13: Infixe — der Rest — Pos. 1 & 2 + Übersicht

Was, das waren noch nicht alle Infixe? Denkste, noch lange nicht! Wir haben noch einige andere Infixe, die neben den Zeit­in­fix­en sehr oft ver­wen­det wer­den — und dann noch einige, die eher sel­tener gebraucht wer­den. Keine Angst, am Ende dieser Lek­tion find­et ihr der Über­sicht hal­ber nochmal eine Liste aller Infixe.

Für diese Lek­tion wer­den wir wohl eine Weile brauchen, aber das ist vol­lkom­men ok. :)

Na dann, lasst uns uns gemein­sam durch die restlichen Infixe und ihre Ver­wen­dungsmöglichkeit­en durchwühlen! :D

<ol> & <er> | <iv> | <eyk> & <äp> | <ei> & <äng> | <us> & <awn> | <ats> | <uy> | <ìsy> & <asy>
Kom­bi­na­tion­sin­fixe <imv> <ìyev> <iyev>, <irv> <ilv>, <arm> <ìrm> <ìry> <ary> <alm> <ìlm> <ìly> <aly>

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stim­mungs-Infixe (Mood) <ei> + <äng> — Posi­tion <2>

Nicht nur die Ohren und auch der Schwanz der Na'vi kön­nen sprechen, auch haben unsere blauen Lieblinge die Ange­wohn­heit, Stim­mungen und Gefüh­le direkt zu ver­bal­isieren, in dem sie z.B. eigens dafür vorge­se­hene Infixe in Ver­ben einfügen.

Diese bei­den Infixe, <ei> und <äng>, spiegeln die Stim­mung des Sprechen­den wieder (im Bezug auf das Verb bzw. die Hand­lung). <ei> ste­ht für pos­i­tive Stim­mung, <äng> für neg­a­tive, fast sog­ar wie eine Art gesproch­en­er Smi­ley, qua­si :) oder :( .

Dies wird am besten durch Beispiele deutlich:

Trram awnga tareion. Gestern jagten wir (und ich freue mich darüber :D ).

'ite tsmukeyä oeyä numeie nìlt­san! Die Tochter mein­er Schwest­er lernt gut (und ich freue mich darüber :cheesy: )!

Srungìri irayo seiyi! Ich danke für die Hil­fe :) !

Saw­tu­tel kelu­tralit ska'änga. Die Him­mels­men­schen zer­stören den Heimat­baum (und ich finde das beschissen :angry2: ).

Ninat to Neytiri rängol nìlt­san. Ninat singt bess­er als Neytiri (und ich finde das nicht gut :really: ).

Palukantsyìp oeyä tol­erkängup. Meine Katze ist gestor­ben :( .

<ei> und <äng> beziehen sich aber immer nur auf die Stimmung/Ansicht des Sprechen­den im Bezug auf das Verb mit dem entsprechen­den Infix, nicht auf die Stim­mung ander­er Personen!

 

In Lek­tion 12 wurde erwäh­nt, dass auch si gerne mal rumz­ickt, vor allem im Zusam­men­hang mit den Stimmungs-Infixen:

  • si + ei = seiyi — nicht seii; zwei aufeinan­der­fol­gende i müssen hier auseinan­derge­hal­ten wer­den, weswe­gen ein y einge­fügt wird.
  • si + äng = sängi oder sengi; ist let­zten Endes Präferenz, welche Ver­sion man bevorzugt.

Gle­ich­es passiert bei Ver­ben, die an entsprechen­der Stelle ein kurzes ì vor­weisen; da das lange i und das kurze ì klan­glich so nah beieinan­der liegen, müssen auch sie durch ein y auseinan­der gehal­ten wer­den. Beispiel:
tìng — teiyìng.

Ähn­lich­es passiert auch z.B. beim Verb nrr + <ei>, auch hier muss ein y einge­fügt wer­den, weil LL und RR immer nur nach Kon­so­nan­ten auftreten kön­nen. Also: nrr + <ei> = neiyrr.

