Lektion 23: Konjunktionen

Kon­junk­tio­nen sind uns hier nicht gän­zlich neu; und ulte (Lek­tion 5) sind z.B. solche Kon­junk­tio­nen. Eine Kon­junk­tion ist ein Binde­wort, welch­es einzelne Haupt- und Neben­sätze zu einem großen Satz zusam­men­fügt bzw. diese verbindet, indem es sel­bige Teil­sätze ein­leit­et. Dabei wird die Kon­junk­tion meis­tens am Anfang des einzulei­t­en­den Teil­satzes platziert.
Auch die uns bekan­nten F-Wörter (fwa, fula, futa, furia) und ihre TS-Geschwis­ter (tsawa, tsala, tsa­ta, tsaria) sind mehr oder min­der Kon­junk­tio­nen, bzw. Rel­a­tivsatzein­leit­er bzw. eigentlich Rel­a­tivpronomen (abgekürzt in Wörter­büch­ern mit rel.).

Wir ken­nen aber nicht nur "und", son­dern auch "wenn", "falls", "nach­dem" und so weit­er. Auch die Na'vi haben eine man­nig­faltige Auswahl an solchen Bindewörtern, die wir uns hier mal genauer anschauen wer­den :)
Manche davon sind denkbar ein­fach, manche kön­nen nur in fes­ten Paaren auftreten und andere sind etwas kom­pliziert­er. Aber auch hier wieder; eins nach dem anderen ;)

Macht euch am besten 'n Kaf­fee, Tee oder 'ne heiße Schoko­lade und wühlt euch langsam aber stetig durch das fol­gende Textmon­ster (oder nutzt es nach Bedarf ein­fach nur als Nach­schlagew­erk). Weil es so viele Kon­junk­tio­nen gibt und die ganzen Erk­lärun­gen und Beispiele diese Lek­tion nicht kürz­er wer­den lassen, gibt's alle hier behan­del­ten Kon­junk­tio­nen nochmal als Lin­kleiste für den beque­men Schnel­lzu­griff:

krra… tsakrr… / … a krr | txo… tsakrr… | txoke­fyaw… | swey­lu txo… | swey­lu fwa/tsawa… | zun… zel…
tengkrr… | sre­fwa… | mawkr­ra… / mawfwa… / … a krrmaw | takr­ra… / … akr­rta | vaykrr…
tsnì… | ftx­ey… ftx­ey… | ftx­ey… fuke | ken'aw… släkop…
fìtxan/nìftxan… kuma… | kuma… / … akum | fte… | fteke…
talu­na… / … alun­ta | tawey­ka…
'ul… 'ul… / 'ul… nän… / nän… 'ul… / nän… nän…
teng­fya… | ket­sran…hufwa… | tson­ta… | tup… | ki…
fu, sì, ulte, slä, alu, kop

 

 

krra… tsakrr… — wenn… dann… + … a krr

Für generelle bzw. zeitliche (tem­po­rale) Kon­di­tion­al­sätze. Kon­di­tion­al­satz soll heißen, dass X passieren muss (Kon­di­tion), damit Y ein­treten kann (Folge). Eigentlich gar nicht so schw­er; Beispiele:

Krra nga kelkune tätx­aw, tsakrr 'ayem oel wut­sot aftxìlor. Wenn du nach Hause kommst, dann werde ich eine köstliche Mahlzeit zubere­it­en.

Wenn… dann… immer in der Form auszus­prechen macht kaum jemand, im Deutschen wie in Na'vi, weswe­gen tsakrr oft ein­fach fall­en bzw. nicht aus­ge­sprochen wird (aber man weiß den­noch, dass es den Neben­satz entsprechend ein­leit­et):

Krra nga kelkune tätx­aw, 'ayem oel wut­sot aftxìlor. Wenn du nach Hause kommst, werde ich eine köstliche Mahlzeit zubere­it­en.

