32: weitere Prä- und Suffixe

Wir haben bish­er schon viele Affixe gese­hen, also Teile, die man entwed­er direkt vorne an einem Wort oder direkt danach anheftet — oder sie ein­fach mit­ten rein­quetscht wie Infixe in Ver­ben. Fal­l­en­dun­gen sind im Grunde nur Suf­fixe und die gefühlten zig Mil­lio­nen Prä­fixe erlauben uns alles mögliche zu tun. Im Kern­gram­matik-Sam­mel­suri­um habe ich nochmal eine Tabelle mit den Prä- und Suf­fix­en bzw. die Rei­hen­folge ihrer Platzierung direkt vorne am/hinten am Sub­stan­tiv bere­it gestellt. An dieser Tabelle wird ersichtlich, dass man sich oft zwis­chen Prä- und Suf­fix­en entschei­den und diese eben in ein­er fest­gelegten Rei­hen­folge an das Sub­stan­tiv anbrin­gen muss. Werft also unbe­d­ingt einen Blick oder zwei darauf.

Jet­zt wollen wir aber noch die restlichen Prä- und Suf­fixe ken­nen ler­nen, die wir bish­er eben noch nicht behan­delt hat­ten. Für die Faulen unter uns habe ich natür­lich wieder eine Lin­kliste der Bequem­lichkeit zuliebe parat:

fne- | sna- | mun­sna- | tsuk- | ket­suk- | le- | ke- | kel- | nì- | nìk-
-o | -fkeyk | -tsyìp | -tu & ‑yu | -nay | -vi | -nga' | -ay | -am | -tswo

 

 

Prä­fixe

 

 

fne- … "Art von" — ver­sus fnel 'uä

pro­duk­tiv

Sofern man nicht die län­gere Ver­sion (welche kein sim­ples Prä­fix ist und die da lautet "fnel 'uä" — "eine Art/ein Typus ein­er Sache") ver­wen­den möchte, kann man sich ein­fach dieses Prä­fix­es bedi­enen. Es wird häu­fig zusam­men mit anderen Prä­fix­en ver­wen­det. Zur Ver­an­schaulichung möchte ich euch die län­geren Ver­sio­nen (mit dem Sub­stan­tiv fnel + Gen­i­tiv) und ihre Prä­fix-Vari­anten anhand mehrerer Beispiele zeigen:

Lange Ver­sion Prä­fix-Ver­sion (emp­fohlen) Gliederung der Affixe Über­set­zung
Tsafnel syuve ke sunu oer. Tsafnesyuve ke sunu oer. Tsa-fnel syuve- ke sunu oe‑r.
Tsa-fne-syuve ke sunu oe‑r.
Jene Art von Nahrung mag ich nicht.
Pefnelit relä ngal new wiveyn? Pefnerelit ngal new wiveyn? Pe-fnel-it rel-ä nga‑l new w<iv>eyn?
Pe-fne-rel-it nga‑l new w<iv>eyn?
Welche Art von Bild möcht­est du zeichnen?
Frafnelit srungä awn­gal kin. Frafnesrun­git awn­gal kin. Fra-fnel-it srung-ä awnga‑l kin.
Fra-fne-srung-it awnga‑l kin.
Wir brauchen jede Art von Hilfe.
Pefneuvan si nga? Pe-fne-uvan si nga? Welche Art von Spiel spielst du?

 

 

 

sna- … "Ansammlung/Gruppe/Haufen von"

pro­duk­tiv

Es gibt eigene Sub­stan­tive, die bere­its mith­il­fe dieses Prä­fix­es gebildet wur­den, z.B. snatxärem (Skelett, "Ansamm­lung von Knochen"), sna(Treppe, "Ansamm­lung von Ebe­nen") oder snatan­hì ("Ster­nen­haufen", Ster­nenkon­stel­la­tion, Stern­bild). Im Grunde kann man dieses Prä­fix aber an jedes Sub­stan­tiv anbrin­gen, um daraus eben eine Ansamm­lung bzw. Gruppe zu machen — wir kön­nen es jedoch nur für belebte Dinge/Wesen pro­duk­tiv ver­wen­den (Ansamm­lun­gen von Tieren, Pflanzen, etc., außer Na'vi/Menschen) — die Ver­wen­dung von sna- im Zusam­men­hang mit unbelebten Din­gen bleibt Karyu Pawl über­lassen. Das Prä­fix sna- stammt von dem Sub­stan­tiv sna'o (Gruppe, Herde, Schwarm, Rudel; Haufen, Satz von Objek­ten) ab und erfordert kein extra Pur­al-Prä­fix. Hier einige Beispiele:

Beispiel­satz Gliederung der Affixe Über­set­zung
Tsasnasä'o kel­sar längu. Tsa-sna-sä'o kel­sar l<äng>u. Jen­er Haufen Werkzeuge ist unbrauchbar >:-/
snapasuk ftxìlor latsu. Fì-sna-pasuk ftxìlor l<ats>u. Dieser Haufen Beeren ist bes­timmt lecker.
Pesnaremit oel zene hivena? Pe-sna-rem-it oe‑l zene h<iv>ena? Welchen Haufen Brennholz muss ich tragen?

 

 

 

mun­sna- … "Paar, zwei von etwas"

pro­duk­tiv

Mun­sna- und sna- ähneln sich; wo sna- sich jedoch auf eine unbes­timmte Anzahl von Din­gen bezieht, eben einen Haufen von etwas, ist mun­sna- spez­i­fis­ch­er und meint genau zwei von etwas, also ein Paar von etwas. Ein Paar Schuhe, ein Paar Sock­en, ein Paar Hände, ein Paar Leute und so weit­er. Es erfordert wed­er ein extra Plur­al-Prä­fix, noch verur­sacht es Lenition.
Beispiele:

Beispiel­satz Gliederung der Affixe Über­set­zung
Rutxe fìt­skx­ekeng sivi mun­snatute­fa, ma frapo. Rutxe fì-tskx­ekeng s<iv>i mun­sna-tute-fa, ma fra-po. Bitte absolviert diese Übung in Paaren/paarweise/pärchenweise, Leute.
Lu oer mun­snahawntsyokx arim. Lu oe‑r mun­sna-hawntsyokx a‑rim. Ich habe ein Paar gelbe Handschuhe.
New tivìng poru mun­snahawn­ven­it alor. New t<iv>ìng po-ru mun­sna-hawn­ven a‑lor. Ich möchte ihr ein Paar schöne Schuhe schenken.

 

Es gibt aber auch mun­sna als Sub­stan­tiv (ein Paar, gebildet aus mune + sna'o) und kann auch für mehr als nur ein Paar ver­wen­det werden:

Hawn­venìri lu oer mun­sna amrr. Was Schuhe ange­ht, ich habe fünf Paar. Ich habe fünf Paar Schuhe.

Statt dem Top­i­cal kön­nte man hier auch sicher­lich den Gen­i­tiv ver­wen­den (wie bei fnel):

Hawn­venä mun­sna amrr lu oer.

 

 

tsuk- … "…-bar"

pro­duk­tiv

Von tsun fko…; Tsuk- ermöglicht es einem, aus einem beliebi­gen Verb ein Adjek­tiv zu bilden, welch­es aus­drückt, das etwas machbar ist:

Pxaya fnel ioangä tsuktaron lu. Viele Arten von Tieren sind jagbar.
Fra'u tsuknume lu. Alles ist lernbar.
Fìpayoang tsukyom lu. Dieser Fisch ist essbar.

Das Ganze kann, wie man vielle­icht von Na'vi erwarten würde, auch etwas uner­wartetere Züge annehmen:

Na'rìng tsukhahaw lu. Der Wald ist "schlafbar". = Es ist möglich im Wald zu schlafen.
Fìt­seng lu tsuktsurokx. Dieser Ort ist "aus­ruhbar". = Hier kann man sich ausruhen.

 

Gegen­teilige Aus­sagen mit Hil­fe von ket­suk- sind in dieser Art auch mach­bar, also z.B. Fìt­seng lu ket­suktsurokx. Hier kann man sich nicht ausruhen.