 

 

Zwei Magi­er, die aus Ver­ben Adjek­tive machen (Par­tizip aktiv & pas­siv) — <us> & <awn> — + Sub­stan­tivierung — Posi­tion <1>

Wir ken­nen dieses gram­matikalis­che Phänomen auch aus dem Deutschen:

Die Katze schläft. Die schlafende Katze.
Mein Brud­er isst. Mein essender Bruder.
(aktiv)

Der Yerik wird gejagt. Der gejagte Yerik.
Die Tey­lu wer­den gekocht. Die gekocht­en Teylu.
(pas­siv)

Im jew­eils zweit­en Satz je Beispiel wurde aus dem Verb ein Adjek­tiv gemacht, welch­es das Sub­stan­tiv direkt beschreibt (wie Adjek­tive das nun­mal so machen, hrh).
Auf Na'vi sähe das Ganze wie fol­gt aus (nicht vergessen, dass Adjek­tiv­en ein -a- ange­hängt wird):

Palukantsyìp hahaw. Husahawa palukantsyìp.
Oeyä tsmukan yom. Oeyä tsmukan ayus
om.
<us>

Yerik­it fkol taron. Yerik atawnaron.
Sey­lu­ti fkol 'em. 'awnema seylu.
<awn>

<awn> kann nicht mit intran­si­tiv­en Ver­ben ver­wen­det wer­den! "Die geschlafte Katze" macht schließlich auch im Deutschen abso­lut keinen Sinn ;)

Darüber hin­aus kann man <us> und <awn> nicht mit anderen Infix­en zusam­men ver­wen­den, da sie im Augen­blick der Anwen­dung das Verb zu einem Adjek­tiv machen — und in Adjek­tive kann man keine Infixe pack­en, denn sie sind Ver­ben vorbehalten.

 

Zusam­men mit si-Ver­ben wird's etwas inter­es­san­ter. Da zieht man bei­de Teile des si-Verbs zusam­men, fügt im si-Teil <us> ein und hängt das a dran:

lrrtok­su­sia tute (lrrtok-susi‑a tute)die lachende Person

Nicht vergessen, <awn> geht hier nicht, weil si-Ver­ben intran­si­tiv sind ;)

 

 

Sub­stan­tivierung

<us> wird zusam­men mit tì- zudem hin und wieder auf eine andere Weise ver­wen­det; damit kann man aus Ver­ben Sub­stan­tive machen (man sollte dies aber nur tun, wenn es [noch] kein passendes Sub­stan­tiv gibt oder je nach Satz/Kontext das tì-+<us>-Sub­stan­tiv bess­er passen würde).

Das Ganze ver­hält sich dann wie folgt:

slele - schwim­men tì-sl<us>ele — slusele - das Schwimmen
inan - lesen tì-<us>inan - tìusinan - das Lesen
'em - kochen tì-'<us>em -'usem - das Kochen
wem - kämpfen tì‑w<us>em — wusem - das Kämpfen (nicht: der Kampf)
tul - ren­nen tì‑t<us>ul — tusul - das Ren­nen (der Vor­gang, nicht der Wettkampf!)
'eyng - antworten tì-'<us>eyng — 'useyng - das Antworten (Achtung: tì'eyng = die Antwort!)
taron - jagen tì‑t<us>aron — tusaron - das Jagen (Achtung: sätaron oder tìtaron = die Jagd!)

 

Diese Form der Sub­stan­tivierung kann man übri­gens nicht auf si-Ver­ben anwen­den. Mehr zu diesem The­ma und generell dem The­ma "Sub­stan­tive" gibt's in Lek­tion 24.

 

 

Infix für Vermutungen/Schlussfolgerungen <ats> — Posi­tion <2>

Ich finde, dass <ats> viel zu sel­ten ver­wen­det wird. Dabei ist es ein solch prak­tis­ches Infix! Aber ich muss geste­hen, dass ich es selb­st wesentlich häu­figer anwen­den kön­nte und sollte. Lasst uns also <ats> ken­nen­ler­nen und uns am besten gle­ich zur Gewohn­heit machen es möglichst häu­fig zu verwenden ;)

<ats> gibt Ver­mu­tun­gen oder (auf­grund von Infos getrof­fene) Schlussfol­gerun­gen wieder. Hier ein paar Anwendungsbeispiele:

Pol fìt­sen­git ke tok. Tafral tsrayti tatsok. Er ist nicht hier. Daher ist er bes­timmt im Dorf.
Sivunatsu ngar tsamik­t­sang. Dir würde jen­er Ohrring sich­er gefallen.
Fpìrmìl oel futa nga natsew tsive'a fì'ut. Ich dachte mir eben, dass du dies sehen wollen würdest.
Srung satsi fra­por. (Dies) dürfte allen helfen.
Poan yawne latsu poeru nìlam. Allem Anschein nach liebt sie ihn.