Hier muss etwas zeitlich ori­en­tiertes bzw. ein Zeit­punkt ein­treten, damit darauf etwas fol­gen kann.

 

Und wie wir bei den F-Wörtern bere­its gel­ernt haben, hat Na'vi die Eige­nart, dass Neben­sätze nicht nur nach rechts, son­dern auch nach links ver­laufen kön­nen, anders als im Deutschen. Wir erin­nern uns:

Sunu oeru fwa slele. ↔ Slele a fì'u sunu oeru.

Gle­ich­es gilt auch für die meis­ten Kon­junk­tio­nen, auf jeden Fall aber für krra (a krr), talu­na (alun­ta), usw. — aber bleiben wir erst ein­mal bei krra bzw. a krr:

Nga kelkune tätx­aw a krr, 'ayem oel wut­sot aftxìlor. Wenn du nach Hause kommst, werde ich eine köstliche Mahlzeit zubere­it­en.

 

Habt also nach wie vor ein offenes Auge auf das kleine a und in welche Rich­tung es Neben­sätze ver­laufen lässt. ;)

 

 

txo… tsakrr… — falls… dann… (+ Kon­junk­tiv <iv>)

Für erfüll­bare Kon­di­tion­al­sätze. Entspricht am ehesten unserem falls… dann… — in Englisch wird das Ganze noch etwas klar­er, da Englisch einen deut­licheren Unter­schied zwis­chen "wenn" (when) und "falls" (if) macht als Deutsch — Deutsch ver­wen­det zumeist für bei­des ein­fach "wenn" (denn "wenn" kann bei­des bedeuten), aber Na'vi macht da deut­liche Unter­schiede.
Txo erfordert übri­gens den Kon­junk­tiv <iv>, kann in der salop­peren Umgangssprache aber auch wegge­lassen wer­den.
Also, falls… dann… :

Txo new nga rivey, tsakrr oehu! Falls du leben möcht­est, dann (komm) mit mir!

Auch hier kann, wie bei krra / a krr das Wörtchen tsakrr im Neben­satz wegge­lassen wer­den:
Txo new nga rivey, oehu! Falls du leben möcht­est, (komm) mit mir!

 

Tìtusaronìri txo new fko slivu tsulfä­tu, zene smar­to livu walak. Falls du ein Meis­ter des Jagens wer­den möcht­est, musst du aktiv­er als deine Beute sein.

Txo new nga tsli­vam, zene kivanf­pìl. Falls du ver­ste­hen möcht­est, musst du dich konzen­tri­eren.

Txo kxeyeyti ayn­gal tsive'a, rutxe oeru piveng. Falls ihr einen Fehler seht, gebt mir bitte Bescheid.

Txo fkol ke fyiv­el uran­it pay­wä, zene fko slivele. Falls man (s)ein Boot nicht gegen Wass­er abdichtet, muss man schwim­men.

Und manch­mal brauch man über­haupt kein "dann":

Txo ke tsiye­vun oe tìf­tang sivi for. Falls ich es nicht schaf­fen sollte sie aufzuhal­ten.

 

Wie man sehen kann, wer­den die meis­ten Kon­di­tion­al­sätze mit txo oder krra ohne tsakrr gebildet. Hat sich, denke ich, ein­fach so einge­bürg­ert bzw. wurde ein­fach schlichtweg aus dem deutschen bzw. englis­chen Sprachge­brauch so über­nom­men. :P Und da in txo kein a ver­baut ist, kön­nen Sätze, die es bein­hal­ten, nur in eine Rich­tung (nach rechts) ver­laufen.

 

 

txoke­fyaw… — falls nicht… / son­st…

Stammt von "txo ke fìfya'o", "falls nicht auf diese Weise" ab.

Kllte lu ekx­txu. Nari si txoke­fyaw tìran nìnu. Der Boden ist rau/uneben. Pass auf, son­st stolperst du.

