­hört). Wir haben also drei ver­schiedene Vari­anten, die alle für das Selbe ste­hen und die alle funktionieren:

Oare a tsa'umì / tsawmì / tsamì slele oe lu narlor. Der See, in dem ich schwimme, ist wunderschön.

Welche Form ihr bevorzugt bleibt euch über­lassen, ich für meinen Teil bevorzuge tsamì. Auch dies funk­tion­iert mit so ziem­lich allen Adpositionen.

Aus tsa'u wurde im (umgangs-)sprachlichen Gebrauch schnell tsaw; ' wurde "ver­schluckt" und a + u ver­schmolzen zu aw (tsa'u → tsaw → tsa-). Sobald Fal­l­en­dun­gen an tsaw ange­hängt wer­den sollen, wird das w vom Dop­pel­laut aw aber fall­en gelassen, sodass die Basis nur noch aus tsa- besteht.


Wenn man eine Adpo­si­tion statt ein­er Fal­l­en­dung anhängt, wer­den die Quellen undeut­lich­er; tsawmì und tsamì gehen bei­de klar, ich würde aber tsamì
empfehlen. Anderes Beispiel mit nicht lenieren­der Adpo­si­tion: tsawsìn oder tsasìn.
Natür­lich kann man die Adpo­si­tion auch vorne anstellen, allerd­ings bleibt dabei der Dop­pel­laut von tsaw erhal­ten: mì saw, sìn tsaw.

 

Jeden­falls… lasst mich das auch nochmal an anderen Beispie­len veranschaulichen:

Der Stein, auf dem das Insekt sitzt, ist rau. Tskxe a tsa'usìn/tsasìn ioang heyn ekx­txu lu.

Der Fluss, von dem ich ger­ade kam, ist braun. Kil­van a tsa'uftu/tsaftu tätx­aw pxiswawam oe kll­vawm lu.

Das Blät­ter­dach Pan­do­ras, inmit­ten dessen ein Pro­le­muris eine Frucht isst, ist immer grün. Eywa'evengä utu a tsa'ukip/tsakip syaksyukìl mau­ti­ti yom frakrr ean lu.

Ich berichte dir die Neuigkeit, über die man gestern geplaud­ert hat. Oel ngaru peng fmawnit a tsa'uteri/tsateri fko polängkxo trram.

Ich sah den Ort nicht, zu dem sie gegan­gen ist. ("Ich sah nicht, wohin sie gegan­gen ist.") Ke tsìme'a oel tsen­git a tsane karmä.

Natür­lich wären a mì saw (mì+ leniert), a sìn tsaw, a ftu tsawa kip tsaw oder a teri tsaw genau so möglich und zulässig.

 

Tsaw bzw. andere For­men davon wer­den aber nur benötigt, wenn das entsprechende Sub­stan­tiv unbelebt ist (also kein Lebe­we­sen ist). Für belebte Dinge und Wesen gebrauchen wir weit­er­hin po:

Ikran a poru mesyal lu. Ein Ikran mit zwei Flügeln. ("Ein Ikran, dem zwei Flügel sind." / "Ein Ikran, der zwei Flügel hat.")

Fìpo lu tute a oe pohu perängkxo. Er ist die Per­son, mit der ich mich unterhalte.

 

 

fwa / fula / futa / fura

In Lek­tion 06 wurde erwäh­nt, dass fì'u und tsa'u wichtige und oft ver­wen­dete Wörter sind:
"fì'u und  tsa'u sind heißbegehrte und wichtige Wörter auf Na'vi — zwar in dem Sinne, dass sie auch für viele andere Dinge bzw. Funk­tio­nen ver­wen­det werden."
Jet­zt geht's darum, warum das so ist und wie das Ganze sich gestaltet :)

a ist schon mega prak­tisch — aber was ist, wenn man noch kom­plexere Neben­sätze erstellen möchte, die nicht nur ein einziges Sub­stan­tiv näher beschreiben, son­dern dieses Sub­stan­tiv qua­si durch kom­plexere Ideen und Hand­lun­gen oder gar ganze Teil­sätze erset­zen? — "Hä? Was? Moment…" ;D Nur die Ruhe, auch wieder hier: eins nach dem anderen.

 

Gehen wir mal von fol­gen­dem Beispiel­satz aus:
Oeru sunu tìs­luse­le. Mir gefällt das Schwimmen.

