Lektion 26: Sinne, Wahrnehmung und Gefühle

Es gibt mehrere Wege, wie man das Ganze zum Aus­druck brin­gen kann, vor allem auf­grund dessen, dass die Na'vi einen Unter­schied dazwis­chen machen, ob eine Sinneswahrnehmung gewollt/bewusst von stat­ten geht (+Kon­trolle) oder nicht (-Kon­trolle, also wenn man z.B. zufäl­lig einen Geruch wahrn­immt):

VTR.
−Kon­trolle 
VTR.
+Kon­trolle
 VIN.
+Kon­trolle
N.
Sin­ne­sein­druck
N.
Sinn (inan­fya)
👁️ Augen
menari
tse'a
sehen
nìn
anse­hen, betra­cht­en
tìng nari
anse­hen
'ur
Antlitz, Ausse­hen
tse'atswo
Sicht, Sehver­mö­gen
👂 Ohren
memikyun
stawm
hören
yune
anhören, lauschen
tìng mikyun
anhören
pam
Geräusch
stawmtswo
Gehör(sinn)
👃 Nase
ontu
hefi
riechen
syam
riechen
tìng ontu
riechen
fahew
Geruch
hefitswo
Geruchssinn
👅 Zunge
ftxì
ewku
schmeck­en
may'
schmeck­en, pro­bieren
tìng ftxì
schmeck­en, pro­bieren
sur
Geschmack
ewk­tswo
Geschmackssinn
Haut
ta'leng
zìm
fühlen
'ampi
fühlen, anfassen
tìng zek­wä
fühlen
zir
Tex­tur, Beschaf­fen­heit
zìmtswo
Tastsinn

Wie man sehen kann, unterteilen die Na'vi ihre Ver­ben für Sin­ne­sein­drücke nicht nur in kon­trol­liert oder unkon­trol­liert, son­dern auch tran­si­tiv (vtr.) und intran­si­tiv (vin.). Diese Liste + Erläuterun­gen gibt's orig­i­nal von Karyu Pawl auf Englisch in seinem Blog, falls ihr dort selb­st nach­le­sen wollt.

Ich denke ein paar Anwen­dungs­beispiele dürften klar machen, wie man sie ver­wen­det und worin die Unter­schiede liegen:

 

👁️ tse'atswo — Sehver­mö­gen

Oel relit tse'a. Ich sehe ein Bild. (zufäl­lig, unge­wollt — z.B.: ich laufe irgend­wo ent­lang und sehe zufäl­lig ein Bild)
Oel relit nìn. Ich sehe mir ein Bild an. (gewollt, bewusst — z.B.: in der Galerie hängt ein inter­es­santes Bild, also betra­chte ich es)
Oe relur tìng nari. Ich sehe mir ein Bild an. (gewollt, bewusst — z.B.: siehe nìn)

 

👂 stawmtswo — Gehör(sinn)

Oel tìrolit stawm. Ich höre ein Lied. (zufäl­lig, unge­wollt — z.B.: ich gehe einkaufen und durch die Laut­sprech­er erklingt ein Lied, welch­es ich dadurch höre)
Oel tìrolit yune. Ich höre mir ein Lied an. (gewollt, bewusst — z.B.: ich habe Lust auf Musik und höre mir daher mein Lieblingsal­bum an)
Oe tìrolur tìng mikyun. Ich höre mir ein Lied an. (gewollt, bewusst — z.B.: siehe yune)

 

👃 hefitswo — Geruchssinn

Oel syu­langit hefi. Ich rieche eine Blume. (zufäl­lig, unge­wollt — z.B.: ich laufe eine Gasse ent­lang und rieche plöt­zlich einen Blu­men­duft)
Oel syu­langit syam. Ich rieche an ein­er Blume. (gewollt, bewusst — z.B.: ich sehe eine schöne Blume und schnup­pere an ihr)
Oe syu­langur tìng ontu. Ich rieche an ein­er Blume. (gewollt, bewusst — z.B.: siehe syam)