Txoke­fyaw lìye­vu kxawm 'a'awa tute a plltxe san po tìkx­ey soli. Andern­falls gäbe es vielle­icht einige Leute, die sagen "er hat's ver­mas­selt".

 

 

swey­lu txo…

Swey­lu stammt von swey lu ("es ist/wäre das Beste") und wird meis­tens durch eine Kon­junk­tion begleit­et. Dabei kommt es darauf an, ob das, was das Beste wäre, in der Zukun­ft stat­tfind­et oder bere­its passiert ist und in der Ver­gan­gen­heit liegt.

Für die Zukun­ft wird sywelu txo ver­wen­det:

Swey­lu txo nga kivä. Es wäre das Beste, du würdest gehen. / Es wäre das Beste, wenn du gehen würdest.

 

Oft wer­den Kon­struk­tio­nen, die swey­lu bein­hal­ten, auch mit "sollen" über­set­zt; das liegt daran, dass es sich im Deutschen (sowie im Englis­chen) zumeist ein­fach bess­er anhört, während es mehr oder min­der die gle­iche Bedeu­tung trans­portiert:

Swey­lu txo nga kivä. Du soll­test gehen.

 

Dabei muss swey­lu txo nicht immer nur direkt am Satzan­fang ste­hen, denn dank freier Wor­tord­nung kann man auch da wieder ein wenig jonglieren und aus diesem Satz z.B. auch fol­gen­des machen:

Nga swey­lu txo kivä. Du soll­test gehen.

Oder eine sehr kurze und knappe Form daraus bilden:

Swey­lu txo kivä. Ich/du/er/sie/wir/ihr… sollte/st/n gehen.

 

 

swey­lu fwa… / swey­lu tsawa…

Und für die Ver­gan­gen­heit bzw. abgeschlossene Hand­lun­gen wird swey­lu fwa oder swey­lu tsawa ver­wen­det:

Swey­lu fwa po kolä. Es ist das Beste / es ist gut, dass er gegan­gen ist.

Swey­lu tsawa po kolä. Es ist das Beste / es ist gut, dass er gegan­gen ist.

 

Achtung, hier kann swey­lu nicht mehr mit "sollen" über­set­zt wer­den.
Wenn ihr euch jet­zt fragt "Hää? Tsawa?" — schaut nochmal in Lek­tion 14 rein ;D

 

 

zun… zel… — falls… dann… (+ Kon­junk­tiv <iv>)

Für unerfüllbare/irreale Kon­di­tion­al­sätze. Soll heißen, dass X hätte passieren müssen/passieren müsste, damit Y hätte ein­treten können/eintreten kann — ist aber nicht so passiert oder wird so nicht passieren, also muss man hier­bei statt zu txo… tsakrr… zu zun… zel… greifen. Hier dürften Beispiele Klarheit schaf­fen:

Zun tom­pa ke zimvup fìre­won, zel tsirvun slivele oe set.
Hätte es heute mor­gen nicht gereg­net, kön­nte ich jet­zt schwim­men gehen. (Es hat heute mor­gen aber gereg­net, also Pech gehabt.)

Zun 'ìkwey Tapi­wahu muntxa ke simvi, zel po yawne­tu oeyä lirvu.
Wenn 'ìkwey Tapi­wa nicht geheiratet hätte, wäre er jet­zt mein Geliebter. (Er hat Tapi­wa aber geheiratet, also wurde nix draus.)

Zun rirvol oe pxiset, zel hivum nga.
Wenn ich jet­zt ger­ade am sin­gen wäre, würdest du wegge­hen. (Ich singe aber nicht, also bleib­st du da.)