 

 

ket­suk- … "un-…-bar"

pro­duk­tiv

Von ke tsun fko…; Ket­suk- ist das Gegen­teil von tsuk-. Dementsprechend drückt es aus, dass etwas unmachbar ist:

Fìkx­u­tu ket­suktspang län­gu! Dieser Feind ist untötbar! Diesen Feind kann man nicht töten!  :angry: 
Ket­sukspaw! Unglaublich! Nicht zu glauben!
Tsaultxa ket­suktswa' leiu. Jenes Tre­f­fen ist unvergesslich :)
Holpx­ay san­hìyä a mì saw ket­suktiam lu. Die Anzahl der Sterne, welche am Him­mel sind, ist unzählbar.

 

Sowohl Adjek­tive mit tsuk- als auch solche mit ket­suk- kann man wie gewohnt mit -a- ver­wen­den, um damit Sub­stan­tive direkt zu beschreiben:

Tsukyoma ioang lesar lu. Pum aket­sukyom lesar ke lu. Ein essbares Tier ist nüt­zlich. Ein "unessbares" (Tier) ist nicht nützlich.

 

 

le- … Adjektiv

nicht pro­duk­tiv

Wird von Karyu Pawl ver­wen­det, um aus bes­timmten Grund­wörtern neue Adjek­tive zu bilden. Dieser Vor­gang bleibt aber allein ihm vor­be­hal­ten, denn le- ist nicht pro­duk­tiv anwend­bar. Wir kön­nen le- nur ver­wen­den, um bes­timmte Adjek­tive direkt als solche zu erken­nen (siehe Lek­tion 9).

 

 

ke- … negiertes Adjektiv

pro­duk­tiv

Damit, als Prä­fix ver­wen­det, kann man jedes Adjek­tiv verneinen. Jedoch sollte man dabei beacht­en, dass man nur jene Adjek­tive auf diese Weise verneinen sollte, die nicht bere­its als Gegen­teil im Wörter­buch vorhan­den sind.
Wir sagen auf Deutsch ja auch "klein" anstelle von "ungroß" oder "langsam" anstelle von "unschnell". Bevor ihr dieses Prä­fix ver­wen­det, schaut lieber im Wörter­buch nach, ob nicht ein passendes Gegen­stück bere­its existiert.

Ein paar Beispiele, bei denen dieses Prä­fix sin­nvoll ist:

fpom­tokxn­ga'gesund kefpom­tokxn­ga'unge­sund
eyawrrichtig, kor­rekt keyawrunrichtig, falsch, inko­r­rekt (e + e = e)
muiäfair, gerecht, anständig kemwiäunfair, ungerecht, unanständig

 

Wie ihr sehen kön­nt ver­schmelzen gle­iche Vokale auch hier bzw. kemwiä ist eine von KP entsprechend pho­nol­o­gisch verän­derte Form.

Diese neu geschaf­fe­nen Adjek­tive kann man dann auch wie gewohnt mit Sub­stan­tiv­en zusam­men verpaaren:

fkx­en afpom­tokxn­ga' / fpomtokxnga'a fkx­engesun­des Gemüse fkx­en akefpom­tokxn­ga' / kefpomtokxnga'a fkx­enunge­sun­des Gemüse

 

 

kel- … negiertes le-Adjek­tiv

pro­duk­tiv

Kel- ver­hält sich exakt wie ke-; allerd­ings ist es expliz­it für Adjek­tive, die mit le- begin­nen. Ke- + le- ver­schmelzen dabei zu kel- und das -e von le- wird geschluckt.

Kel- ist nur dann zu ver­wen­den, wenn die daraus resul­tierende Sil­ben­struk­tur des neu gebilde­ten negierten Adjek­tives nicht gegen die Sil­ben­regeln (siehe Lek­tion 30) ver­stößt. Sollte sie dage­gen ver­stoßen, sollte man statt kel- defin­i­tiv kele- verwenden.

