Lektion 35: sequenzielle Verbpaare und anderer Krimskrams

Sequen­zielle Verb­paare… Nein, die Rede ist hier nicht von Modalver­ben oder Modalver­bket­ten, son­dern von anderen (beliebi­gen) Verb­paaren, die in dieser Form lei­der viel zu sel­ten ver­wen­det wer­den! Um das zu ändern, möchte ich euch das Wis­sen darüber unbe­d­ingt noch näher brin­gen, ehe mir langsam Ideen für Lek­tio­nen auf dieser Web­seite gän­zlich aus­ge­hen, hrh. :D
Denn ja, so langsam näh­ern wir uns dem Ende der Kern-Materie, die man über die Sprache ler­nen kann. ;/ Deswe­gen werde ich in diese Lek­tion noch weit­ere zusam­mengewür­felte, restliche Wis­senss­chnipsel ver­fracht­en.

Da diese Lek­tion eher ein Sam­mel­beck­en wird und dro­ht ziem­lich lang zu wer­den, hier eine kleine Link-Über­sicht der einzel­nen Seg­mente dieser Lek­tion:

Sequen­zielle Verb­paare | kop ver­sus nìteng ver­sus nìsung | ngian ver­sus tsal­sun­gay | Erlaub­nis (tung) | Swey­lu txo… | ran­gal & nìran­gal — (uner­füll­bare) Wün­sche
Poe­sie | Inter­jek­tio­nen — Aus­rufe | Eis­brech­er / Kon­ver­sa­tion­ss­chnipsel

(einiger­maßen sprachrel­e­vantes und semi-philosophis­ches, kul­turbe­zo­genes) The­o­rie-Gek­löp­pel:
Wer ist eigentlich diese "Eywa"?Die Seele (vit­ra), der Geist (tirea) und die Energie (syu­ra)Ani­miert (lebend, rusey) ver­sus una­n­imiert (nicht lebend, kerusey) + (spir­ituell) sehen (kame)Weit­er­gabe und Ver­mit­tlung von Wis­sen — Hive-(Unter)Bewusstsein?

 

 

Also. Sequen­zielle Verb­paare. Soll heißen, zwei Ver­ben, die in ein­er Sequenz direkt aufeinan­der fol­gen. Wenn man zwei Ver­ben direkt hin­tere­inan­der stellt, ohne ulte, , fte oder Modalver­bkon­struk­tio­nen, dann wird immer erst die Hand­lung des ersten Verbs ver­standen "und dann" die des zweit­en Verbs. Beispiele:

Za'u kaltxì si ko! Komm (her) und (dann) sag Hal­lo!

Weyn­fli­tit 'angt­sìkìl srolu' tspang. Wain­fleet wurde von einem Ham­merkopf zer­tram­pelt und (dann) getötet.

Oel tsngalit 'em yom. Ich koche das Fleisch und (dann) esse (es). / Ich koche und esse das Fleisch.

(Ngari) tokx 'ì'awn slu Na'viyä hapxì. (Dein) Kör­p­er bleibt zurück und wird (dann) Teil der Na'vi.

 

Ich denke es ist klar, dass die bei­den sequen­ziellen Ver­ben das gle­iche Subjekt/Objekt haben (bzw. oder intran­si­tiv sein) müssen, anson­sten müsste man wieder mit Kon­junk­tio­nen wie ulte etc. arbeit­en.

 

 

kop ver­sus nìteng ver­sus nìsung

Kop & nìteng — bei­de bedeuten "auch" und über­schnei­den sich in ihrer Bedeu­tung ein wenig, jedoch gibt es zwis­chen den bei­den klare Unter­schiede.

kop = auch, zusät­zlich, eben­falls;
nìteng = auch, eben­falls, gle­ich­falls, auf gle­iche Weise.

Und dann gibt es auch noch nìsung.
nìsung = außer­dem, fern­er, überdies, zusät­zlich.

Ich denke fol­gen­des Beispiel dürften die Unter­schiede bzw. die einzel­nen Anwen­dungs­ge­bi­ete deut­lich machen:

Ngane zaw­prrte' pamt­seo srak? Zaw­prrte' oene nìteng!
Kop sunu oeru fwa pamt­seo si.
Nìsung teya si oeru fwa weyn.

Dir gefällt Musik? Mir auch!
Auch gefällt es mir zu musizieren.
Außer­dem erfüllt es mich (mit Freude) zu zeich­nen.

 

 

ngian ver­sus tsal­sun­gay

Bei­de würde ich als Syn­onyme, bzw. wenig­stens als sin­nver­wandte Wörter beze­ich­nen. Ihre Bedeu­tun­gen über­schnei­den sich näm­lich sehr stark und die Unter­schiede zwis­chen ihnen kön­nte man höch­stens als feine Nuan­cen beze­ich­nen, die im Englis­chen deut­lich­er zu erken­nen sind als im Deutschen:

ngian = allerd­ings, jedoch, den­noch / how­ev­er;
tsal­sun­gay = allerd­ings, jedoch, den­noch, trotz­dem / nev­er­the­less, even so.

Man kann diese bei­den Wörter also frei miteinan­der tauschen, ohne dabei maßge­blich die Bedeu­tung zu verän­dern. Das einzige, was mir im Laufe der Zeit aufge­fall­en ist, ist, dass die Mehrheit der Ler­nen­den ngian vor­wiegend in Rich­tung des Satzan­fangs ver­wen­det und tsal­sun­gay eher Rich­tung Satzmitte bzw. Satzende, aber dazu gibt es keine offiziellen Hin­ter­gründe oder Regeln. Wollte ich nur ange­sprochen und ange­merkt haben xD

 

 

Erlaub­nis (tung)

Wenn man jeman­dem etwas erlaubt, gibt es auf Na'vi dafür eine mehr oder min­der fixe Art und Weise, wie man das aus­drück­en kann, näm­lich: tung futa
Generell kann tung auch ohne futa ver­wen­det wer­den (siehe Beispiele).

tung = erlauben, zulassen, lassen, ges­tat­ten, gewähren.