Zun oe yawne livu ngar, zel 'ivefu oe nitram nì'aw.
Wenn du mich lieben würdest, wäre ich ein­fach nur glück­lich. (Du lieb­st mich aber nicht…)

Zun oe yawne limvu ngar, zel 'imvefu oe nitram nì'aw.
Wenn du mich geliebt hättest, wäre ich ein­fach nur glück­lich gewe­sen. (Du liebtest mich aber nicht…)

Zun tom­pa zìyevup trray, zel fo srìyevew.
Wenn es mor­gen reg­nen würde, wür­den sie tanzen. (Es wird aber nicht reg­nen…)

 

Bei Kon­di­tion­al­sätzen, vor allem aber solchen mit zun und zel, kom­men ver­mehrt die heißgeliebten Kom­bi­na­tion­sin­fixe (jene mit <iv>, Lek­tion 13) zum Ein­satz, weswe­gen ich sie in den vor­ange­gan­genen Beispie­len eben­falls fett markiert habe.

In den Teil­sätzen mit zel begin­nend kann man diese aber auch weglassen, wenn sie iden­tisch mit dem aus dem Teil­satz mit zun begin­nend sind (aber auch nur dann):

Zun oe yawne livu ngar, zel 'ivefu oe nitram nì'aw.
Zun oe yawne livu ngar, zel 'efu oe nitram nì'aw.
Zun oe yawne limvu ngar, zel 'imvefu oe nitram nì'aw. Zun oe yawne limvu ngar, zel 'efu oe nitram nì'aw.
Zun tom­pa zìyevup trray, zel fo srìyevew. Zun tom­pa zìyevup trray, zel fo srew.

In welch­er Form auch immer, <iv> wird bei zun… zel… immer erfordert, anders als bei txo.

 

 

tengkrr… — während…

Wurde aus ten­ga krr gebildet, "selbe Zeit". Anders als krrka (adp.), das man zusam­men mit Sub­stan­tiv­en ver­wen­det, die eine zeitliche Dauer bein­hal­ten, kann man tengkrr für ganze Neben­sätze (und der Kern eines jeden Satzes ist ja sein Verb) statt nur ein Sub­stan­tiv ver­wen­den. Bei­de Wörter bedeuten "während", aber lasst mich direkt den Unter­schied zwis­chen krrka und tengkrr ver­an­schaulichen:

Krrka sätaron / sätaronkrrka awn­gal pxaya tal­ioan­git tspolang. Während der Jagd haben wir viele Sturmbestien erlegt.

Tengkrr tar­maron, awn­gal pxaya tal­ioan­git tspolang. Während (wir) jagten (am jagen waren), haben wir viele Sturmbestien erlegt.

 

Logisch soweit, oder? Ok, dann mal weit­er im Text.
Da tengkrr, "während", impliziert, dass es sich um einen Zeitraum han­delt, in dem etwas stat­tfind­et, wird häu­fig <er> (bzw. Kom­bi­na­tion­sin­fixe mit <er>) zusam­men mit tengkrr ver­wen­det, weswe­gen ich oben das Infix <arm> gewählt habe. Andere offizielle Beispiel­sätze:

Tengkrr palu­lukan moene kxll sarmi, poltxe Neytir­il aylì'ut a frakrr 'ok seyä layu oer. Während der Thana­tor auf uns bei­de zu stürmte, sagte Neytiri etwas, dass ich auf immer in Erin­nerung behal­ten werde. / Während der Thana­tor auf uns zu stürmte, sagte Neytiri Wörter, deren Gedenken immer mir sein wer­den.

Ihr wun­dert euch über seyä? Ver­ständlich. Wenn ihr euch die voll­ständi­ge Liste aller Per­son­al­pronomen bzw. alle möglichen For­men der­sel­ben im Kern­gram­matik-Sam­mel­suri­um anschaut, dürfte euch recht schnell klar wer­den, was dieses Wort bedeuten soll, bzw. woher es stammt. In Lek­tion 6 wurde bere­its kurz erwäh­nt, dass tsa'u bzw. tsaw als eigen­ständi­ges Pronomen der drit­ten una­n­imierten Per­son ("es") dienen kann. Hier wird die Regel tsa- + ay+ = tsay+ aus­ge­he­belt, denn seyä wurde aus ay+tsa'u-ä gebildet, also erst zu tseyä und dann mit ay+ in den Plur­al geset­zt, ayseyä — und weil bei durch ay+ verur­sachter Leni­tion das ay+ auch fall­en gelassen wer­den kann, kann daraus auch ein­fach seyä wer­den. :)

 

Na'vi ìlä ho'on kllkx­olem tengkrr rerol. Die Na'vi standen in einem Kreis, sin­gend (während sie san­gen).