 

<ats> kann außer­dem im Zusam­men­hang mit "Ver­mu­tungs­fra­gen" ver­wen­det wer­den. Bei solchen Fra­gen set­zt der Fra­gende voraus, dass er selb­st die Antwort nicht ken­nt, und der Gefragte eben­falls nicht.

Tsa'u latsu peu? Was zur Hölle ist das?
Pol pesen­get tatsok? Wo zum Henker kann sie nur sein? / Wo zur Hölle ist sie?
Srake pxe­fo li polähatsem? Ich frage mich, ob die drei bere­its angekom­men sind.

 

Lesar leiu, kefyak? ;)

 

 

Das zer­e­monielle Infix <uy> für beson­dere Anlässe — Posi­tion <2>

Dieses Infix kommt von allen sicher­lich am sel­tensten vor. Im Film sind wir genau ein Mal begeg­net, aber da man generell nur sel­ten wirk­lich zer­e­monielle, hochgestoch­ene und for­male Sprache ver­wen­det, ist es für den All­t­ags­ge­brauch eigentlich zu vernachlässigen.

Nach­fol­gend ein Textbeispiel aus dem Film.

Eytukan zu Jake nach der Traum­jagd-Zer­e­monie (unil­taron):
"Ngen­ga 'itan Omatikayaä luyu set. Na'viyä luyu hapxì." Du bist jet­zt ein Sohn der Omatikaya. (Du) bist ein Teil der Na'vi.

Ngen­ga ist die förmliche/zeremonielle Form von nga; ohe ist die förmliche/zeremonielle Form von oe. Diese bei­den speziellen Per­son­al­pronomen (und ihre "Geschwis­ter", oheng, sowie ihre Abwand­lun­gen, z.B. ohengeyä) sieht man am wahrschein­lich­sten im Zusam­men­hang mit <uy>.

Mehr zu diesem The­ma gibt's in Lek­tion 33.

 

 

 

 

 

 

 

 

Über­sicht aller Infixe nach ihrer Posi­tion im Verb

Anzahl der Infixe in toto: 30 (<äpeyk> nicht mit­gezählt) :shocked: … Puh. Eine ordentliche Menge, die es erst mal ins Hirn zu prügeln gilt. :meh: Aber wie gesagt, nicht alle Infixe in dieser Lek­tion hier find­en häu­fig Anwen­dung. Die wichtig­sten hier sind wohl <ol>, <er> und <iv>. Nicht unwichtig sind auch <eyk> und <äp>. Danach vielle­icht noch <ìsy>/<asy> und <ats>. Das sollte für die Infix-Grun­dausstat­tung, neben den Zeit­in­fix­en, erst ein­mal reichen.

 

 

Übung I:

Welche Übersetzung/en ist/sind korrekt?