Auch hier macht es nur Sinn dieses Prä­fix nicht mit Adjek­tiv­en zu ver­wen­den, für die bere­its einen passenden Gegen­spiel­er gibt. Beispiele:

lekinnötig, notwendig kelkinunnötig
lef­pom­rongeistig/mental gesund kelfpom­rongeistig/mental ungesund/krank
lehoangemütlich, bequem, heimisch kelhoanungemütlich, unbe­quem, unheimisch

 

Auch diese negierten Adjek­tive kann man mit Sub­stan­tiv­en verpaaren:

lehoana seyn / seyn lehoanbeque­mer Stuhl kelhoana seyn / seyn akelhoan — unbe­que­mer Stuhl

 

 

nì- … Adverb

pro­duk­tiv

… aber nur in Ver­wen­dung mit Adjek­tiv­en oder Pronomen. Aus­führlich behan­delt wird es in Lek­tion 11, hier nur nochmal ein klein­er Auss­chnitt daraus:

"Nì- ist zusam­men mit beliebi­gen Adjek­tiv­en und Pronomen pro­duk­tiv, das heißt, dass man mit­tels einem beliebi­gen Adjek­tiv oder Pronomen und dem Prä­fix nì- neue Adver­bi­en bilden kann, z.B. nìmek oder nìoe."

 

 

nìk- … negiertes Adverb

pro­duk­tiv? nur für Adjektive?

Nìk- ist qua­si ein­fach nur die verneinende Vari­ante von nì- und ein Hybrid aus nì- + ke- (das e von ke wurde fall­en gelassen).

Bei nìkelkin sieht man das Zusam­men­spiel aus nì- und kel- sehr schön und zeigt auf, dass man nìk- nicht immer braucht bzw. oft eh ein automa­tis­ch­er Mix aus nì- + ke(l)- ist:
lekin → kelkin → nìkelkin. Aber warum nicht ein­fach nìk­lekin? Nun ja, zuerst wird das pos­i­tive Adjek­tiv (lekin) verneint (kel-kin) und dieses Adjek­tiv wird dann mit­tels nì- zum Adverb (nì-kelkin) umge­wan­delt. Hier wird nìk- also nicht benötigt, weil kel- bere­its das Adjek­tiv "neg­a­tiv" gemacht hat.
Der Arbeitsweg sieht also so aus: Adjek­tiv negiertes Adjek­tiv Adverb.

Weit­eres Beispiel: fpom­tokxn­ga' → kefpom­tokxn­ga' - aber… → nìkfpom­tokxn­ga'.

 

 

Suf­fixe

 

 

-o … "irgend…" — "unbes­timmtes" Suf­fix (+ Zeiträume)

pro­duk­tiv

Hmm, -o ist ein wenig speziell. Es hat bre­it­ge­fächerte Anwen­dungsmöglichkeit­en, auch im Bezug auf Zeit (wird dann aber noch eine Ecke kom­pliziert­er), und lässt sich am besten durch Beispiele ver­an­schaulichen und erklären.

 

Unbes­timmte Dinge oder Wesen:

Oe zene kem sivi. Ich muss eine Handlung/etwas tun.
Oe zene kemo sivi. Ich muss irgendetwas tun.

Tìng oer tskoti. Gib mir den/einen Bogen.
Tìng oer tsko-oti. Gib mir irgendeinen Bogen.
Wenn -o an ein Wort getack­ert wird, das von sich aus auf o endet (wie hier tsko), muss es entsprechend mit Binde­strich davon getren­nt werden.

Tutel fìt­sen­git tolok. Hier ist eine Person/jemand gewesen.
Tuteol fìt­sen­git tolok. Hier ist irgendjemand gewe­sen.

Srake tuteo a fìt­sen­git tok tsun pivlltxe nìNa'vi? Kann irgendjemand, der hier ist, Na'vi sprechen?

 

-o im Zusam­men­hang mit Zeit:

Krro slayu oe taronyu. Irgendeine Zeit/irgendwann/eines Tages werde ich Jäger werden.
Krro oe nul­new slivele. Manch­mal bevorzuge ich es zu schwimmen.
Krro krro kin oel tìfnut. Hin und wieder/von Zeit zu Zeit brauche ich Ruhe/Stille.