Beispiele (beachtet hier dabei den Dativ -ru in manchen Sätzen und dessen Auswirkung, lest dazu nochmal in Lek­tion 10 + 14 nach, falls nötig):

tung mit direk­tem Objekt, welch­es nicht futa ist:
Ke tung fkol tìwusemit fìt­seng. Man erlaubt Kämpfen hier nicht. Kämpfen ist hier nicht erlaubt.
Ke tung fkol tìs­luse­le fìk­il­van­mì. Man erlaubt das Schwim­men in diesem Fluss nicht. Das Schwim­men ist in diesem Fluss nicht ges­tat­tet.

tung mit futa:
Ke tung Na'vil futa tswìk kxener­it Mo'araka nìwotx.
Die Na'vi erlauben nicht, dass man in ganz Mo'ara (eine Zigarette) raucht. In ganz Mo'ara ist das Rauchen ver­boten.

Pol tol­ung futa oe kivä. Er hat erlaubt, dass ich gehe.
Pol tol­ung oeru futa kivä. Er hat mir erlaubt zu gehen.
Tung oer futa kivä! Erlaube mir zu gehen! Lass mich gehen!

Oel ngaru tung futa taron. Ich ges­tat­te es dir zu jagen.
Sa'nokìl tung 'eviru sneyä futa uvan sivi 'eylan­hu. Die Mut­ter erlaubt ihrem (eige­nen) Kind mit (seinem) Fre­und zu spie­len.

Ke tamung pol futa nan­tang skxir si 'iteru sneyä. Sie ließ  nicht zu, dass der Nan­tang ihre Tochter ver­let­zt.

 

 

Swey­lu txo…

 

 

ran­gal & nìran­gal — (uner­füll­bare) Wün­sche

 

 

Poe­sie

In der Poe­sie wer­den so ziem­lich alle gram­matikalis­chen Regeln ignori­ert. Na gut, nicht alle, aber doch sehr viele, zumin­d­est so ziem­lich alle, die die Wor­tord­nung betr­e­f­fen. Na'vi-Poesie ist sehr frei, so sehr sog­ar, dass selb­st Regeln wie "Adjek­tive oder a müssen direkt bei ihrem Sub­stan­tiv ste­hen" gebrochen wer­den. Nicht ein­mal der Top­i­cal muss in der Poe­sie am Satzan­fang ste­hen, son­dern kann dort auf­tauchen, wo er auf­tauchen will. Auch wer­den oft Wörter gekürzt oder ver­schwim­men ineinan­der, vor allem in gesprochener/gesungener Form.
Wenn ihr euch also mal so richtig aus­to­ben wollt, pro­biert euch doch mal an einem Gedicht oder Lied­text. :D

Hier ein paar offizielle Beispiele:

Auss­chnitt aus dem "Tree Song"
Utralä (a)Nawm / Ayri­na' l(u) ayo­eng / A peyä tìrol m(ì) awnga.
("Reg­uläre" Wor­tord­nung wäre z.B.: Ayri­na' l(u) ayo­eng / Naw­ma utralä / a peyä tìrol (lu) mì awnga.)

Auss­chnitt aus dem "Hunt­ing Song"
Livu win sì txur oe zene / Ha nì'aw / Pxan livu txo nì'aw oe ngari / Tsakrr nga Na'viru yomtìyìng.
("Reg­uläre" Wor­tord­nung wäre z.B.: Oe zene livu win sì txur / Ha nì'aw / Txo nì'aw ngari pxan livu oe / tsakrr nga Na'viru yomtìyìng.)

 

 

Inter­jek­tio­nen — Aus­rufe

Na'vi haben viele Aus­rufe (intj.), die sie je nach Sit­u­a­tion von sich geben. Viele haben wir auch im Film oder woan­ders gehört. Hier mal eine kleine Zusam­men­fas­sung:

Inter­jek­tion — tìleym Bedeu­tung / Anwen­dung — ral / tìsusar
Au! Aus­ruf von Betrof­fen­heit, Fas­sungslosigkeit, Bestürzung
Sau! Aus­ruf durch Anstren­gung
Wiya! Ey! Whoa!
Aus­ruf von War­nung oder Frus­tra­tion
Tsahey! Aus­ruf der War­nung oder Frus­tra­tion
Oìsss! zorniges, aufge­bracht­es Knur­ren / Fauchen
Rawke! Aus­ruf der War­nung, Alarm­schrei
Ìley! Kampf­schrei, Kriegss­chrei
Tewti! Wow! Hey!
Aus­ruf der Über­raschung, Fasz­i­na­tion, Begeis­terung
Saa! dro­hen­der Schrei
'ä' Huch! Ups!
ìì… Ähm…, nun…, hmm…
(Lück­en­füller, der einem Zeit zum Nach­denken ver­schafft)
li, slä… Ja schon, aber…; Nun, ja, ich denke schon, aber…
kolan… ich mein(t)e… (wird ver­wen­det, um eigene Aus­sagen zu kor­rigieren bzw. um sich selb­st zu verbessern)
sranke­he jein, mehr oder weniger
nang Aus­ruf der Über­raschung am Ende des Satzes (siehe Lek­tion 29)
Eltu si! Pass auf! Hör mit dem Blödsinn auf!
Nari si! Pass auf! Sei vor­sichtig!
Wou! Das ist aufre­gend! Das ist faszinierend!
(Achtung; wou ist ein Verb!)