 

👅 ewk­tswo — Geschmackssinn

Oel rey­payti ewku. Ich schmecke Blut. (zufäl­lig, unge­wollt — z.B.: ich habe mir auf die Zunge gebis­sen und schmecke jet­zt Blut)
Oel rey­payti may'. Ich probiere/koste Blut. (gewollt, bewusst — z.B.: ich würde gerne wis­sen wie Blut schmeckt, also koste ich es mal)
Oe rey­payru tìng ftxì. Ich probiere/koste Blut. (gewollt, bewusst — z.B.: siehe may')

 

✋ zìmtswo — Tastsinn

Oel tskxeti zìm. Ich spüre/fühle einen Stein. (zufäl­lig, unge­wollt — z.B.: ein Stein ist in meinem Schuh und ich spüre ihn beim Laufen)
Oel tskxeti 'ampi. Ich füh­le (/fasse) einen Stein (an). (gewollt, bewusst — z.B.: dort liegt ein Stein, ich hebe ihn auf und berühre ihn)
Oe tskxeru tìng zek­wä. Ich füh­le (/fasse) einen Stein (an). (gewollt, bewusst — z.B.: siehe 'ampi)

 

Ob man bei den Ver­ben mit +Kon­trolle nun die tran­si­tive oder intran­si­tive Vari­ante wählt, ist reine Geschmackssache ;P (Ich per­sön­lich bevorzuge die tran­si­tive Vari­ante, aber entschei­det bitte selb­st für euch welche ihr bess­er find­et.)

Außer­dem würde man vielle­icht ver­muten, dass es "tìng nar­i­ti / mikyu­nit / ontu­ti / ftxìti / zek­wäti" heißen müsste, also eben +T-Endung, da tìng vtr. ist (und vielle­icht sah so auch mal die Ursprungs­form dieser Ver­ben aus); allerd­ings bilden hier tìng und die entsprechen­den Sub­stan­tive zusam­men ein einzelnes Verb, was Fal­l­en­dun­gen hin­fäl­lig macht. Betra­chtet tìng nari etc. also als ein eigen­ständi­ges Verb, das aus zwei Teilen beste­ht, ähn­lich wie unsere tollen si-Ver­ben. :) Etwaige Infixe wer­den übri­gens in den Teil mit tìng gepackt.

 

 

fkan

… ist defin­i­tiv eins mein­er absoluten Lieblingsver­ben. Auf Anhieb mag seine Ver­wen­dungsweise vielle­icht nicht ganz klar erscheinen, doch ger­ade weil sie so man­nig­faltig sein kann, liebe ich dieses Verb so sehr. Es ermöglicht einem zig Vari­anten, wie man Sin­ne­sein­drücke beschreiben kann, und zwar ohne die oben ste­hen­den "Sin­nesver­ben" oder "lu + Adjek­tiv"; "peyä nikre lu lor"… wie öööde, hrh.

Der Ein­trag im Wörter­buch mag zuerst ver­wirrend erscheinen:
fkan — ein­er sinnlichen Weise ähneln; den Sin­nen erscheinen als ob …(ver­wen­det, um zu beschreiben, wie sich etwas anfühlt, anhört oder schmeckt, riecht, aussieht).

Die Über­set­zung dort soll nur ver­an­schaulichen, dass man fkan für alle fünf Sinne ver­wen­den kann — und je nach­dem welche Wörter man ver­wen­det, die ein­deutig auf den jew­eilig ange­sproch­enen Sinn deuten, ist die Ver­wen­dung von fkan eigentlich rel­a­tiv ein­fach und klar. Dafür gibt es mehr oder min­der feste Sch­ablo­nen und die schauen wir uns jet­zt an.