Txon­am tengkrr tarmìran oe kxam­lä na'rìng, srol­er eo utral atsawl txew­ma vrrtep. Let­zte Nacht während ich durch den Wald lief, erschien ein ang­ste­in­flößen­der Dämon vor einem großen Baum.

Tengkrr ftx­ozä sereiyi awnga, ke tswi­va' aylom­tu­ti ko! Während wir feiern, lasst uns nicht die Ver­mis­sten / jene vergessen, die nicht hier sein kön­nen (die wir aber ver­mis­sen)!

 

 

Auch bei den nach­fol­gen­den Kon­junk­tio­nen dieser Gruppe (von Zeit­punk­ten, krr) gibt es wie bei tengkrr/krrka direk­te Ver­wech­slungs­ge­fahr mit entsprechend ähn­lichen Adpo­si­tio­nen, die ja auch schon in der Kon­junk­tion selb­st drin steck­en bzw. ver­baut wur­den (sre, maw, ta, vay). Daher wer­den auch hier wieder Beispiel­sätze zum Ver­gle­ich und zur Abgren­zung zwis­chen der Ver­wen­dung von Kon­junk­tion und Adpo­si­tion zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

 

 

sre­fwa… — bevor… ver­sus srekrr — vorher/bereits

Nun, um auszu­drück­en, dass etwas vor einem gewis­sen Zeit­punkt oder Gescheh­nis stat­tfind­et, haben wir eigentlich zwei Optio­nen, und alle haben in irgen­dein­er Form etwas mit der Adpo­si­tion sre zu tun.
Bei der, wie auch bei krrka etc., kommt es aber darauf an, sie direkt mit einem Sub­stan­tiv zu ver­wen­den; sobald ein (Teil-)Satz bzw. Verb im Spiel ist, ist die Adpo­si­tion sre alleine nicht mehr die richtige Wahl, wodurch daraus dann entsprechende Kon­junk­tio­nen gebildet wur­den; und zwar srekrr (adv.) (vor der Zeit [welche ist/als…]) und sre­fwa (conj.) (zeitlich vor der Sache welche ist/als…).
Das selbe Prinzip ist auch bei den weit­er unten ste­hen­den Kon­junk­tio­nen mit krr bzw. fwa zu sehen. Diese Erk­lärung hier wird also nicht mehr geson­dert für jede betrof­fene Kon­junk­tion wieder­holt wer­den. Ich hoffe sie hil­ft euch aber hof­fentlich dabei, die Struk­tur hin­ter diesen Kon­junk­tio­nen und somit ihre Bedeu­tung sowie Ver­wen­dung bess­er zu ver­ste­hen. ;)

Fan­gen wir mal gle­ich mit ein­er Reden­sart an, und zwar sre fwa sngap zize'(oft gekürzt zu "sfsz").
Wörtlich heißt sie so viel wie "bevor die Höl­len­feuer­we­spe zus­ticht" und soll so viel heißen wie unsere deutsche Reden­sart "so schnell wie möglich". Hier wurde sre als alleine ste­hende Adpo­si­tion vor fwa ver­wen­det, was so auch kor­rekt ist, also "bevor dieser Sache welche ist". Karyu Pawl hätte statt den bei­den Wörtern aber auch ein­fach sre­fwa ver­wen­den kön­nen, ohne die Bedeu­tung zu verän­dern:
Sre­fwa sngap zize'.