Ein­fach genug: mir gefällt etwas, bzw. ein Sub­stan­tiv. Die Kon­struk­tion ken­nen wir ja schon. Aber was, wenn wir statt diesem Sub­stan­tiv jet­zt sagen wollen "zu schwim­men"? Das wäre ja kein Sub­stan­tiv mehr, son­dern ein Verb. Wie stellt man das an?

 

Da kommt a wieder ins Spiel; denn kom­biniert mit fì'u und tsa'u erlaubt es uns daraus neue Bindewörter zu schaf­fen, bzw. so gese­hen "Dum­my-Sub­stan­tive".
Beispiele:

Sunu oeru fì'u a slele. Ich mag diese Sache, welche (ist): zu schwim­men. = Ich mag es zu schwim­men.
Fpìl oel fì'ut a nga rol nìlt­san. Ich denke diese Sache, welche (ist): du singst gut. = Ich denke, dass du gut singst.

 

Glüh­bir­nen-Moment? ;) Ja? Nein? Keine Bange. Schauen wir uns das nochmal genauer an:

  • Sunu oeru tìs­luse­le. Ich mag das Schwim­men. — Haben wir schon so gese­hen, funk­tion­iert. Ich mag das Buch, das Haus, den Hund. Klappt. :)
  • Sunu oeru fì'u. Mir gefällt diese Sache/dieses Ding. — Japp, klappt auch wunderbar.
  • Sunu oeru slele. Mir schwim­men gefall­en. Ich schwim­men mag. Ich mögen schwim­men. :peupak: Na'vi-Yoda?? — Funk­tion­iert so nicht! ;D Zwei Ver­ben und ein Han­del­nder, kein Nomen, das mir gefällt, das klappt nicht, da fehlt doch noch was :meh: Daher:
  • Sunu oeru fì'u a slele. Ich mag diese Sache welche (ist): zu schwim­men. = Ich mag es, zu schwim­men. — Yay, funk­tion­iert! :)

Sunu ist intan­si­tiv, weswe­gen hier fì'u a vol­lkom­men in Ord­nung geht. Man braucht für intran­si­tive Ver­ben ja auch keine Fal­l­en­dun­gen an den entsprechen­den Sub­stan­tiv­en bzw. Pronomen.
Das Ganze geht aber natür­lich auch mit tran­si­tiv­en Ver­ben. Nehmen wir mal dafür den anderen Beispiel­satz von oben und schauen auch ihn nochmal genauer an:

  • Fpìl oel fì'ut. Ich denke diese Sache.
  • Fpìl oel fì'ut a nga rol nìlt­san. Ich denke diese Sache, welche (ist): du singst gut. = Ich denke, dass du gut singst.

Eigentlich gar nicht so schw­er, oder? :) Es ist halt ein­fach nur die Art und Weise, wie Na'vi das mit den Neben­sätzen eben anstellen — und da sie sich doch schon von unser­er eige­nen ziem­lich unter­schei­det, muss man da erst mal hin­ter steigen bzw. selb­st "umdenken".

Ein weit­er­er Beispielsatz:

  • Omum oel fì'ut. Ich weiß diese Sache.
  • Omum oel fì'ut a taw lu ean. Ich weiß diese Sache, welche (ist): der Him­mel ist blau. Ich weiß, dass der Him­mel blau ist.

Ihr seht also, dass fì'ut a am ehesten unserem ", dass…" entspricht.

 

Und ja — das Ganze gibt es auch noch als fì'ul a — also mit der L‑Endung. Dies kommt aber sel­tener zum Ein­satz, was aber nicht heißen soll, dass ihr euch darauf nicht vor­bere­it­en soll­tet ;) Beispiel:

Vìmingkap oeti fì'ul a oel wut­soti zene 'ivem fìkaym. Mich hat ger­ade diese Sache ereilt, welche ist: ich muss diesen Abend das Essen kochen.Mir ist ger­ade einge­fall­en, dass ich heute das Aben­dessen kochen muss.

 

Und warum heißt dieser Abschnitt hier jet­zt "fwa / fula / futa"?! … ;P … Nun­ja, Na'vi mögen es möglichst viele Sil­ben in ihren Sätzen zu sparen, weswe­gen ihr eher sel­tener auf fì'u a, fì'ul a oder fì'ut a tre­f­fen werdet als auf ihre alter­na­tiv­en bzw. zusam­menge­zo­ge­nen Schreibweisen:

fì'u a fwa
fì'ul a fula
fì'ut a futa
fì'ur a fura
fì'uri a furia

Zu furia bzw. dem "Top­i­cal" (-ìri) kom­men wir in der näch­sten Lek­tion. Jet­zt bleiben wir erst mal beim The­ma *hust*

 

Man kann oben ste­hende Sätze also auch mit den alternativen/zusammengezogenen und wesentlich beliebteren (weil ein­deutiger und schneller zu schreiben/sprechen) Schreib­weisen umformulieren:

Sunu oeru fì'u a slele. Sunu oeru fwa slele.
Fpìl oel fì'ut a nga rol nìlt­san. Fpìl oel futa nga rol nìlt­san.
Vìmingkap oeti fì'ul a oel wut­soti zene 'ivem fìkaym. Vìmingkap oeti fula oel wut­soti zene 'ivem fìkaym.