 

👁️ tse'atswo — Sehver­mö­gen

Tsasyu­langìri 'ur fkan lor. Was jene Blume ange­ht, das Ausse­hen erscheint den Sin­nen als schön. Das Ausse­hen jen­er Blume ist schön. Jene Blume sieht schön aus.
Da fkan alle Sinne betr­e­f­fen kann, müssen wir spez­i­fizieren, um welchen Sinn es sich han­delt. Durch 'ur ("Ausse­hen, Antlitz, Erschei­n­ungs­bild") wird klar, dass es nur der Sehsinn sein kann. Und weil jeman­des Ausse­hen fest mit der Per­son oder dem Wesen ver­bun­den sind, also "nicht veräußer­bar" sind, wird der Top­i­cal ver­wen­det (→ unveräußer­lich­er Besitz, Top­i­al statt Gen­i­tiv, Lek­tion 15). Es geht aber auch ein­fach­er:

Tsasyu­lang fkan narlor. Jene Blume erscheint den Sin­nen als schön-ausse­hend. Jene Blume sieht schön aus.
Hier fehlen Top­i­cal und das Wort 'ur, aber durch narlor (von nari + lor) wird den­noch klar, dass es sich hier­bei nur um den Sehsinn drehen kann.

Wenn man 'ur oder narlor ein­fach weglässt, ist es unklar, welch­er Sinn ange­sprochen wird (es kön­nten wiederum aber auch alle Sinne gle­ichzeit­ig gemeint sein), deswe­gen kann die Aus­sage nur all­ge­mein über­set­zt wer­den:
Tsasyu­lang fkan lor. Jene Blume erscheint den Sin­nen als schön/angenehm.

Man kann das Ganze auch noch per­son­al­isieren, soll heißen, dass man hinzufü­gen kann, wessen Sinne da ange­sprochen wer­den (hier oe bzw. oeru, "mir"):
Tsasyu­langìri 'ur fkan lor oer. / Tsasyu­lang fkan narlor oer. Diese Blume erscheint mir (visuell) schön. Ich finde diese Blume schön.

Man kann auch etwas ver­gle­ichen­des wie fol­gen­des basteln:
Neytiriri 'ur fkan na/pxel yerik. Neytiris Antlitz erscheint den Sin­nen wie (das eines) Yerik. Neytiri sieht wie ein Yerik aus. (Nicht ger­ade nett, hrh, aber ist ja nur ein Beispiel.)

Oder das Ganze nochmal all­ge­mein­er:

Neytiri fkan na/pxel yerik. Neytiri erscheint den Sin­nen wie ein Yerik. Aber welchem Sinn genau? Ist hier unklar. Vielle­icht ihre gesamte Erschei­n­ung? x)

Sehen wir uns diese Sch­ablo­nen auch noch für die anderen Sinne an:

 

👂 stawmtswo — Gehör(sinn)

Mokriri Eytukanä pam fkan vä'. Was die Stimme von Eytukan ange­ht, so erscheint der Klang den Sin­nen als unan­genehm. Eytukans Stimme hört sich unan­genehm an.

Mokri Eytukanä fkan mikvä'. Eytukans Stimme erscheint den Sin­nen als unan­genehm-klin­gend. Eytukans Stimme klingt unan­genehm.

Mokri Eytukanä fkan vä'. Eytukans Stimme erscheint den Sin­nen als unan­genehm.
Auch hier wieder ist die Aus­sage sehr all­ge­mein und kön­nte, rein the­o­retisch, alle Sinne ansprechen; da es sich aber um die Stimme han­delt, ist es den­noch irgend­wie klar bzw. man kön­nte ver­muten, dass es nur der Gehörsinn sein kann.

Mokriri Eytukanä pam fkan vä' oer. / Mokri Eytukanä fkan mikvä' oer. Eytukans stimme erscheint mir unangenehm(-klingend). Ich finde (den Klang von) Eytukans Stimme unan­genehm.