Schauen wir uns mal andere Beispiel­sätze an:

Sre­fwa oe hum, new pivlltxe. Bevor ich gehe, möchte ich sprechen.

Hier hätte man auch statt sre­fwa eben sre fwa ver­wen­den kön­nen:
Sre fwa oe hum, new pivlltxe.

Aber warum sollte man das tun, wenn man statt zwei Wörtern nur ein Wort ver­wen­den kann? :P

 

Zudem gibt es eine Beson­der­heit zu srekrr. Es ist keine Kon­junk­tion, son­dern ein Adverb (adv.), wodurch es nicht am Anfang des (Neben-)Satzes ste­hen muss, anders als sre­fwa (Kon­junk­tion, conj., (Neben-)Satzeinleiter) kann für "vorher" oder "bere­its" ver­wen­det wer­den:

Srekrr 'ame­fu väng, set yeväng. Vorher war ich durstig, jet­zt bin ich nicht mehr durstig / jet­zt ist mein Durst gelöscht.

Tseyk tswa­may­on fa ikran srekrr; tafral fmoli fìkem sivi fa toruk nìsteng. Jake ist vorher (schon mal) mit einem Ikran geflo­gen; daher hat er es auf ähn­liche Weise mit Toruk ver­sucht.

Fayupxaremì oe payängkxo teri horen lì'fyayä leNa'vi fpi sute a tsun srekrr tsat sivar. In diesen Nachricht­en werde ich für jene, die sie bere­its ver­wen­den kön­nen, über die Regeln der Sprache der Na'vi plaud­ern.

 

Ver­wirrt? Ok… lasst es mich so ver­suchen zu erk­lären:

Wenn man über Ereignisse redet, die erst noch in der stat­tfind­en wer­den (egal ob Zukun­ft oder Ver­gan­gen­heit) und davor soll/wird/ist noch etwas passieren/passiert, ver­wen­det man sre­fwa;
Sre­fwa kä nem­fa na'rìng, zene oe hivawl. Bevor ich in den Wald gehe (was erst noch stat­tfind­en wird), muss ich mich vor­bere­it­en.
Sre­fwa kayä nem­fa na'rìng, zayene oe hivawl. Bevor ich in den Wald gehen werde (was erst noch stat­tfind­en wird), werde ich mich noch vor­bere­it­en müssen.
Sre­fwa kamä nem­fa na'rìng, zolene oe hivawl. Bevor ich in den Wald ging (was bere­its stattge­fun­den hat, aber zeitlich vor der Vor­bere­itung dafür stat­tfand), musste ich mich vor­bere­it­en.

Bei Ereignis­sen, die bere­its in der Ver­gan­gen­heit stattge­fun­den haben, also in der Ver­gan­gen­heit liegen, greift man zu srekrr;
Lì'fyari leNa'vi srekrr ke tslo­lam oe kaw'it, slä set teiok kxay­lyìt. Zuvor habe ich bzgl. der Sprache der Na'vi nichts ver­standen (was aber nun Ver­gan­gen­heit ist), aber jet­zt bin ich auf einem fort­geschrit­te­nen Lev­el.

 

Zur Sicher­heit nochmal ein Beispiel­satz in ver­schiede­nen Aus­führung zur Verdeut­lichung der Unter­schiede zwis­chen srekrr, sre­fwa und li:

Li yerik­it tspolang oel. Ich habe bere­its ein Yerik getötet. (Das Töten durch mich ist bere­its abgeschlossen, das Yerik ist bere­its tot.) I already have killed a yerik.
Srekrr yerik­it tspolang oel. Ich habe zuvor/schon ein­mal ein Yerik getötet. (Ich habe das schon mal gemacht / es ist nicht das erste Mal, dass ich das getan habe). I have killed a yerik before.
Sre­fwa yerik­it tspolang oel, peyä tsmìmit samutx. Bevor ich das Yerik getötet habe, ver­fol­gte ich seine Fährte. (Bevor ich es getötet habe, ist zuerst etwas anderes passiert.) Before I have killed a/the yerik, I tracked/followed its track.