 

 

 

Eis­brech­er — Kon­ver­sa­tion­ss­chnipsel

Falls ihr euch mal nicht sich­er sein soll­tet, wie ihr auf Na'vi das Eis brecht oder eine Kon­ver­sa­tion am Laufen hal­tet… hier ein paar nüt­zliche Phrasen, die ihr auch an ander­er Stelle auf dieser Web­site find­en kön­nt, aber die geballte Ladung ist vielle­icht über­sichtlich­er:

Phrase / Frage wörtliche Über­set­zung Bedeu­tung / Über­set­zung
Kaltxì! Gruß / Hal­lo Hal­lo! Grüße!
Kxì! Hey! Hi! Moin!
Trr/rewon lef­pom! Tag/Morgen friedlich­er! Guten Tag/Morgen!
Oel ngati kameie. Ich sehe dich spir­ituell. Ich sehe dich.
Ngaru lu fpom srak? Ist dir Wohl­sein ja/nein? Geht's dir gut? Wie geht's dir?
Srane, oeru lu fpom.
Kehe, ke lu fpom oeru.
Tam ke tam.
Ja, mir ist Wohl­sein.
Nein, mir ist nicht Wohl­sein.
Genügt, genügt nicht.
Ja, mir geht's gut.
Nein, mir geht's nicht gut.
Geht so, passt schon, so lala.
Ngaru tut? Und dir? Und (wie geht's) dir?
Ngafkeyk fyape? Du-Zus­tand wie? Wie geht's dir?
Tìfkey­tok fyape? Zustand/Situation wie? Wie ist die Lage? Was geht?
Pef­mawn?
Ngari pef­mawn?
Welche Neuigkeit?
Bzgl. du welche Neuigkeit?
Was gibt's neues?
Was gibt's neues bei dir?
Fyape (fko) syaw ngar? Wie ruft man zu dir? Wie nen­nt man dich? Wie heißt du?
Oeru (fko) syaw ___ Zu mir man ruft ___ Man nen­nt mich ___
Ich heiße ___
Ich bin ___
Ngari (solalew) polpx­aya zìsìt? Bzgl. du wie viele Jahre sind vor­angeschrit­ten? Wie alt bist du?
Oeri solalew zìsìt a___ Bzgl. ich vor­angeschrit­ten ___ Jahre. Ich bin ___ Jahre alt.
Nga za'u ftu peseng? Du kommst von welchem Ort? Woher kommst du?
Oe za'u ftu ___ (natkenong Toit­slan) Ich komme von ___ Ich komme aus ___ (z.B. Deutsch­land)
Oe kelku si mì ___ Ich wohne in ___ Ich wohne in ___
Smon nìprrte' (nìteng). (Auch) ken­nen lernen/bekannt sein mit Freude. Freut mich (auch), dich ken­nen zu ler­nen.
Zola'u nìprrte'. (Her)gekommen sein mit Freude. Her­zlich Willkom­men.
Kempe/pehem si nga? Welche Hand­lung machst du? Was machst du?
Tìk'ìnìri kempe si nga? Bzgl. Freizeit was machst du? Was machst du so in dein­er Freizeit?
Ngari paysä­sulìn? Bzgl. du welche Hob­bies? Welche Hob­bies hast du?
Was sind deine Hob­bies?
Ngari petìntin/txìntinpe? Bzgl. du welch­er Beruf? Was machst du beru­flich?
Was ist dein Job?
Nga läpivawk nì'it nì'ul ko. Du über dich selb­st reden etwas mehr wie wär's?! Wie wär's, wenn du ein wenig mehr von dir erzählen würdest?
Erzähl doch ein wenig mehr von dir selb­st.
Nga läpivawkno ko. Du über dich selb­st reden detail­liert wie wär's?! Erzähl mir alles von dir selb­st.
Ich möchte alles über dich wis­sen.
 
(Oe) ke tslo­lam.
(Oe) tslo­lam.
Ich nicht habe ver­standen.
Ich habe ver­standen.
Ich habe nicht ver­standen.
Ich habe ver­standen.
Rutxe l(iv)eyn.
Rutxe liveyn nìk'ong nì'ul.
Bitte wieder­holen.
Bitte wieder­hole langsam mehr.
Bitte wieder­hole das.
Bitte nochmal, (etwas) langsamer.
Oeru lu tìpawm. Mir ist eine Frage. Ich habe eine Frage.
Lì'uri alu ___ ral (nìNa'vi/nìToitsye/nì'ìnglìsì) slu peu/'upe? Was das Wort ange­ht welch­es ist ___ Bedeu­tung (auf Na'vi/Deutsch/Englisch) wird was? Was bedeutet das Wort ___ auf Na'vi/Deutsch/Englisch?
___(ì)ri per­al? Bzgl. ___ welche Bedeu­tung? Was bedeutet ___?
Was heißt ___?
Tsalì'uri (fko) pam­rel si fyape? Bzgl. jenes Wort schreibt (man) wie? Wie schreibt man das?
Pefya/fyape nga fpìl? Wie denkst du? Was denkst du?
Was meinst du?
(Oe) (ke) mllte Ich (nicht) zus­tim­men Ich stimme (nicht) zu
Ngaru tìyawr Dir (ist) Richtigkeit Du hast Recht
Ngaru tìkx­ey Dir (ist) Falschheit Du hast Unrecht
Rutxe. Bitte Bitte.
Irayo. Danke Danke.
Nìprrte' mit Freuden Gerne doch. Kein The­ma. Gern geschehen.
Oeru meuia Ehre zu mir Ist mir eine Ehre. Gern geschehen.
Kea tìkin keine Notwendigkeit Nichts zu danken! Gern geschehen.
Pum ngeyä Dank dein Der Dank gebührt dir. Ich sollte dir danken, nicht du mir.
Hay­a­lo oeta näch­stes Mal von mir Gern geschehen. Ich werde mich revanchieren (sodass ich dir das näch­ste Mal danken werde)
Seysonìlt­san Gut vol­len­det haben Gut gemacht!
Soleia! der Her­aus­forderung gestellt haben :) Du hast's geschafft! Yay! Gut gemacht!
Tstun­wi rück­sichtsvoll / nett Danke (Antwort auf Kom­pli­ment, das Kom­pli­ment annehmend)
Ke pxan. nicht würdig Danke (Antwort auf Kom­pli­ment, das Kom­pli­ment fre­undlich zurück­weisend)
Ngaru tsulfä dir Meis­ter­lichkeit Danke, doch du bist der Meis­ter, nicht ich (Antwort auf Kom­pli­ment, das Kom­pli­ment demütig zurück­gebend).
Ngaytxoa ehrliche Verzei­hung Entschuldigung…
Verzei­hung…
Hìtxoa kleine Verzei­hung 'Tschuldige…
Sor­ry…
Oeru txoa livu. Mir sei Verge­bung. Es tut mir Leid. Ich bitte um Verzei­hung.
(Ngari) txe'lan mawey (livu) Bzgl. du Herz möge ruhig sein Mach dir keinen Kopf. Kein Prob­lem. Alles in Ord­nung.
Fraw­zo Alles funk­tion­iert wie es soll Alles gut. Kein Prob­lem. Passt schon. Alles ok.
Tam.
Tsun tivam.
genügt
kann genü­gen
Ok
Das passt so. Passt scho'.
Etrì­pa syayvi! glück­lich­er Zufall! Viel Glück! Toi, toi, toi!
Seykx­el sì nitram stark und glück­lich Her­zlichen Glück­wun­sch!
Ftx­ozäri ayl­r­rtok (ngaru)! Bzgl. Feier­lichkeit Lächeln (zu dir)! Her­zlichen Glück­wun­sch zum Geburt­stag!
Sasya! sich der Her­aus­forderung stellen wer­den Ich schaff das! Ich pack das! Ich werde mich der Her­aus­forderung stellen!
Siva ko! Lasst uns uns der Her­aus­forderung stellen Lasst es uns ange­hen! Los geht's!
(Tsari) sref­er­eiey nìprrte' (Bzgl. jene Sache) mit Freude erwarten (Darauf) freue ich mich
Ich kann (das) kaum erwarten
To tìt­seri im Ver­gle­ich zu Wahrnehmung / Beobach­tung anders als erwartet
ent­ge­gen der Erwartung
ent­ge­gen der Ver­mu­tung
… als man denkt
Oe zene hivum. Ich muss verlassen/weggehen. Ich muss gehen.
Kìye­vame bald spir­ituell sehen wer­den Auf Wieder­se­hen! Bis bald!
Hay­alo­vay Bis zum näch­sten Mal Bis zum näch­sten Mal
Bis neulich
Eywa ngahu Eywa mit dir Möge Eywa mit dir sein
Eywa mit dir
Mak­to zong Reite unversehrt Gute Reise! Pass auf dich auf!
Txon lef­pom Nacht friedliche Gute Nacht!