Mokri(ri) Eytukanä (pam) fkan na/pxel 'angt­sìk. Eytukans Stimme hört sich wie die eines/wie ein Ham­merkopf an.
Oder, um den unveräußer­lichen Besitz (Top­i­cal statt Gen­i­tiv, hier aber anders/in orig­i­naler Weise) wieder mit ins Spiel zu brin­gen:
Eytukanìri mokri fkan na/pxel 'angt­sìk. Eytukans Stimme hört sich wie die eines/wie ein Ham­merkopf an.

 

👃 hefitswoGeruchssinn

Fìt­snganìri fahew fkan kxänäng. Was dieses Fleisch ange­ht, so erscheint der Geruch den Sin­nen als verdorben/faulig/verrottet. Dieses Fleisch riecht vergam­melt.
Ist ein wenig dop­pelt gemop­pelt, weil kxänäng sich nur auf den Geruchssinn beziehen kann (s.u.) und fahew damit eigentlich über­flüs­sig macht:

Fìt­sngan fkan kxänäng. Dieses Fleisch erscheint den Sin­nen als ver­dor­ben-riechend. Dieses Fleisch riecht ver­dor­ben.
Durch kxänäng ("faulig (Geruch), ver­west, ver­dor­ben, (Geruch von ver­we­sen­dem Tier(fleisch)") ist es klar und bomben­fest, dass es sich nur um den Geruchssinn han­deln kann, weswe­gen das hier auch ganz ohne Top­i­cal und fahew funk­tion­iert. Da gibt's also nix zu rüt­teln und auch keine all­ge­meinere Vari­ante, zumin­d­est nicht mit diesem Adjek­tiv.

Fìt­sngan(ìri fahew) fkan kxänäng oer. / Fìt­sngan fkan kxänäng oer. Dieses Fleisch erscheint mir ver­dor­ben. Dieses Fleisch riecht für mich ver­dor­ben.

Wenn man statt kxänäng ein anderes all­ge­meineres Adjek­tiv, z.B. vä' oder onvä' ver­wen­den würde, kön­nte man die restlichen oben gezeigten Sch­ablo­nen anwen­den, aber ich wollte euch jet­zt und hier nochmal andere Vari­anten vorstellen, damit ihr sehen kön­nt, wie viel man mit fkan und entsprechen­den auf Sinne bezo­ge­nen Adjek­tive anstellen kann 💙 Und damit machen wir auch gle­ich weit­er:

 

👅 ewk­tswo — Geschmackssinn

Fìnaerìri sur fkan kalin. Was dieses Getränk ange­ht, so erscheint der Geschmack den Sin­nen als süß. Dieses Getränk schmeckt süß.
Nicht ganz so dop­pelt gemop­pelt wie das Beispiel mit kxänäng, denn:

Fìnaer fkan kalin. Dieses Getränk erscheint den Sin­nen als süß. Dieses Getränk schmeckt/riecht süß.
Kalin ("süß, lieblich (nur für Lebens­mit­tel)") bezieht sich auf den Geschmackssinn oder aber den Geruchssinn (etwas kann süß schmeck­en, aber auch süß riechen). Hier wer­den also ein Sinn oder bei­de Sinne ange­sprochen. Immer­hin einge­gren­zter als die Vari­anten weit­er oben, wo alle fünf Sinne gemeint sein kön­nten.

Fìnaer fkan na/pxel utu­mau­ti. Dieses Getränk schmeckt/riecht wie/nach Banane.
Wieder etwas undeut­lich, daher doch lieber:

Fìnaerìri sur fkan na/pxel utu­mau­ti. Dieses Getränk schmeckt nach Banane.
Bomben­fest.

Und nochmal spez­i­fis­ch­er im Bezug darauf wessen Sinne da ange­sprochen wer­den:
Fìnaerìri sur fkan na/pxel utu­mau­ti oer. Dieses Getränk schmeckt für mich nach Banane.

 

✋ zìmtswo — Tastsinn

Tan­lengìri fìu­tralä zir fkan ekx­txu. Was die Rinde dieses Baumes ange­ht, so erscheint die Textur/Beschaffenheit den Sin­nen als rau.