Im Deutschen kön­nen sich die Bedeu­tun­gen von li und srekrr ggf. leicht über­schnei­den; im Englis­chen empfinde ich den Unter­schied als deut­lich­er. Klar bleibt jedoch, dass sre­fwa in Satzge­fü­gen ver­wen­det wird, die min­destens einen Neben­satz haben (son­st bräuchte man ja auch kaum eine Kon­junk­tion, um diesen Neben­satz einzuleit­en, und sre­fwa ist ja eine solche ;P )

 

Zu Sprachen bzw. Fähigkeit­en und die ver­schiede­nen Fähigkeit­en­lev­el (Anfänger, Fort­geschrit­ten, etc.) ler­nen wir in Lek­tion 35 mehr.

 

 

mawkr­ra… & mawfwa… — nach­dem… + akr­rmaw ver­sus mawkrr (nach­dem)

Bei mawkr­ra (conj.), mawfwa (conj.) und mawkrr (adv.!) sieht es ähn­lich aus wie bei srekrr (adv.) und sre­fwa (conj.); akrrmaw ist nur die nach links führende Ver­sion von mawkrra ("immer auf das kleine a acht­en!").

 

Gehen wir mal gle­ich zu den Beispiel­sätzen mit mawkr­ra:

Fori mawkr­ra fa renten ioi säpoli holum. Was ihn/sie bet­rifft, nach­dem er/sie sich selb­st mit der Flug­brille geschmückt hat, ist er/sie wegge­gan­gen. Nach­dem er/sie sich die Flug­brille ange­zo­gen hat, ist er/sie gegan­gen.
Mawkr­ra fko lie soli tìlenur afpx­amo fìtx­an, tìrey ke lu teng kawkrr. Nach­dem man ein solch schreck­lich­es Ereig­nis erlebt hat, ist das Leben nie (wieder) das selbe.
Mawkr­ra Tsyeyk ftxolulì'u, tslam frapol futa slu po Olo'eyktan amip.  Nach­dem Jake die Rede gehal­ten hat, ver­stand jed­er, dass er der neue Klan­führer wird.
Hìkr­ro mefo kak­pam lar­mu mawkr­ra pxolor kun­sìp. Für kurze Zeit waren die bei­den taub, nach­dem das Gun­ship explodiert ist.

 

Man kann hier mawkr­ra ein­fach durch mawfwa erset­zen, da bei­de Wörter Kon­junk­tio­nen mit der sel­ben Bedeu­tung sind:

Fori mawfwa fa renten ioi säpoli holum. Was ihn/sie bet­rifft, nach­dem er/sie sich selb­st mit der Flug­brille geschmückt hat, ist er/sie wegge­gan­gen. Nach­dem er/sie sich die Flug­brille ange­zo­gen hat, ist er/sie gegan­gen.
Mawfwa fko lie soli tìlenur afpx­amo fìtx­an, tìrey ke lu teng kawkrr. Nach­dem man ein solch schreck­lich­es Ereig­nis erlebt hat, ist das Leben nie (wieder) das selbe.
Mawfwa Tsyeyk ftxolulì'u, tslam frapol futa slu po Olo'eyktan amip.  Nach­dem Jake die Rede gehal­ten hat, ver­stand jed­er, dass er der neue Klan­führer wird.
Hìkr­ro mefo kak­pam lar­mu mawfwa pxolor kun­sìp. Für kurze Zeit waren die bei­den taub, nach­dem das Gun­ship explodiert ist.

