Lektion 24: Substantive — sä- vs. tì- / + pum

Hier geht es um zwei spezielle Prä­fixe, die an und für sich nicht pro­duk­tiv sind und dafür (von KP) ver­wen­det wer­den, um aus anderen Wortk­lassen (meist Ver­ben oder Adjek­tive) Sub­stan­tive zu bilden ("Sub­stan­tivierung" bzw. "Nom­i­nal­isierung"). Ich werde mein bestes ver­suchen, um euch die Unter­schiede in Bedeu­tung und Ver­wen­dung zu ver­an­schaulichen ._. Und um dies zu tun, ver­suche ich für bei­de möglichst ähn­liche Stammwörter zu ver­wen­den.
Wie ihr selb­st aus Ver­ben Sub­stan­tive bilden kön­nt haben wir bere­its in Lek­tion 13 erfahren und der Voll­ständigkeit hal­ber ist diese Info auch nochmal weit­er unten in dieser Lek­tion zu find­en.

Und vergesst nicht den Teil über pum ganz unten in dieser Lek­tion! :D Pum ist näm­lich extrem nüt­zlich und sollte wesentlich häu­figer Anwen­dung find­en.

 

 

sä- … spez­i­fis­che Instanzen von Sub­stan­tiv­en

Klingt kom­pliziert, ist es aber eigentlich gar nicht. Sä-Sub­stan­tive beziehen sich meist auf ein konkretes Vorkomm­nis oder Geschehen — oder

 

taron — die Jagd (spez­i­fis­che Instanz des Jagens)
Sätaron fìtr­rä flolä nìtx­an. Die heutige Jagd war sehr erfol­gre­ich.

flä — der Erfolg
Säfläri peyä ftx­ozä si awnga. Bezüglich seines Erfolges feiern wir.

fmi — der Ver­such, das Bemühen, Bestreben.
Flä ke flä, ley säf­mi. Egal, ob man erfol­gre­ich ist oder nicht, der Ver­such ist das, was zählt.

lang -

wäte — der Stre­it­punkt (konkreter Dreh- und Angelpunkt ein­er Auseinan­der­set­zung)

yäkx -

 

 

tì- … unspez­i­fis­che Instanzen von Sub­stan­tiv­en

 

taron — die Jagd (all­ge­meines bzw. abstrak­tes Konzept)
Tìtaron sunu oer. Die Jagd gefällt mir. Ich mag es zu jagen. (all­ge­meine Aus­sage, keine spez­i­fis­che Jagd oder Instanz ein­er Jagd, z.B. die gestrige Jagd → sätaron trramä)
Tìtaronìri po flä frakrr. Was die Jagd ange­ht, so ist er immer erfol­gre­ich. ("immer erfol­gre­ich" … also keine spez­i­fis­che Instanz ein­er Jagd, son­dern die Jagd im all­ge­meinen)

flä — der Erfolg, das Erfol­ghaben (abstrakt, all­ge­mein)

fmi — der Ver­such (all­ge­mein, abstrakt)

lang -

wäte — der Stre­it, die Auseinan­der­set­zung
Tìwätel srätx oeti. Stre­it nervt mich.

yäkx -

 

 

Pro­duk­tive Sub­stan­tivierung aus Ver­ben — tì- + <us>

 

tusaron — das Jagen (Handlung/Vorgang des Jagens)

flusä — das Erfol­gre­ich­sein (Handlung/Vorgang)

fmusi — das Ver­suchen (Handlung/Vorgang)

lusang — das Unter­suchen (Handlung/Vorgang)

wusäte — das Stre­it­en (Handlung/Vorgang)
Tìwusätel mefeyä srätx oeti. Das Stre­it­en der bei­den nervt mich.

yusäkx — das Ignori­eren, Nicht­beacht­en (Handlung/Vorgang)

 

Der Voll­ständigkeit zuliebe kön­nt ihr auch gerne nochmal einen Blick auf die anderen Beispiele zu tì- + <us> in Lek­tion 13 wer­fen.