Tan­leng fìu­tralä fkan ekx­txu. Die Rinde dieses Baumes erscheint den Sin­nen als rau.
Kann rau ausse­hen, sich rau anfühlen, sich rau anhören… unklar, welch­er Sinn gemeint ist.

Tan­lengìri fìu­tralä zir fkan extxu oer. Die Rinde dieses Baumes fühlt sich rau für mich an.

Tan­lengìri fìu­tralä zir fkan na/pxel tskxe. Die Rinde dieses Baumes fühlt sich wie ein Stein an.

Tan­lengìri fìu­tralä zir fkan oer ekx­txu na/pxel tskxe. Die Rinde dieses Baumes fühlt sich rau wie ein Stein für mich an.

 

Ich glaube jet­zt haben wir alle Vari­anten durch o.- Puh xD Natür­lich sind dies nur Beispiele, ihr dürft natür­lich Wort­stel­lung und Inhalte ummod­eln wie ihr lustig seid (bis auf den Top­i­cal, der ja immer am Satzan­fang ste­hen muss, ne?). Achtet nur darauf, dass ihr mith­il­fe von Top­i­cal, Sin­ne­sein­druck (Geruch, Ausse­hen, Tex­tur usw.) und Adjek­tiv­en klar macht, welchen Sinn ihr meint.
Anders aus­ge­drückt: fkan ist sog­ar noch der ein­fach­ste Teil an dieser ganzen Schose, nicht wahr?! :D Ich hoffe ihr kön­nt jet­zt ein wenig bess­er nachvol­lziehen, warum ich fkan ein­fach nur klasse finde. ^^

 

 

Natür­lich lässt sich das Ganze auch im Rah­men von Fra­gen anwen­den:

Fìnaerìri sur fkan we'ay nì'it, kefyak? Was dieses Getränk bet­rifft, so erscheint der Geschmack den Sin­nen als etwas sauer, oder nicht? Dieses Getränk schmeckt etwas sauer, nicht wahr?

Srake fìnaerìri sur fkan we'ay ngaru? Schmeckt dieses Getränk für dich sauer?

Fìnaerìri sur fkan pefya? Wie schmeckt dieses Getränk?

Fìnaerìri sur fkan pefya ngaru? Wie schmeckt dieses Getränk für dich?

Fìnaerìri sur ngaru fkan na/pxel peu? Wonach schmeckt dieses Getränk für dich?

 

 

Hier noch eine Über­sicht der häu­fig­sten (auf Sinne bezo­ge­nen) Adjek­tive:

Lor ("schön, angenehm") und vä' ("unan­genehm") sind Gegen­sätze und sehr all­ge­mein in ihrer Bedeu­tung, sie kön­nen daher auf alle Sinne angewen­det wer­den. Gegebe­nen­falls muss wie oben ver­an­schaulicht mit Top­i­cal und 'ur, zir etc. gear­beit­et wer­den, um die Bedeu­tung bzw. den ange­sproch­enen Sinn klar­er zu machen. Von diesen bei­den Wörtern abgeleit­et gibt's weit­ere Adjek­tive, die spez­i­fis­ch­er auf die ver­schiede­nen Sinne bezo­gen sind (und somit die Ver­wen­dung von Top­i­cal+'ur, zir, fahew etc. über­flüs­sig machen):

Ftxìlor ("geschmack­lich angenehm, leck­er, schmack­haft, delikat") und ftxìvä' ("wider­lich-schmeck­end, unan­genehm-schmeck­end"), bezo­gen auf den Geschmackssinn bzw. die Zunge.
Onlor ("wohlriechend") und onvä' ("stink­end,  schlecht-riechend") beziehen sich auf den Geruchssinn.
Mik­lor ("wohlk­lin­gend") und mikvä' ("schlecht-klin­gend") für den Gehörsinn.
Narlor ("schön, schön-ausse­hend") und narvä' ("hässlich, unansehn­lich") für den Sehsinn.
Der Tastsinn bleibt bei diesen Paaren auf der Strecke x)