 

 

 

(einiger­maßen sprachrel­e­vantes und semi-philosophis­ches, kul­turbe­zo­genes) The­o­rie-Gek­löp­pel

Hier möchte ich noch ein paar mein­er Gedanken und The­o­rien loswer­den. Eure müssen damit nicht übere­in­stim­men, kezem­plltxe, jedoch bin ich für Diskus­sio­nen immer offen! Ihr seid also her­zlich dazu ein­ge­laden, eure Gedanken und The­o­rien dazu hier in die Kom­men­tar-Sek­tion weit­er unten zu pack­en. :D
All die hier eingestreuten Infos und Behaup­tun­gen sind übri­gens nicht an den Haaren her­beige­zo­gen, son­dern basieren auf offiziellen Infos. Wenn ihr selb­st genug recher­chiert (Pan­do­ra­pe­dia, ASG etc.) wird euch das klar wer­den. Lediglich die Analy­sen und Inter­pre­ta­tio­nen dieser Infos sind sehr sub­jek­tiv.

 

 

Wer ist eigentlich diese "Eywa"?

"Du fragst, wer Eywa ist?! … Ach, nur ihre Got­theit,
beste­hend aus allen leben­den Din­gen,
alles was sie wis­sen, aber das wüsstest du,
wenn du auch nur ein Buch über sie gele­sen hättest!"

Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, ob die deutsche Ver­sion des Films den fettge­druck­ten Teil über­haupt in das Zitat gepackt hat, denn ich habe die deutsche Syn­chro genau nur ein­mal geschaut. Auf der englis­chen Orig­inal­ton­spur ist dieser Teil aber mit drin, ich zitiere: "Who's Eywa?! Only their deity, made up of all liv­ing things. Every­thing they know! You'd know this if you had any train­ing what­so­ev­er."

Wer sich die gelöscht­en Szenen des Films auf der Extend­ed Edi­tion ange­se­hen hat, hat auch einen Blick auf Eywa wer­fen kön­nen. Kein Scherz. Na ja, gut, zumin­d­est aber Jakes Vision von Eywa während sein­er Traum­jagd-Zer­e­monie. Falls ihr diese Szene noch nicht gese­hen habt — tut es, es lohnt sich und erk­lärt sooo viel.
Dort sieht man während sein­er Traum­jagd nicht nur abge­spacete Licht­fä­den, die alle Lebe­we­sen miteinan­der verbinden und die Lebe­we­sen auszu­machen scheinen, son­dern auch das Licht­bün­del, in dem all diese Licht­fä­den zu mün­den scheinen. Und genau dieses Licht- bzw. Energiezen­trum ist Eywa — die Verbindung und Summe aller Energien leben­der Wesen auf Pan­do­ra.

Aber auch die der­jeni­gen, die ein­mal gelebt haben. Denn ja, Eywa scheint auch ver­meintlich die See­len von Ver­stor­be­nen in sich zu "spe­ich­ern" — auch wenn ich das stark bezwei­fle. Lasst mich erk­lären.
Als Jake nach sein­er Traum­jagdz­er­e­monie und vor sein­er… "Ver­paarung" mit Neytiri zusam­men mit ihr zwis­chen den Bäu­men der Stim­men flaniert und sich schließlich mit einem davon verbindet, hört er Gelächter, Gesänge, Stim­menge­murmel. Sind das nun See­len von ver­stor­be­nen Gen­er­a­tio­nen?
Ich denke: nein. Ich denke, dass dies Echos von dem sind, was andere Na'vi (egal ob noch lebendig oder bere­its ver­stor­ben) in physikalis­ch­er und neu­ronaler Verbindung zu Eywa dort (bewusst oder unbe­wusst) "gespe­ichert" bzw. "hochge­laden" haben.
Erin­nerun­gen, Echos von dem, was in diesem Moment in den mit Eywa ver­bun­de­nen Na'vi vorg­ing. Echos von Gebeten, Erin­nerun­gen an schöne Tage, Erin­nerun­gen an trau­rige Ereignisse, Zer­e­monien, teil­weise vielle­icht Erin­nerun­gen ganz­er Leben. Aber keine See­len.