 

-o mit ka oder ro

Bei­de adp. wer­den vor­wiegend lokal ver­wen­det, kön­nen aber unter gewis­sen Umstän­den auch für tem­po­rale Zwecke ver­wen­det wer­den. Zusam­men mit Zeit­worten wie trr, zìsìt, vospxì, kin­trr etc. und dem Suf­fix -o kann man damit spez­i­fis­chere Zeiträume inner­halb des ver­wen­de­ten Zeitrah­mens steck­en, wenn -o allein zu ungenau/unklar ist:

Pol lì'fyati leNa'vi fto­lia trro. Dieser Satz kann (dank des unspez­i­fis­chen -o) zwei Über­set­zun­gen haben:
Er hat Na'vi an irgen­deinem Tag studiert. / Er hat eines Tages Na'vi studiert. ‑oder– Er hat Na'vi einen Tag lang studiert.

Dadurch, dass man diesen Satz mit -o allein auf mehrere Weisen über­set­zen kann und das oft zu Unklarheit­en oder Missver­ständ­nis­sen führen kann, kann bzw. sollte man mit ro oder ka spez­i­fis­ch­er werden:

Pol lì'fyati leNa'vi fto­lia ka trro. Er hat Na'vi einen Tag lang studiert.

Pol lì'fyati leNa'vi fto­lia ro srro. Er hat Na'vi eines Tages studiert.

(Ka) srro ayoe tolìran na'rìngkxamlä. Viele Tage lang wan­derten wir durch den Wald. (srro = ay+srr‑o, von trr)
Tskx­ekeng soli oe (ka) fìtrro. Ich habe den ganzen Tag lang geübt.
(Ka) zìsìto avol lì'fyat oel fto­lia. Ich habe die Sprache acht Jahre lang studiert.
(Ka) kin­trro nìwotx tìkangkem ke soli po. Sie hat die ganze Woche lang nicht gearbeitet.

 

 

-fkeyk … "Zustand/Status"

pro­duk­tiv

Zum Beispiel in Lek­tion 27 haben wir dieses Suf­fix schon mehrfach gese­hen; es wird an Sub­stan­tive oder Pronomen ange­hängt, um den Zus­tand von etwas festzustellen oder zu erfra­gen. Dieses Suf­fix wurde von tìfkey­tok (Zus­tand, Sit­u­a­tion, Beschaf­fen­heit, Kon­di­tion) abgeleit­et und wird gar nicht mal so häu­fig ver­wen­det, wie man annehmen kön­nte. Daher ist auch die Anzahl von Beispie­len rel­a­tiv begrenzt:

yafkeyk — der Zus­tand der Luft → das Wet­ter

Ngafkeyk fyape? — Du-Zus­tand wie? → Wie ist dein Zus­tand? Wie geht's dir? Was treib­st du so?

Kil­vanfkeyk lu fyape fìtrr? Wie ist heute der Zus­tand des Flusses?

Saw­tu­teri ron­semfkeykit ke tsun kaw­tu tsli­vam. Nie­mand kann den Geisteszus­tand der Him­mels­men­schen verstehen.

 

 

-tsyìp … "-chen/-lein" — Verniedlichungs­form (Diminu­tiv)

pro­duk­tiv

Die Verniedlichungs­form kann (wie im Deutschen) entwed­er Zunei­gung oder Ger­ingschätzung aus­drück­en. Auf Na'vi wird sie auch ver­wen­det, um gewis­ser­maßen die Größe (bzw. "Klein­heit") von etwas sprach­lich darzustellen. Beispiele:

utralder Baum
utraltsyìp — das Bäumchen → der Busch

palu­lukan — der Thanator
palukantsyìp — das Thana­torlein → die Katze (Erden­tier)

nan­tang — der Natterwolf
nan­tangtsyìp — das Nat­ter­wölfchen → der Hund (Erden­tier)

 