Weit­ere Adjek­tive, die sich auf den Geruchssinn beziehen:
nget ("Geruch von verfaulendem/verrottendem Holz und Laub, mod­rig (für pflan­zlichen Ver­fall)"), kxänäng ("Geruch von ver­we­sen­dem Tier/Fleisch, faulig, ver­west, ver­dor­ben"), sosul ("angenehmer Geruch von fließen­dem Wass­er, Regen oder feuchter Veg­e­ta­tion"), uny­or ("süßlich aro­ma­tisch (ein blu­miger oder holziger Geruch, auch für Gewürze ver­wen­det)"), atxar ("Geruch von leben­den Tieren, wie er an einem Wasser­loch oder Tiernest zu find­en ist").

Und jene, die sich auf Geschmacks- sowie Geruchssinn beziehen:
kalin ("süß, lieblich"), syä'ä ("bit­ter"), we'ay ("sauer"), wip ("salzig"), fwang ("herzhaft, würzig, uma­mi").

Das Ganze nochmal über­sichtlich­er in Tabel­len­form:

  🙂 angenehm 🙁 unan­genehm 😐 neu­tral
👁️ narlor narvä'
👂 mik­lor mikvä'
👃 onlor, sosul, uny­or onvä', nget, kxänäng kalin, syä'ä, we'ay, wip, fwang, atxar
👅 ftxìlor ftxìvä' kalin, syä'ä, we'ay, wip, fwang
ekx­txu, faoi
neu­tral /
alle Sinne
lor vä', txavä'

Dies sind natür­lich nur einige wenige von vie­len Adjek­tiv­en, die man im Zusam­men­hang mit Sin­ne­sein­drück­en ver­wen­den kann.

 

 

inan ver­sus fkan

inan, "lesen (z.B. den Wald), Wis­sen durch sinnliche Ein­drücke erlan­gen, ugs. wis­sen, wie jemand tickt";
fkan, "ein­er sinnlichen Weise ähneln; den Sin­nen erscheinen als ob …(ver­wen­det, um zu beschreiben, wie sich etwas anfühlt, anhört oder schmeckt, riecht, aussieht)".

Kann zu Ver­wirrung führen… oder doch nicht? Eigentlich ist es ein­fach. fkan ist das, was man wegen oder während inan macht. Man ist z.B. im Wald und ver­sucht Wis­sen darüber zu erlan­gen, wo z.B. eine Tier­fährte lan­gläuft (inan). Und durch das wahrnehmen von Sin­ne­sein­drück­en (fkan) kann man dieses Wis­sen sam­meln (inan).

Klar, oder? :)

 

 

💗 'efu

… bezieht sich vor allem auf Gefüh­le und Emo­tio­nen bzw. "innere Empfind­un­gen", nicht auf Sinne oder Sinneswahrnehmungen, die ja von "außen" kom­men. "Fühlen" ist auf Na'vi also nicht gle­ich "fühlen"; die Na'vi haben unter­schiedliche Wörter für die unter­schiedlichen Arten des Füh­lens ('efu ver­sus zìm, 'ampi und tìng zek­wä; innere Empfindung/Wahrnehmung ver­sus äußere Wahrnehmung/Tastsinn).

Man kann Gefüh­le fühlen (vtr.):

Oel fkxarati 'efu. Ich füh­le Stress. Ich bin gestresst.
Ngal tìyawneti 'efu. Du fühlst/spürst (die) Liebe.

Man kann sich hungrig/durstig etc. fühlen (vin.):

Oe 'efu ohakx. Ich füh­le mich hun­grig. Ich bin hun­grig.
Oe 'efu yehakx. Ich füh­le mich satt. Ich bin satt.
Nga 'efu ngeyn. Du fühlst dich müde. Du bist müde.
Po 'efu keftxo. Er/sie fühlt sich trau­rig. Er/sie ist trau­rig.