Nun kön­nte man darüber debat­tieren, ob die Erin­nerun­gen und das Erlebte die Seele an und für sich bere­its aus­re­ichend definieren oder nicht bzw. was eine Seele nun genau definiert. Die Frage nach­dem, was eine Seele eigentlich ist, kann und will ich nicht beant­worten — dahin will ich also eigentlich gar nicht abdriften. Das hier wird schon "driftig" genug, hrh. Jedem ste­ht es frei Seele so zu definieren, wie er es mag. Ich kann es nicht. Zumin­d­est nicht voll­ständig. Wenn ich es ver­suchen sollte, würde ich sagen, dass die Seele für mich eher nicht die klas­sis­che, "kitschige" Vorstel­lung des Kern des eige­nen Seins ist, los­gelöst von allem Organ­is­chen, vom Hirn, vom Kör­p­er. Für mich per­sön­lich ist Sitz der Seele das Hirn, unsere Neu­ro­nen und die Summe dessen, was durch sie hin­durch fließt. Sehr, sehr kurz gesagt und sehr biol­o­gisch, physisch, vielle­icht psy­cho­so­ma­tisch? Heh. Zurück zum The­ma…

Jede Emo­tion, jed­er Gedanke ist ein elek­tro­n­is­ch­er Impuls, eine kleine Menge Strom, die in unseren Hir­nen durch unsere Neu­ro­nen und Synapsen fließt. Und ich denke, dass mith­il­fe eines tswìn die Na'vi genau diese Energie in Eywa überge­hen lassen kön­nen — ob bewusst oder unbe­wusst. (Ich gehe eher von unbe­wusst aus.)

Und let­ztlich ist Eywa eben die Summe all dieser Energie.

Und diese Energie ist für die Na'vi und alles andere Leben auf Pan­do­ra von exis­ten­zieller Bedeu­tung (fast schon eine Art Sym­biose oder Energie-Feed­backschleife).
"She says that all ener­gy is only bor­rowed… and that one day you have to give it back." — "Sie sagt, alle Energie sei nur geliehen und eines Tages müssen wir sie zurück­geben."

Wenn man sich den Film nochmal etwas aufmerk­samer anschaut, vor allem die Szene in der Jake von Tsu'tey und sein­er Jagdgruppe gefan­gen genom­men wird, wird man fest­stellen, dass den Na'vi ihre Verbindung zu Eywa sog­ar wichtiger ist als ihr eigenes Leben bzw. die Angst vor dem Tod. Der Jäger, der Jake näm­lich im Schlepp­tau hat, legt die Klinge seines Dolch­es nicht etwa dro­hend an Jakes Kehle, son­dern an seinen tswìn — sein Zopf, der ihm die neu­rale Verbindung zu Eywa erlaubt. Daraus ziehe zumin­d­est ich den Schluss, dass sobald ein Na'vi seinen tswìn ver­liert (oder er ihm als Strafe abge­tren­nt wird), er sein Leben qua­si ver­wirkt hat. Dass der Lebenssinn ver­wirkt ist. Ein Leben ohne tswìn, ohne Verbindungsmöglichkeit zu Eywa ist kein (lebenswertes) Leben für einen Na'vi.

Inter­es­sant ist auch, dass James Cameron in ein­er der ursprünglicheren Script-Fas­sun­gen von Avatar (damals noch Project 880 genan­nt) eigentlich vorhat­te, dass Tsu'teys tswìn während seines Kampfes gegen die Him­mels­men­schen durchtren­nt wird und er dadurch "nicht mehr in der Lage ist das Volk/die Na'vi zu führen", weswe­gen Jake ihn erlösen und an sein­er statt Olo'eyktan wer­den soll. James Cameron entsch­ied sich aber wohl dage­gen, wohl um etwas zartbe­saitetere Gemüter nicht zu ver­schreck­en.
Nicht mehr dazu in der Lage, das Volk/die Na'vi zu führen. Ohne direk­te Verbindung zu Eywa ist auch dies nicht möglich und ich ver­mute, dass wenn ein Na'vi das Durchtren­nen seines Zopfes über­lebt (trotz neu­ronalem Schock und Blutver­lust, geschweige denn Infek­tion­s­ge­fahr und dro­hen­der Hirn­hau­t­entzün­dung) er dazu ver­dammt ist, früher oder später dem Wahnsinn zu ver­fall­en.

Ein Leben ohne Eywa ist unmöglich.

 

Aber was, wenn das Leben endet? Was passiert mit den See­len von Ver­stor­be­nen? Die Tat­sache, dass ich nicht an eine Seele im klas­sis­chen Sinne glaube (und ich ver­mute JC wahrschein­lich auch nicht) bei­seite; gehen wir mal davon aus, dass das (Film-)Universum Pan­do­ras davon aus­ge­ht, dass es so etwas wie eine Seele, die zwis­chen dem Hier & Jet­zt und Eywa wan­deln kann, tat­säch­lich gibt. Einiges spricht ja dafür. Allein das let­zte Zitat von Neytiri weit­er oben über "aus­geliehene Energie". Wenn man stirbt, muss man diese an Eywa zurück­geben. Geht die Seele im Moment des Todes auf/in Eywa über? Verbinden sich Pflanzen­wurzel­n/-fasern von sich aus mit neu­ronalen Verbindun­gen des toten Kör­pers und nehmen dessen spir­ituelle Essenz in sich auf? Wir wis­sen es nicht.
Oder ist damit nur gemeint, dass die Bio­masse des ver­stor­be­nen Kör­pers als Nahrung für die Pflanzen und Krea­turen Pan­do­ras dient und somit als "Brennstoff" bzw. Energiequelle? Kann sein, muss aber nicht — denn was ist mit der Zer­e­monie, die bei Grace scheit­ert, bei Jake aber glückt; das erfol­gre­iche Passieren des "Auge Eywas"?