 

 

pum — ein extrem nüt­zlich­es Helfer­lein a.k.a. Dum­my- bzw. Platzhal­ter-Sub­stan­tiv

In der deutschen Sprache wollen wir gle­iche Sub­stan­tive in einem Satz nicht immer wieder wieder­holen; stattdessen lassen wir das zweite, gle­iche Sub­stan­tiv ein­fach weg (oder arbeit­en mit den entsprechen­den Artikeln "der, die, das"):
Dein Haus ist groß — mein Haus ist klein. → Dein Haus ist groß — meins ist klein.

Die Na'vi hand­haben dies ähn­lich, jedoch lassen sie dabei nichts weg, son­dern erset­zen das zweite Sub­stan­tiv, welch­es wieder­holt wer­den würde, durch pum:
Kelku ngeyä lu tsawl — pum oeyä lu hì'i. Dein Haus ist groß — meins ist klein.

Pum "mimt" qua­si automa­tisch das vorher vorhan­dene Sub­stan­tiv im gle­ichen Satz. Wie Dit­to aus Poké­mon :D

 

Fìlì'ukìng lu pum aswey. Dieser Satz ist der beste (Satz).

Tsatute lu lora pum alor. Diese Frau ist eine wun­der­schöne (Frau).

Ätxäle suyi ohe pivawm, peo­lo' luyu pum ngengeyä? Ich erbitte höflichst erfra­gen zu dür­fen, welch­er Stamm ist der Deine?

Ta'leng prrnenä lu faoi, pum koak­tuä ekx­txu. Die Haut eines Babies ist weich, die eines alten Men­schen (ist) rau.

Nga lu rolyu anawri slä Ninat lu pum aswey. Du bist eine tal­en­tierte Sän­gerin, doch Ninat ist die beste (Sän­gerin).

Faysäf­pìl faysì'efusì lu pum oeyä nì'aw. Diese Gedanken und Gefüh­le sind lediglich meine eige­nen (Gedanken und Gefüh­le).

Hum zìsìt alal, pähem pum amip. Yo'kofya atì'iluke. Das alte Jahr geht, das neue (Jahr) kommt. Ein end­los­er Kreis­lauf.

Lam set fwa saw­tute akawng holum, pum asìlt­san 'ì'awn. Es scheint nun, dass die bösen Him­mels­men­schen wegge­gan­gen sind, (doch) die guten (Him­mels­men­schen) bleiben.

 

Wichtig: pum kann nicht in den Plur­al geset­zt wer­den, allerd­ings kann man prob­lem­los Fal­l­en­dun­gen, Adpo­si­tio­nen etc. mit pum ver­wen­den oder das Ganze in direk­ten Ver­gle­ichen mit­tels to etc. anwen­den:

Nan­tangt­syìpìl oeyä pxeyay­oti tolaron, pumìl ngeyä mefayoangti syolep. Mein Hund hat drei Vögel gejagt, dein­er hat drei Fis­che gefan­gen.

Ftue lu fwa taron ngonga ioan­git to fwa taron pumit a lu walak sì win. Es ist ein­fach­er ein träges Tier zu jagen als eines, welch­es leb­haft und schnell ist.

Krro krro, flìa vul arusey to nutxa pum akerusey lu txur. Hin und wieder ist ein dün­ner Ast stärk­er als ein dick­er tot­er (Ast).

Masat oeyä ley nìftx­an na pum ngeyä. Meine Brust­plat­te ist genau­so wertvoll wie deine (Brust­plat­te).

Mì slär ayoeyä lu pxaya spx­am, mì fum ayn­geyä ke lu kea ayspx­am. In unser­er Höh­le gibt es viele Pilze, in eur­er gibt es keine Pilze.
Hier kön­nte man spx­am nicht durch pum erset­zen, da pum bere­its slär wieder­holt bzw. erset­zt — 2x pum wäre zu ver­wirrend und nicht klar genug.

 

 

 

Übung I:

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