 

 

Gefüh­le als "Besitz"

Anders als im Deutschen oder Englis­chen wer­den Gefüh­le oft auch mit der Besitzsch­ablone lu + -ru aus­ge­drückt. Man sagt also nicht "ich bin stolz", son­dern eher "mir ist Stolz / ich habe Stolz" und so weit­er:

Oeru lu yayayr. Mir ist Ver­wirrung. Ich bin ver­wirrt.
Pori lu oeru nrra. Was ihn/sie bet­rifft, mir ist Stolz. Ich bin stolz auf ihn/sie.
Oeru lu fpom. Mir ist Wohl­sein. Mir geht's gut.
Poru lu yawnyewla. Ihm/ihr ist Herz­schmerz. Sein/ihr Herz ist gebrochen.
Ngaru lu yewla. Dir ist Ent­täuschung. Du bist ent­täuscht. Du fühlst dich im Stich gelassen.

Ingyen ist zwar kein Gefühl, aber in fol­gen­der Ver­wen­dungsweise mit dem The­ma hier doch irgend­wie ver­wandt:

Lu oer ingyen a Ìstaw nim lu fìtx­an kuma pxìm wäpan. Mir ist ein Rät­sel, welch­es ist: Ìstaw ist so schüchtern, sodass er sich oft ver­steckt. Mir ist es ein Rät­sel, warum Ìstaw so schüchtern ist, sodass er sich oft ver­steckt.

 

 

(txa)sunu ver­sus zaw­prrte' ver­sus teya si ver­sus so'ha ver­sus lu yawne ver­sus lu mowan

Gle­ich vor­weg: yawne bzw. alle Wörter mit yawne sind emo­tion­al sehr stark und gewichtig. Da geht es wirk­lich um Liebe und Innigkeit, nicht nur um Vor­liebe oder Gefal­l­en­find­en. Wenn man also jeman­dem sagt "nga yawne lu oer" ist das ein echt­es Liebes­beken­nt­nis und sollte sparsam ver­wen­det wer­den. Eine abgemilderte Form davon, wie das deutsche "ich hab' dich lieb", welch­es man auch zu seinem besten Fre­und sagen kann, gibt's in Na'vi nicht.
Nga yawne lu oer ist also immer volle Kanne in die Fresse bzw. ins Herz und sollte mein­er Mei­n­ung nach seinem Part­ner oder geliebten Fam­i­lien­mit­gliedern vor­be­hal­ten bleiben. Man kann aber auch Büch­er, Musik usw. lieben, auch auf Na'vi, da ist es aber klar, dass es reine pla­tonis­che bzw. sach­liche Liebe bzw. Vernar­rtheit ist. x) Aber selb­st da würde ich lieber txa­s­unu ver­wen­den, da dieses Wort expliz­it dafür geschaf­fen wurde, um Liebe zu Din­gen auszu­drück­en ("Ich liebe Hot­Dogs!"), während yawne der Liebe zwis­chen Lebe­we­sen vor­be­hal­ten bleibt ("Ich liebe dich"). In Karyu Pawls Worten:
"Während man in Englisch deinen Ehep­art­ner lieben kann, kann man auch Ham­burg­er lieben; auf Na'vi sind die Wörter dafür aber unter­schiedlich. Für die erste Art von Liebe ver­wen­den wir yawne plus Dativ, wie in Nga yawne lu oer, "Ich liebe dich". Für die andere Art von Liebe haben wir txa­s­unu."