"The Great Moth­er may choose to save all that she is… in this body. (…) She must pass through the Eye of Eywa and return." — "Die Große Mut­ter mag entschei­den alles was sie ist zu ret­ten… in diesem Kör­p­er. (…) Sie muss durch das Auge Eywas gehen und zurück­kehren."

Grace war auf­grund ihrer Wun­den dafür schon mal zu schwach, weswe­gen die Zer­e­monie (oder sollte ich eher Ret­tungsver­such sagen?) gescheit­ert ist. Was für mich bedeutet, dass man ein gewiss­es Maß an kör­per­lich­er und men­taler Unversehrtheit und Stärke benötigt, um den Weg durch das Auge Eywas auch wirk­lich schaf­fen zu kön­nen. Bei Jake ist es ja geglückt, wohl, weil er entsprechend entschlossen, gefes­tigt und unversehrt war.

Durch das Auge Eywas gehen und zurück­kehren… Ich inter­pretiere dies so, dass man qua­si wil­lentlich die Essenz des eige­nen Seins, also die Summe allen Bewusst­seins, Erin­nerun­gen, Eigen­schaften etc., unversehrt und voll­ständig in dem Wirrwarr aus pur­er Energie ziel­gerichtet zu seinem Ziel führt. Das stell ich mir als enorme men­tale und spir­ituelle Leis­tung vor.
Wobei man nicht die Tat­sache ignori­eren darf, dass so ziem­lich der ganze Clan aktiv an der Zer­e­monie beteiligt war; die Mehrheit der Na'vi waren eben­falls mit dem Baum der See­len und damit auch mit Eywa ver­bun­den — nur warum? Vielle­icht um den­jeni­gen, der durch das Auge gehen und zurück­kehren muss, zu führen, oder zu stärken, oder… vielle­icht als eine Art "Cloud Com­put­ing"?!

Aber kön­nen auch jene, die im Ster­ben liegen, aktiv ihren Weg durch das Auge Eywas find­en? Grace kon­nte es nicht, aber sie war ja auch kein Na'vi. Na gut, Ster­bende müssen nicht in einen neuen Kör­p­er überge­hen, sie müssen ein­fach nur ihren Weg zu Eywa find­en — falls Eywa tat­säch­lich voll­ständi­ge See­len "spe­ichert".
Oder kön­nen Na'vi die Essenz Ster­ben­der in den Kör­p­er ander­er, leben­der, gesun­der Na'vi über­tra­gen? Ein Kör­p­er mit mehreren See­len? Kan­nten die Na'vi bere­its vor Grace diese Art von Zer­e­monie? Oder hat erst Grace Mo'at dazu gebracht diese Zer­e­monie aus dem Ste­greif zu "entwick­eln"? So wirk­te das auf jeden Fall nicht auf mich, denn Mo'at schien mit dieser Art von Zer­e­monie ziem­lich ver­traut — und der Rest des Clans, der aktiv an der Zer­e­monie beteiligt war, wirk­te nun auch nicht unbe­d­ingt so, als hätte man ihn erst instru­ieren müssen.

"I'm with her Jake. She's real." — "Ich bin bei ihr, Jake. Sie ist real."
"She is with Eywa now." — "Sie ist nun bei Eywa."

Ist sie das wirk­lich? Ich kann es wed­er bele­gen noch wider­legen. Wir brauchen ein­fach mehr Infor­ma­tio­nen. Jeden­falls glauben die Na'vi offen­sichtlich daran, dass die vit­ra bzw. syu­ra eines Indi­vidu­ums nach dem Tod in Eywa geht und sog­ar wiederge­boren wird bzw. wieder aus Eywa her­aus in die greif­bare Umwelt überge­ht. Und unsere blauen Lieblinge müssen es ja wis­sen. ;)

 

 

Die Seele (vit­ra), der Geist (tirea) und die Energie (syu­ra)

Nein, die Na'vi sind keine baumkuschel­nden Hip­pies, zumin­d­est nicht nur. Sie sind auch erbar­mungslose Krieger und geschick­te Jäger — aber den­noch ist ihnen Spir­i­tu­al­ität, ihre Verbindung zu der Welt um sie herum und das Leben in Har­monie mit sel­biger (meoau­ni­aea) extrem wichtig. Das dürfte, denke ich, jed­er mit­bekom­men haben, der zumin­d­est den ersten Film einiger­maßen aufmerk­sam ver­fol­gt hat. Und ich denke wir kön­nten tat­säch­lich eine Menge von ihnen ler­nen. Jeden­falls…

Nicht nur ihre Verbindung zu Eywa ist den Na'vi extrem wichtig, son­dern auch die Seele. Von­vä', Stinkseele, ist die schlimm­ste Belei­di­gung, die man einem Na'vi an den Kopf wer­fen kann. Doch wo liegen die Unter­schiede zwis­chen vit­ra, tirea und syu­ra?

Neytiri (nicht die aus dem Film, aber ein hochgeschätztes und langjähriges Mit­glied unser­er Com­mu­ni­ty, die auch schon mehrfach auf Na'viteri für Karyu Pawl Beispiel­sätze und ein wun­der­schönes Gedicht geschrieben und einge­sprochen hat) hat dazu mal einen hochin­ter­es­san­ten Kom­men­tar zu einem Blog­post ver­fasst, in dem es um eben genau diese Dif­feren­zierung ging. Ich bin mal so frei und über­set­ze ihren Text aus dem Englis­chen ins Deutsche, denn ich stimme zu fast 100% mit ihr übere­in (außer den See­len-spe­ich­ern-Teil, s.o.):

"Eine vit­ra ist der wahre spir­ituelle Kern ein­er Per­son. Es ist eine Kom­bi­na­tion aus Per­sön­lichkeit, Erin­nerun­gen und Energie. Ich glaube das einzige Mal, wo es erwäh­nt wird, ist am Baum der See­len und daher schwingt für mich da eine enorme Bedeu­tung, Größe und Beson­der­heit des Wortes mit. Es ist sel­tener als tirea. Es kön­nte zer­e­monieller und archais­ch­er sein. Die vit­ra ist der Teil ein­er Per­son, den du am Baum der Stimmen/Seelen "hörst", denn Eywa "spe­ichert" See­len.

