Lektion 27: Farben, Tageszeiten/Zeit, Wetter

Far­ben, Tageszeit­en und das Wet­ter… wie passt das zusam­men? :P Tut's nicht wirk­lich (außer, dass am Tag der Him­mel blau und abends eher rötlich ist und der Him­mel eben ver­schiedene Wet­ter­si­t­u­a­tio­nen aufweist xD), aber ich wollte diesen drei The­menge­bi­eten nicht ihre jew­eils eigene Seite zugeste­hen. Also pferche ich sie ein­fach mal hier zusam­men! :D

 

 

Die Farbe — 'opin

Tìlu hat­te sich mal die Mühe gemacht, jene wun­der­volle Farb-Über­sicht anzufer­ti­gen (also warum euch nicht daran teil­haben lassen? ;D):

© Tìlu

Ganz augen­schein­lich kom­men die Na'vi mit weniger Farbbe­grif­f­en aus als so manch­er Erdling oder Kün­stler. Das bedeutet aber nicht, dass sie trotz far­büber­greifend­en Begrif­f­en wie tun oder ean nicht zwis­chen blau und grün unter­schei­den kön­nen :)

Muss man oben­ste­hende Farb­skala noch weit­er erläutern? Ich denke, sie ist ziem­lich selb­sterk­lärend, kefyak? :P
Wie man jeden­falls sehen kann, gibt es diverse Adjek­tive wie teyr, vawm oder 'om und ihre entsprechen­den Sub­stan­tive, also z.B. teyr­pin, vawmpin oder 'ompin. Hier wur­den die einzel­nen Adjek­tive ein­fach mit dem Wort für Farbe, 'opin, zu neuen, farb­spez­i­fis­chen Sub­stan­tiv­en zusam­menge­zo­gen (die Farbe Gelb, die Farbe Schwarz etc.).
Die Adjek­tive ver­hal­ten sich wie gewohnt; eana unil, lay­ona yayo, rima tsawke.

Da ean und tun in ihrer Bedeu­tung ziem­lich bre­it gefächert sind (sie beziehen sich auf alle Far­ben zwis­chen grün und blau bzw. zwis­chen rot und orange), haben wir noch weit­ere Begriffe, die etwas genauer sind; rey­pay­tun für (blut)rot, txep­tun für (feuer)orange, rìkean für (blatt)grün und ta'lengean für (haut)blau.

 

 

Und was ist mit allen anderen Farb­nu­an­cen, die dadurch nicht abgedeckt wer­den? Na zum Glück kann man auch eigene Farb­wörter bilden, und zwar nach fol­gen­dem Schema:

nikre akl­l­vawm-na-rìn / rìnna-kll­vaw­ma nikredas (holz)braune Haar
menari arim-na-tsawke / tsawkena-rima menaridie (sonnen)gelben Augen
syu­lang aean-na-ta'leng / ta'lengna-eana syu­langdie (haut)blaue Blume

Kon­struk­tio­nen wie die fol­gen­den sind aber auch mach­bar, nur vielle­icht nicht gle­ich­w­er­tig pop­ulär:
syu­lang ata'lengna-ean
Ean-na-ta'lenga syu­lang

Beachtet dabei, dass man hier die Binde­striche nicht weglassen darf, um die ver­gle­ichen­den Far­bad­jek­tive zu bilden.

 

 

"Olo'eyktan des Ikran-Klans der östlichen See"
© Eana Unil 2018

 

vawm und neyn sind speziell, weil sie sich auf dun­kle und helle Far­ben beziehen, aber nicht auf spez­i­fis­che Farbtöne. Auch hier muss man ggf. spez­i­fizieren:

neyn na txärem — die helle Farbe von Knochen
neyn na yapay — die helle, unspez­i­fis­che Farbe von Nebel oder Dampf
vawm na uk — dun­kle Schat­ten­farbe
vawm na nikre — der dun­kle Farbton von Na'vi-Haar

Hier noch einige weit­ere spez­i­fis­chere Farb­nu­an­cen, die von Karyu Pawl selb­st auf seinem Blog bekan­nt gegeben wur­den:

'om na mikyun — die lilane bzw. rosane Farbe von Na'vi-Ohrmuscheln
rim na nari - die typ­is­che gel­b­gold­ene Farbe von Na'vi-Augen
ean na pil — das Blau von Na'vi-Gesichtsstreifen (Haut­maserung)
tun na eyk­tan — "Anführer-Rot", die typ­is­che rote Farbe, die Klan­führer ausze­ich­net
ngul na tskxe — die grau-mat­te Farbe von Gestein

In diesem Zusam­men­hang sind übri­gens teyr und lay­on die einzi­gen Far­bad­jek­tive, die nicht auf diese Weise mod­i­fiziert bzw. näher beschrieben wer­den kön­nen (sie bedeuten immer rein­weiß oder tief­schwarz) — einzige Aus­nahme: Ver­wen­dung inner­halb von Poe­sie.