 

Fura kommt vor allem in ver­wen­dung mit intran­si­tiv­en Ver­ben in Frage. Ein Beispiel:

Fì'upxare kan­gay si fura po zaya'u. Diese Nachricht bestätigt, dass er kom­men wird. ("Diese Nachricht bestätigt diese Sache, welche ist: er wird kommen").

 

Ihr werdet im Laufe der Zeit schon ein Gefühl dafür entwick­eln, wann man diese F‑Wörter ver­wen­den muss — da habe ich keine Zweifel ;) Aber dabei hil­ft nur üben, üben, üben… Aber lest euch das Ganze nochmal in Ruhe durch, falls nötig, und wen­det euch dann erst den unten ste­hen­den Übun­gen zu.

 

 

Ver­quere Satzgefüge


Um nochmal ganz oben ste­hende Beispiel­sätze aufzu­greifen… :P Wie wir bei Adjek­tiv­en etc. schon gel­ernt haben, kann der zu a gehörige Neben­satz auch in die andere Rich­tung vom näher beschriebe­nen Sub­stan­tiv verlaufen:
Slele a fì'u oeru sunu. Ich mag es zu schwimmen.
Nga rol nìlt­san a fì'ut oel fpìl. Ich denke, dass du gut singst.

Auf­grund der Natur von a muss man bei oben ste­hen­der Struk­tur aber eben "←a fì'u(t/l)" ver­wen­den, da fì'u a→/fwa→ und fì'ut a→/futa→ dank ihres inbe­grif­f­e­nen a immer nach rechts zeigen — und wir keine Wörter wie "afut" haben ;D … Und das a deutet immer in die Rich­tung des Neben­satzes  :)

Beachtet hier­bei aber das­selbe, wie bei a; diese "umgekehrte Kon­stel­la­tion" ist zwar möglich, kor­rekt und wird vor allem auch von fort­geschrit­te­nen Aynu­meyu angewen­det, allerd­ings verur­sachen sie gerne mal einen "Knick" im Hirn ;) Bleibt also ruhig bei der "ein­facheren" Vari­ante, wenn ihr wollt. Es kann aber eine spaßige Her­aus­forderung sein, die gram­matikalis­chen Möglichkeit­en dieser Kon­struk­tion bzw. generell der Sprache an ihre Gren­zen zu treiben :P

 

"PÄTSYÌ PÄTSYÌ PÄTSYÌ FUTA FUTA FUTA, srung si, srung si!"

Man kann auch mehrere F‑Wörter inner­halb nur eines Satzes herum jonglieren und auch ineinan­der ver­schachteln und so kom­plexere bzw. kom­pliziert­ere Satzstruk­turen schaffen:

Ke spaw oel futa ngal nìn­gay fpìl futa poanìl olo'eyktanit tspolang. Ich glaube nicht, dass du wirk­lich denkst, dass er den Klan­führer getötet hat.

Und dank (weitest­ge­hend) freier Wort­stel­lung kann das ganze noch kom­pliziert­ere Aus­maße annehmen:
Futa ngal futa poanìl olo'eyktanit tspolang nìn­gay fpìl ke spaw oel

 

Übung I:

Ein ganz krass­es Beispiel dieser Art wäre fol­gen­der Satz (der im Orig­i­nal eigentlich noch wesentlich länger ist, aber für den Anfang reicht die kurze Version):

Futa futa futa fìlì'ut alu lumpe ve'kì oel fpìl pol spaw ayn­gal omum oel.