Ein tirea ist der spir­ituelle oder ener­getis­che "Kör­p­er" ein­er Per­son ("tokx *lesyu­ra"). Er ist struk­turi­erte und organ­isierte syu­ra. Tirea kann in einem weit­eren Sinne angewen­det wer­den, aber vit­ra und tirea kön­nen oft­mals anstelle voneinan­der ver­wen­det wer­den. (…)
Wir sehen "tirea" drei Mal vorkom­men in Avatar, jedes Mal während Gebeten, in denen darum gebeten wird, dass jeman­des Geist mit Leichtigkeit durch Eywa wan­deln möge.
- Hu naw­ma sa'nok tivul ngeyä tirea.
- Ngari hu Eywa salew tirea, tokx 'ì'awn slu Na'viyä hapxì.
- Pori tireati munge mì nga, ulte tìng ayoer nì'eyng hu ngeyä ya.

Atoki­ri­na' wer­den auch "Geister/Seelen" Eywas genan­nt — kleine Ein­heit­en von organ­isiert­er, intel­li­gen­ter syu­ra. Jake nen­nt Eywa außer­dem Sa'nok Tirea (nicht ganz kor­rek­tes Na'vi, oder doch ein kor­rek­ter Titel für sie?) als er Tsu'tey ein gutes "Hinüberkom­men" wün­scht (nach­dem er ihn erlöst hat — Anm. v. EU) und sie ist die am meis­ten organ­isierte und struk­turi­erte Ansamm­lung von syu­ra, die es über­haupt gibt.

Eine gute Art über die Unter­schei­dung zwis­chen vit­ra und tirea nachzu­denken ist fol­gende: Eine vit­ra ist für einen tirea was ein txe'lan für einen tokx ist. Die Seele ist das Herz (der Kern) eines Geistes. Aber, wie bere­its gesagt, kön­nen sie oft anstelle voneinan­der ver­wen­det wer­den. Txe'lan und ran kön­nen sich manch­mal auch mit vit­ra und tirea über­schnei­den, aber ihnen fehlt der spir­ituelle Aspekt — und was txe'lan ange­ht, so ist die sekundäre Bedeu­tung eine metapho­rische, während die primäre "ein Organ, welch­es Blut pumpt" ist.

Also lässt sich abschließend sagen: Ich denke, dass es nor­maler­weise auf die Vor­lieben des Sprechen­den ankommt (…), aber es gibt einen feinen Unter­schied, der vit­ra tief­greifend­er und spez­i­fis­ch­er macht und/oder zer­e­moniell — und daher nicht so geläu­fig wie tirea. Für mich ist die vit­ra der tiefge­hend­ste Teil des tirea eines Indi­vidu­ums."

 

 

Ani­miert (lebend, rusey) ver­sus una­n­imiert (nicht lebend, kerusey) + (spir­ituell) sehen (kame)

Jut, da wir nun über Seele und Geist gesprochen haben, reden wir mal darüber. Nein, damit sind keine Ani­ma­tions­filme o.ä. gemeint, son­dern ob ein Lebe­we­sen oder Objekt ani­miert ist (also eine Seele hat bzw. als leben­des Wesen betra­chtet wird) oder nicht. Die Na'vi machen da näm­lich rel­a­tiv genaue Unter­schiede und ver­wen­den entsprechend Pronomen (po) oder 'u.

Nun gehen manche Reli­gion­s­ge­mein­schaften so weit sog­ar Steine als ani­miert zu beze­ich­nen, doch bezwei­fle ich, dass die Na'vi das ähn­lich hand­haben;
dazu ein Zitat von Tsu'tey aus dem ersten Film (Reit­stunde; Jake fällt vom Pa'li, Tsu'tey lacht ihn aus und sagt zu Neytiri):
Ke'uri fìke­tu­wong ke nayume. Nì'ul kame tskxe! Poru tìng nari!
Dieser Außerirdis­che wird nichts ler­nen. Sog­ar ein Stein sieht mehr! Sieh ihn dir nur an!

Für mich sagt dieses Zitat mehr aus nur deut­lich aus, dass Steine und andere Objek­te dieser Art in den Augen eines Na'vi defin­i­tiv nicht ani­miert sind, denn Tsu'teys Aus­sage, dass sog­ar ein Stein mehr (spir­ituell) sehen würde als Jake, drückt über­spitzt und scharf aus, wie wenig Jake eben sehen und ver­ste­hen kann. Steine sind also schon mal nicht ani­miert. Davon aus­ge­hend würde ich gle­ich­es auch für Erd­bo­den, Berge und der­gle­ichen behaupten. Aber wie sieht's mit anderen Din­gen aus?

Pflanzen — ani­miert oder una­n­imiert? Schw­er zu sagen. Wir wis­sen, dass es Pflanzen auf Pan­do­ra gibt, darunter auch fleis­chfressende Arten, die teil­weise mehr ani­malisch wirken als pflan­zlich. Wür­den Na'vi diese als ani­miert betra­cht­en? Ich würde auf "ja" wet­ten. Ob sie das aber auch bei rel­a­tiv "leblosem" Gras genau so sehen… keine Ahnung — da bin ich über­fragt. Es gibt ein­fach noch so vieles, was wir nicht wis­sen… ._.

Mein­er Mei­n­ung nach sind Tiere in den Augen eines Na'vi defin­i­tiv ani­miert. Und vieles im Film und aus anderen offiziellen Quellen spricht dafür — schon allein das Gebet nach dem Erlegen eines Tieres, indem Tieren zumin­d­est ein Geist zuge­sprochen wird und die Tiere als Bruder/Schwester beze­ich­net wer­den. Und so habe ich bis­lang auch immer die Sprache ver­wen­det und von anderen angewen­det gese­hen; auf Tiere wird mit po etc. Bezug genom­men, nicht mit 'u.