1. Wenn du mor­gen aufwachst, wer­den Zaza und ich bere­its in den Wald gegan­gen sein.
  1. Krra tìtx­en si nga trray, Zaza oesì li na'rìngnemfa kìryä.
  2. Krra tìtx­en si nga trray, Zaza oesì li na'rìngnemfa karmä.
  3. Krra tìtx­en si nga trray, Zaza oesì li na'rìngnemfa kalyä.
2. Wenn ich bess­er aufgepasst hätte, wäre mein Fre­und nicht verwundet!
  1. Zun nari simvi nì'ul oe, zel 'eyla­nur oeyä skxir ke simvi!
  2. Zun nari simvi nì'ul oe, zel 'eyla­nur oeyä skxir ke sirvi!
  3. Zun nari simvi nì'ul oe, zel 'eyla­nur oeyä skxir ke sivi!
3. Mir würde es gefall­en mit dir schwim­men zu gehen.
  1. Zivaw­prrte' oene fwa slele ngahu.
  2. Sivunu oeru fwa slele ngahu.
  3. Sunu oeru fwa slivele ngahu.
4. Du hast das Fleisch gekocht, während ich am schlafen war.
  1. Ngal veyti 'amem, krrka oe holahaw.
  2. Ngal veyti 'olem, krrka oe harmahaw.
  3. Ngal veyti 'ayem, krrka oe herahaw.
5. Hab' keine Angst. Einen Ikran zu fliegen wird dir sich­er gefallen!
  1. Txopu rä'ä si. Fwa tsway­on ikran­fa sivunu ngar!
  2. Txopu rä'ä si. Fwa tsway­on ikran­fa sunatsu ngar!
  3. Txopu rä'ä si. Fwa tsway­on ikran­fa sayunu ngar!
6. Das Fleisch eines gejagten Yerik, welch­es zu lange Tode­sangst hat­te, schmeckt scheußlich. Deine Art zu Jagen muss bess­er werden.
  1. Vey tusarona yerikä, a txopu soli txankrr nìhawng, ftxìvä' län­gu. Fya'ori a taron, nga zene tsan'ivul.
  2. Vey tarat­sona yerikä, a txopu soli txankrr nìhawng, ftxìvä' län­gu. Fya'ori a taron, nga zene tsan'ivul.
  3. Vey taw­narona yerikä, a txopu soli txankrr nìhawng, ftxìvä' län­gu. Fya'ori a taron, nga zene tsan'ivul.
7. Ich hab' tierische Kopf­schmerzen. Geh mir nicht auf die Nerven!
  1. Oeri re'o tìs­raw sän­gi nìtx­an. Rä'ä srätx oet!
  2. Oeri re'o tìs­raw seiyi nìtx­an. Rä'ä sreykätx oet!
  3. Oeri re'o tìs­raw sisyi nìtx­an. Rä'ä sräpätx oet!
8. Während des Krieges gegen die Him­mels­men­schen ist mein Brud­er getrof­fen wor­den und von seinem Ikran gefallen.
  1. Krrka tsam a saw­tutewä oeyä tsmukan­it fkol tolakuk ulte po ikran­f­tu sneyä zängup.
  2. Krrka tsam a saw­tutewä oeyä tsmukan­it fkol tamakuk ulte po ikran­f­tu sneyä zup.
  3. Krrka tsam a saw­tutewä oeyä tsmukan­it fkol takuk ulte po ikran­f­tu peyä zängup.
9. 'ìkwey hat Tapi­wa geheiratet, und ich finde das nicht toll.
  1. 'ìkwey Tapi­wahu muntxa soleiyi.
  2. 'ìkwey Tapi­wahu muntxa serängi.
  3. 'ìkwey Tapi­wahu muntxa solängi.
10. Mor­gen wirst du (zu mein­er Freude) endlich ein Jäger werden.
  1. Trray nga taronyu slayeiu!
  2. Trram nga taronyu slereiu!
  3. Trray nga taronyu sleiu!

 

Übung II:

Über­set­zt folgendes:

  1. Er wird das Tal­ioang gejagt haben (und ich freue mich darüber).
  2. Während sie im Meer am schwim­men war, sah sie ein Ilu.
  3. Mäungea hat­te mit ihrer Tochter im Wald anscheinend Früchte gesammelt.
  4. Taramirä ver­an­lasst Oku' dazu sein­er (eige­nen) Schwest­er zu helfen.
  5. Der Clan­führer, Ekrol, hat­te die Tsahìk dazu ver­an­lasst, zu Eywa zu beten.
  6. Txo saronyu fliyevä, ftx­ozä sayeiyi awnga.
  7. Kekem a eltur tìtx­en sirvi ke lolen ta hama alo a tolok fìt­sen­git oel.
  8. Tìleymìl taw­narona yay­oä a nan­tangìl tolaron palu­lukan­it ahusa­haw tìtx­en seykolängi.
  9. Torukìl Taru­ti teykol­erkän­gup ulte tokxìt kllyayem tsahìkìl ayoeyä.
  10. Renal roleiun tskoti a Neotìl holängan.

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