Schafft ihr es, ihn zu übersetzen? ;)

Solche eigentlich unnötig kom­pliziert gestal­teten Sätze gren­zen aber schon fast an Kör­per­ver­let­zung bzw. seel­is­ch­er Grausamkeit ;P Aber, sie sind kor­rekt und legal und wer­den auch (öfter als mir lieb ist) fab­riziert. Macht euch also auch auf solche Kopfnüsse gefasst ;)

Es liegt allein an euch zu entschei­den, was euch je nach Sit­u­a­tion wichtiger ist; ein leicht ver­ständlich­er Satz, der die gemein­same Kom­mu­nika­tion und das gegen­seit­ige Ver­ständ­nis nicht unnötig erschw­ert, oder ein möglichst kom­plex­er und ver­quer­er Satz, der eine echte Her­aus­forderung darstellt und vielle­icht als Lehr­ma­te­r­i­al oder Übung (Kopfnuss) dienen soll — wofür aber vor allem Anfänger oder auch Fort­geschrit­tene länger benöti­gen, um ihn voll­ständig zu entschlüsseln.

Mal ein weit­er­er Satz als Beispiel, entsprechend abgeän­dert bzw. herum gewür­felt, um eine ein­fachere und eine schwierigere Art der For­mulierung darzustellen:

Sìpawmìl sneyä Enu­ayti vìngkap nìmun, ulte talu­na Enu­ayl fpìl futa pol fratì'eyngit omat­sum, pe'un futa rofa txantslusama tute akoak frato new hiveyn fte poru pivawm.

Sìpawmìl sneyä Enu­ayti vìngkap nìmun, ulte futa pol fratì'eyngit omat­sum Enu­ayl fpìl alun­ta, pe'un futa rofa txantslusama tute akoak frato new hiveyn fte poru pivawm.

Welche Ver­sion fan­det ihr zugänglich­er? Die erste, oder? ;)

 

Übung II:

Über­set­zt den Satz von ger­ade eben (Hin­weis: Enuay ist ein Eigen­name). Nehmt zusät­zlich nochmal den Satz von weit­er oben, den ihr ja schon in Übung I über­set­zen soll­tet, und stellt ihn so um, dass er leichter zu ver­ste­hen ist:

Futa futa futa fìlì'ut alu lumpe ve'kì oel fpìl pol spaw ayn­gal omum oel.

 

 

tsa'u — tsawa, tsala, tsa­ta, tsaria

Moment, und was ist nun mit tsa'u? Es hieß doch, dass auch dieses Wort neben fì'u auf diese Weise ver­wen­det wird. Tjoa, das stimmt so auch, jedoch hat sich der all­ge­meine Sprachge­brauch dahin entwick­elt (zum Bedauern viel­er Enthu­si­as­ten der Sprache), dass die F‑Wörter wesentlich häu­figer ver­wen­det wer­den als die TS-Wörter. Denn ja, auch tsa'u hat all diese schö­nen Kom­bi­na­tions­for­men mit a, die wie fol­gt aussehen:

tsa'u a tsawa
tsa'ul a tsala
tsa'ut a tsa­ta
tsa'ur a tsara
tsa'uri a tsaria

Scheut euch also nicht davor, anstelle der F‑Wörter auch hin und wieder eines der TS-Wörter zu verwenden :)

 

 

Oah, dat war ordentlich viel Infor­ma­tion, ne? Brummt euch der Schädel? ;P Mein­er hat am Anfang, als ich mich das erste Mal richtig mit den F‑Wörtern auseinan­derge­set­zt habe, auf jeden Fall ordentlich gebrummt. ;D
Es dauert bei jedem Ler­nen­den eine Weile, bis man kom­plett bei diesen F‑Wörtern durch­blickt. Stresst euch also nicht und wieder­holt diese Lek­tion, falls nötig. Schlaft eine Nacht oder zwei drüber, und ver­sucht euch an unten ste­hen­den Übungen.

 

 

 

Übung III:

Ralpeng aylì'ukìngit — Über­set­zt fol­gende Sätze:

  1. Awngaru lu tìkin a nume nì'ul.
  2. Hìtxoa, ke new oel futa fìtìpängkx­ot ayn­geyä hivultstxem.
  3. Neytir­il wolìn­txu Tsyeykur fya'ot a taron.
  4. Oel vewng futa aye­veng nivume teri ayewll na'rìngä.
  5. Kan­ua 'evengìl atstun­wi meyeiam ngey­na ikran­ti a txopu si.

Übung IV:

Rutxe ralpiveng tsaylì'ukìngit alu

  1. Fpìl oel futa tsun ayn­ga tslivam.
  2. Fwa 'efu mawey sì nitram mì pawngip amip krrnekx, ha moe zene maweypivey.
  3. Ich denke, dass du schöne Bilder malst.
  4. Fpìl ayoel futa nga smon ayoer.
  5. Deine Mut­ter will, dass du mor­gen zur Schule gehst und gut lernst.
  6. Zu ler­nen und zu lehren (er)füllt mich mit Freude.

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