 

Aber kön­nen z.B. Tiere auch spir­ituell sehen? Kame… spir­ituell sehen, die Essenz des Seins seines Gegenübers (und vielle­icht sog­ar ganz Pan­do­ras) erken­nen, begreifen, ver­ste­hen, anerken­nen und umar­men. Hm. Schwierig. Obwohl… wer weiß? Vielle­icht sind Tiere (egal ob die Pan­do­ras oder der Erde) dazu noch eher in der Lage als wir saw­tute. Vielle­icht kon­nten wir es mal und haben es nur ver­lernt. Vielle­icht kön­nen wir es wieder erler­nen. Doch unsere derzeit­i­gen Hand­lun­gen als Spezies im All­ge­meinen sprechen eher dage­gen, nìkeftxo.

"No one can teach you to see." — "Nie­mand kann dir beib­rin­gen zu sehen." — "Kaw­tu ke tsun kivar ngaru fya'ot a kame."

Dass die Na'vi dies kön­nen (kame) und es sog­ar essen­tieller Teil und Kern ihrer Exis­tenz ist, dürfte klar sein und benötigt, denke ich, keine weit­eren Worte.

When you see noth­ing… you will see every­thing.

 

 

Weit­er­gabe und Ver­mit­tlung von Wis­sen — Hive-(Unter)Bewusstsein?

Schaut euch nochmal das Zitat von oben genauer an, also… "Du fragst, wer Eywa ist?! … Ach, nur ihre Got­theit, beste­hend aus allen leben­den Din­gen, alles was sie wis­sen, aber das wüsstest du, wenn du auch nur ein Buch über sie gele­sen hättest!" Jup, jet­zt geht es um den hier fettge­druck­ten Teil.

Na'vi haben keine Schrift. Texte schreiben und Büch­er druck­en ist also nicht drin, damit kom­mende Gen­er­a­tio­nen das Wis­sen vor­ange­gan­gener in sich aufnehmen kön­nen. Na'vi (die Sprache) ist rein ver­bal. Wie geben sie also Wis­sen weit­er?
Ähn­lich aber den­noch anders als unsere eige­nen Vor­fahren, bevor der Men­sch Schrift und Buch­druck erfun­den hat, würde ich ver­muten.

Wir wis­sen, dass Na'vi (gesproch­ene und vor allem gesun­gene) Gedichte und Geschicht­en nicht nur lieben, sie sind für sie von essen­tieller Wichtigkeit und ein­er der Hauptpfeil­er ihrer Kul­tur. Gesänge und Lieder sind Herzstück des Zusam­men­lebens und ihrer Iden­tität, ihres Erin­nerns, per­sön­lich sowie als Spezies. Diese Gedichte und Lieder wer­den ziem­lich sich­er von Gen­er­a­tion zu Gen­er­a­tion weit­ergegeben.
"… seit der Zeit der ersten Lieder…" — was vor dieser Zeit war, wis­sen ver­mut­lich nicht ein­mal mehr die Na'vi. Ver­lorene Erin­nerun­gen, ver­lorenes Wis­sen — aber vielle­icht doch noch vorhan­den in Eywas unendlichem Meer aus Energie. Klar ist aber, dass die Na'vi sich durch Wort und Gesang ~18 000 Jahre zurück­erin­nern kön­nen (laut Pan­do­ra­pe­dia).

Die Wichtigkeit von Liedern, Gedicht­en und Erzäh­lun­gen spiegelt sich auch darin wieder, dass jed­er Na'vi eine per­sön­liche Per­len­kette besitzt und sie je nach Erleb­nis­sen und gemacht­en Erfahrun­gen ver­längert bzw. erweit­ert. Habt ihr euch noch nie gefragt, warum Neytiri so eine lange Per­len­schnur an ihrem Lenden­schurz baumeln hat? Genau davon ist die Rede. Diese Kette wird waytelem genan­nt und ist qua­si eine Gedächt­nis­stütze für Geschicht­en­erzäh­lung bzw. ein Instru­ment, um sich an Geschehenes zu erin­nern und dies möglichst akku­rat durch Lied und Sprache wiederzugeben. Es gibt auch all­ge­meinere Exem­plare dieser waytelem, die sich auf all­ge­meine Geschehnisse z.B. sozialer, kul­tureller oder astronomis­ch­er Natur beziehen. Die einzel­nen Perlen, Knochen­stücke, Pflanzen­teile etc. an dieser Kette ste­hen für einzelne Geschehnisse oder Momente und kön­nen so der Rei­he nach wieder und weit­er erzählt wer­den, qua­si ähn­lich wie eine irdis­che Gebets­kette. Eine Art und Weise, die His­to­rie Pan­do­ras und der Na'vi zu doku­men­tieren und für die Zukun­ft zu erhal­ten. Auch die Kun­st der Weberei wird für das Erhal­ten und Weit­ergeben von His­to­rie genutzt.

Auch wis­sen wir, dass Na'vi anscheinend ein glob­ales Gedächt­nis zu haben scheinen bzw. Wis­sen glob­al via Eywa weit­ergeben kön­nen (jedoch bezwei­fle ich, dass dies bewusst bee­in­flusst bzw. ges­teuert wer­den kann). Erin­nerun­gen an Geschehnisse oder Emo­tio­nen etc. wer­den in Eywa gespe­ichert — und andere Na'vi haben, sofern sie mit Eywa ver­bun­den sind, darauf (m.M.n. unwillkür­lichen) Zugriff. Dies würde auch erk­lären, warum alle Na'vi auf Pan­do­ra eben Na'vi sprechen und nicht etwa noch zwei oder zehn andere, eigen­ständi­ge Sprachen — oder warum es keine nen­nenswerten Dialek­te zu geben scheint. Aber ein Hive-Bewusst­sein würde ich es nur bed­ingt nen­nen, höch­stens unter­schwellig bzw. unbe­wusst. Zumin­d­est anhand der Infos, die uns derzeit zur Ver­fü­gung ste­hen (anno 2018).

 

 

… wird ggf. noch erweit­ert… :P

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