Fìtaronyul kea smarìt ke tsun tspi­vang. Dieser Jäger kann keine Beute erlegen.
Fìtaronyutsyìpìl kea smarìt ke tsun tspi­vang! Dieses Jägerlein kann keine Beute erlegen! :peupak:
(jemand verspot­tet jemand anderen wegen des miss­glück­ten Jagdver­such­es → Abw­er­tung, Geringschätzung)
Noch abw­er­tender würde diese Aus­sage wer­den, wenn man pak am Ende des Satzes ein­bauen würde, und noch mehr trans­portierte neg­a­tive Emo­tion gin­ge durch den Ein­bau von <äng>, also z.B. "Fìtaronyutsyìpìl kea smarìt ke tsängun tspi­vang pak!" — dies geht aber schon ziem­lich in Rich­tung Belei­di­gung, und die "dun­kle Seite der Sprache" betra­cht­en wir in Lek­tion 34 .

 

Haha­ha, ngal fìfwampopit syolep nìlt­san, ma paskalin. Nga taronyutsyìp leiu! Haha­ha, du hast diesen Tapirus gut gefan­gen, Liebes. Du bist ein Jägerlein :D !
(Eltern­teil spricht zum Kleinkind → Lob → Wertschätzung, Zuneigung)

 

 

-tu & ‑yu … Personifizierung

Gle­ich vor­weg: -tu ist nicht pro­duk­tiv. Man darf es nicht frei Schnau­ze an andere Wörter anhän­gen, son­dern muss sich jen­er Wörter bedi­enen, die Karyu Pawl mit -tu gebildet hat. -yu dage­gen ist pro­duk­tiv, man darf es aber nur zusam­men mit Ver­ben verwenden:

-tu (nicht pro­duk­tiv) -yu (pro­duk­tiv)
tseo - die Kun­st
tseotu - der Kün­stler
taron - jagen
taronyu - der Jagende, der Jäger
- gegen
tu - der Geg­n­er
tsam siKrieg führen
tsam­siyu - der Kriegführende, der Krieger
kxu - der Schaden, das Unheil
kxutu - der Feind
nume - ler­nen
numeyu - der Ler­nende, der Schüler
txur - stark, kräftig
txurtu - der Kraft­men­sch, die starke Per­son, der Kraftprotz
'emkochen
'emyuder Kochende, der Koch
ultxa - das Tre­f­fen
ultxatu - der Teil­nehmer eines Treffens
mak­to - reit­en
mak­toyu - der Reit­er
hapxì - der Teil
hapxìtu - das Mit­glied
zìma'uger­ade (an)gekommen sein
zìma'uyu - der Neuankömm­ling
frrfen - besuchen
frrtu - der Besuch­er (hier wurde frrfen zu frr gekürzt)
zeyko - ver­an­lassen zu heilen / heilen (vtr.)
zeykoyu - der Heil­er
muntxa - vere­int, gepaart
muntxatu - der (Ehe)Partner
rol - sin­gen
rolyu - der Sänger
yawne - geliebt
yawn(e)tudie geliebte Per­son, der Geliebte
täftxu - weben, flecht­en, spinnen
täftxuyu - der Weber, der Flechter

usw.

 

 

-nay … "nieder­er Status/Rang"

pro­duk­tiv

n + n = n

ikranay
'eylanay

 

-vi … "(kleiner­er) Teil von etwas"

nicht pro­duk­tiv

 

 

-nga' … "-bein­hal­tend"

nicht pro­duk­tiv

Wird an Sub­stan­tive ange­hängt, um daraus ein Adjek­tiv zu bilden, welch­es für Dinge, Hand­lun­gen etc. ver­wen­det wird (also nicht für Personen).

sätaron atìflänga'die "Erfolg-bein­hal­tende" Jagd = die erfol­gre­iche Jagd

 

 

-ay … kom­mender/-n…

pro­duk­tiv

 

 

-am … let­zter/-n…

pro­duk­tiv

 

 

-tswo … Fähigkeit…

pro­duk­tiv

Stammt von tsu'o (Fähigkeit etwas zu tun, Kön­nen etwas zu tun) ab und ist für Ver­ben produktiv:

 

Auch die Beze­ich­nun­gen der 5 Sinne wurde so gebildet:

 

 

Übung I:

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