 

 

Und wenn man alle Far­ben zusam­men in einen Topf schmeißt, wird's kun­ter­bunt — pxay­opin, von pxaya 'opin (viele Far­ben) :D

 

 

 

 

Tageszeit­en — trrtx­on  & Zeit — krr

Da es auf Pan­do­ra (Eywa'eveng oder Eyw­e­veng) öfters mal dunkel ist (im Ver­gle­ich zu unser­er Mut­ter Erde) und Abend- bzw. Mor­gend­däm­merun­gen eine gefühlte Ewigkeit andauern kön­nen (immer­hin liegt der Mond oft im Schat­ten des riesi­gen Gas­gi­gan­ten Polyphe­mus bzw. Naranawm — erk­lärt auch, warum Bio­lu­mi­neszenz ein evo­lu­tionär­er Vorteil sein kann), wur­den die Na'vi erfind­erisch und haben einen Haufen von Begrif­f­en für alle möglichen Tageszeit­en bzw. deren Nuan­cen erfun­den.
Es mag für unsere­in­er über­trieben erscheinen, zumal wir Erdlinge wun­der­bar mit ca. 4 Beze­ich­nun­gen für Tageszeit­en auskom­men; aber wie am Anfang erwäh­nt, ist der Tag-Nacht-Rhyth­mus auf Pan­do­ra ein etwas ander­er bzw. aus­gedehn­ter­er als unser eigen­er. ;)
Das Ganze sieht dann wie fol­gt aus:

 

 

Außer­dem gibt es noch einige andere zeit-rel­e­van­ten Wörter und Konzepte, auf die ich hier auch nochmal etwas einge­hen möchte. Viele davon beziehen sich aber eher auf die Gegeben­heit­en auf unserem Plan­eten Erde.

krr Zeit
trr Tag
 
mrrtrr 5-Tage-Woche
kin­trr 7-Tage-Woche
muntrr Woch­enende
 
Vospxì Monat
Zìsìt Jahr
 
trrmuve Mon­tag
trrpx­eyve Dien­stag
trrt­sìve Mittwoch
trrm­r­rve Don­ner­stag
trrpuve Fre­itag
trrkive Sam­stag
trr'awve Son­ntag
(Karyu Pawl ist Amerikan­er, und in den USA startet die Woche son­ntags)
 
 
Vospxì'aw Jan­u­ar
Vospxì­mun Feb­ru­ar
Vospx­ey März
Vospxìt­sìng April
Vospxìm­rr Mai
Vospxìpuk Juni
Vospxìkin Juli
Vospxìvol August
Vospxìvolaw Sep­tem­ber
Vospxìvo­mun Okto­ber
Vospxìvopey Novem­ber
Vospxìvosìng Dezem­ber
 
 
swaw Moment
hikrr Augen­blick, Sekunde
alo / 'awlo / melo / pxe­lo / fralo Mal / ein­mal / zweimal / drei Mal / jedes Mal

… und viele mehr! (Jahreszeit­en siehe weit­er unten.)

 

Beispiel­sätze:

  • Zìsìto amrr fto­lia oe. Ich habe (seit/für) fünf Jahre studiert.
  • Krro krro zaw­prrte' oene fwa 'em. Hin und wieder gefällt es mir zu kochen.
  • Hay­a­lo oeta. Näch­stes Mal (Dank) von mir = Das näch­ste Mal werde ich mich revanchieren.
  • Hay­alo­vay. Bis zum näch­sten Mal.
  • Tìk'ìnìri kempe si nga? Was machst du (so) in dein­er Freizeit?
  • Saw­tute zola'u akr­rta po ke 'ole­fu nitram. Seit­dem die Him­mels­men­schen (hier­her) gekom­men waren, ist sie nicht sehr glück­lich gewe­sen.
  • Trr'ongta Txon'ongvay po tolìran. Er wan­derte von der Mor­gendäm­merung bis zum Ein­bruch der Nacht.
  • Li pol terok fìt­sen­git srak? Ist sie bere­its hier?
  • Txankrr ke tsole'a oel pot. Ich habe sie lange Zeit nicht (mehr) gese­hen.