Gle­ich das näch­ste emo­tion­al geladene Schnipselchen: mowan ist auch sehr stark emo­tion­al und geht ziem­lich stark in die ero­tis­che Rich­tung. Ver­sucht es mal so zu sehen: Früher war das Adjek­tiv "geil" im Deutschen auss­chließlich auf das Gefühl von sex­ueller Erre­gung oder Anziehung beschränkt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde daraus aber eben das umgangssprach­liche "geil", ein Adjek­tiv oder eine Inter­jek­tion mit der man aus­drückt, dass man etwas echt mega knorke find­et (ja, ich bin alt und spreche nicht wie die Jugend von heute und daher über­zo­gen alt­back­en in dem Beispiel hier, lebt damit xD). Es gibt Bedeu­tung­sun­ter­schiede, die ihr wahrschein­lich auch selb­st fest­stellen kön­nt, zwis­chen "ich bin geil", "ich finde jeman­den geil" und "ich finde etwas geil". Bei mowan ist es gar nicht so sehr anders.
Wenn Zaza, ein junges Na'vi-Mädel, sagt, "Nguzan mowan lu oer nìtx­an!", dann heißt das, dass sie Nguzan echt mega sexy/anziehend find­et. Ander­er­seits, wenn sie sagt, "Fwa tsway­on ikran­fa mowan lu oer nìtx­an!", dann sagt sie nur, dass sie das Fliegen auf einem Ikran mega knorke find­et und ihr echt sauviel Spaß macht. Kommt also immer drauf an. Daher ist mowan immer mit Vor­sicht anzuwen­den, kann näm­lich schnell pein­lich wer­den ^^

Jet­zt aber zu den Ver­ben, die weniger "tück­isch" sind:

(txa)sunu ist rel­a­tiv ein­fach und haben wir schon oft gese­hen auf dieser Seite. Ver­gle­ichen wir im sel­ben Zug auch mal die anderen Ver­ben zaw­prrte', so'ha und teya si damit.

Fìrel sunu oeru. Mir gefällt dieses Bild. Ich mag dieses Bild.
Fìrel txa­s­unu oeru. Ich mag dieses Bild sehr. Ich liebe dieses Bild.
Fìrel txa­s­unu oeru nìtx­an! Ich feiere dieses Bild total! Ich liebe dieses Bild über alles! (lol)
Sunu bzw. txa­s­unu drück­en schlicht­es Gefal­l­en­find­en aus, also ob man etwas mag oder wie sehr man etwas mag. Txa­s­unu entspricht auch der Liebe bzw. Vor­liebe für etwas ("Ich liebe Hot­Dogs").

Fìrel zaw­prrte' oene. Dieses Bild kommt erfreulich zu mir. Ich mag dieses Bild. Ich finde Gefall­en an diesem Bild.
Zaw­prrte' wird nicht mit dem Dativ -ru son­dern mit der adp. ne ver­wen­det. Von za'u nìprrte', Verb der Bewe­gung, deswe­gen die Adpo­si­tion. Es ist vielle­icht etwas neu­traler bzw. emo­tion­al nicht ganz so stark geladen wie (txa)sunu.

Fìrelit oel so'ha. Ich bin Fan von diesem Bild. Ich bin begeis­tert von diesem Bild. Ich feiere dieses Bild.
So'ha drückt Begeis­terung aus, oder ob man jeman­den oder etwas feiert oder Fan davon ist.

Fìrel teya si oeru. Dieses Bild erfüllt mich mit Freude. Dieses Bild macht mich hap­py.
Teya si drückt (im Zusam­men­hang mit Gefühlen) das Gefühl von inner Zufrieden­heit und Erfül­lung aus, von stark emp­fun­den­er wohliger Freude und Glück.

 

Und dann hat man natür­lich immer die Option <ei> in Ver­ben zu ver­wen­den, um das Ganze nochmal zu ver­stärken bzw. auszu­drück­en, dass man sich über die pos­i­tiv­en Empfind­un­gen freut (was aber bei teya si ein biss­chen über das Ziel hin­aus geschossen bzw. zu viel wäre, da die davon trans­portierte Emo­tion bere­its extrem stark bzw. vol­lkom­men ist).

Ihr seht also, viele Wege führen nach Rom… bzw. zu pos­i­tiv­en Emo­tio­nen :)

 

 

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