 

 

Das Wet­ter — yafkeyk

Pängkxo yafkeyk­teri ko! Über das Wet­ter zu plaud­ern kann im Rah­men von Smalltalk nüt­zlich sein, um das Eis zu brechen oder um unbe­haglich­es Schweigen zu ver­mei­den. Oder man unter­hält sich tat­säch­lich gerne darüber, weil man z.B. Mete­o­rologe ist, hrh.
Sarkas­mus bei Seite; ger­ade Anfänger der Sprache nutzen den Plausch über das Wet­ter gerne, um ein The­ma zu find­en, worüber jed­er reden kann (seid euch nur bewusst darüber, das Fort­geschrit­tene der Sprache nur u.U. nicht mehr unbe­d­ingt gerne nur über das Wet­ter plaud­ern ;D).
Hier geht's nun darum, wie man "yafkeyk­teri a tìpängkxo" anstellt.

Das Wort yafkeyk set­zt sich zusam­men aus ya für "Luft" und -fkeyk für "Zustand/Situation", also "Zus­tand der Luft" :)

 

 

Tem­per­atur — somwew
Wenn wir sagen wollen, dass es heute sehr warm (heiß) ist, beziehen wir uns also auf den Zus­tand der Luft zurück, in dem wir sagen:
Fìtrr ya som lu. Heute ist die Luft heiß = Heute ist es heiß.

Yari somwew­pe? Was die Luft ange­ht: welche Tem­per­atur? = Wie warm/kalt ist es?

Das Wort "Tem­per­atur" set­zt sich aus som für "heiß" und wew für "kalt" zusam­men. Tem­per­atur auf Na'vi heißt also qua­si "Heißkalt" :D

Eine Über­sicht der Tem­per­at­u­rad­jek­tive:

 

 

Regen/Schnee/Wind/Sonnenschein

Für etwaige Wet­ter­si­t­u­a­tio­nen haben wir fol­gende Aus­drucksmöglichkeit­en:

Yafkeyk (za'u) fyape? Wie ist das Wet­ter?

Tawri fyape? Was ist der Zus­tand des Him­mels? (Wie ist das Wet­ter?)
Taw lu ___. Der Him­mel ist ___. … ↓

  • leya­pay neblig
  • lep­wopx bewölkt
  • lep­wopx nìhol leicht bewölkt
  • lep­wopx nìpx­ay stark bewölkt
  • piak klar, unbe­wölkt
  • tstu bedeckt, wolken­ver­hangen

Tsawke lrrtok si. Die Sonne lacht. = Die Sonne scheint.


Hufwe tìran.
Der Wind wan­delt = Es weht eine Brise.
Hufwet­syìp lef­pom tìran. Es wandelt/weht ein angenehmes Lüftchen.
Hufwe tul (nìwin). Der Wind ren­nt = Es ist sehr windig.


Tom­pa zup.
Regen fällt = Es reg­net.
Tom­pa 'eko. Regen greift an = Es reg­net stark / Es schüt­tet wie aus Eimern.

Her­wì zup. Schnee fällt = Es schneit.
Her­wì (bzw. tom­pa vom Beispiel­satz weit­er oben) ist hier aus­tauschbar mit:

  • tom­pameyp Niesel­re­gen
  • tskx­ayt­syìp Hagel
  • tom­per­wì Schneeregen/Eisregen/Graupel

 

Jahreszeit­en

Wir wis­sen (noch) nicht genau, welche Jahreszeit­en es auf Pan­do­ra so gibt, aber wir haben defin­i­tiv Mit­tel und Wege, über die Jahreszeit­en der Erde zu sprechen:

zìsìkrr Jahreszeit
zìskr­rmi­paw Früh­ling
zìskrrsom Som­mer
zìskr­rt­sawn Herb­st
zìskr­rwew Win­ter

 

 

 

Über die Suf­fixe -o und -fkeyk ler­nen wir noch mehr in Lek­tion 32.

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