 

Durch das kleine a zeigt mawkrra nach rechts, soll heißen, dass der dazuge­hörige Neben­satz nach mawkr­ra fol­gen muss; akrrmaw ist die Ver­sion, die nach links zeigt, soll heißen, dass der dazuge­hörige Neben­satz vor akr­rmaw ste­hen muss. Mawfwa hat übri­gens keinen solchen "Zwill­ing". Nehmen wir also mal die Beispiel­sätze von ger­ade eben und drehen sie entsprechend um:

Fori fa renten ioi säpoli akr­rmaw holum. Was ihn/sie bet­rifft, nach­dem er/sie sich selb­st mit der Flug­brille geschmückt hat, ist er/sie wegge­gan­gen. Nach­dem er/sie sich die Flug­brille ange­zo­gen hat, ist er/sie gegan­gen.
Fko lie soli tìlenur apx­amo fìtx­an akr­rmaw, tìrey ke lu teng kawkrr. Nach­dem man ein solch schreck­lich­es Ereig­nis erlebt hat, ist das Leben nie (wieder) das selbe.
Tseyk ftxolulì'u akr­rmaw, tslam frapol futa slu po Olo'eyktan amip.  Nach­dem Jake die Rede gehal­ten hat, ver­stand jed­er, dass er der neue Klan­führer wird.
Hìkr­ro mefo kak­pam lar­mu, pxolor kun­sìp akr­rmaw. Für kurze Zeit waren die bei­den taub, nach­dem das Gun­ship explodiert ist.

Das Ergeb­nis ist im Grunde das selbe (Kom­ma­ta helfen aber in geschrieben­er Form die Sätze bess­er iden­ti­fizieren und somit ver­ste­hen zu kön­nen);  es ist ein­fach reine Geschmackssache, welche Ver­sion bzw. Rich­tung man bevorzugt.

 

Wid­men wir uns jet­zt also dem Unter­schied zwis­chen mawkr­ra (conj., "nach­dem") und mawkrr (adv., "danach, nach, später")  — und maw (adp., "nach"). Wie schon bei tengkrr und krrka oder sre­fwa und srekrr bes­tim­men die Unter­schiede in den Wortk­lassen (Kon­junk­tion ver­sus Adver­bie) die Ver­wen­dungsweise und Bedeu­tung. Stellen wir die bei­den mal gegenüber:

Polähem saw­tute kam zìsìt amrr, hum mezìsìt mawkrr. Die Him­mels­men­schen sind vor fünf Jahren (hier) angekom­men, sie sind nach zwei Jahren gegan­gen.
Polähem saw­tute kam zìsìt amrr, hum mezìsìtmaw. Die Him­mels­men­schen sind vor fünf Jahren (hier) angekom­men, sie sind nach zwei Jahren gegan­gen.
Polähem saw­tute kam zìsìt amrr, slä mawkr­ra mezìsì­to Eywa'evengit tok, hum. Die Him­mels­men­schen sind vor fünf Jahren angekom­men, aber nach­dem sie zwei Jahre lang auf Pan­do­ra gewe­sen sind, sind sie gegan­gen.

Im ersten Satz mit mawkrr (adv.) bezieht dieses sich direkt auf mezìsìt ("nach zwei Jahren"), im zweit­en Satz wurde stattdessen die Adpo­si­tion maw direkt an mezìsìt ange­heftet ("nach zwei Jahren", gle­ich­es Ergeb­nis) und im drit­ten Satz leit­et mawkr­ra einen Neben­satz (mezìsì­to Eywa'evengit tok, "nach­dem sie zwei Jahre lang auf Pan­do­ra gewe­sen sind") ein.

Ein weit­eres Beispiel:

Nì'awve fol yolom wut­sot; mawkrr uvan si. Zuerst haben sie eine Mahlzeit gegessen; danach/später haben sie gespielt.

Mawkrra/mawfwa nì'awve fol yolom wut­sot, uvan si. Nach­dem sie zuerst eine Mahlzeit gegessen haben, haben sie gespielt.
Nì'awve fol yolom wut­sot akr­rmaw, uvan si. Nach­dem sie zuerst eine Mahlzeit gegessen haben, haben sie gespielt.

Tìyu­sommaw fo uvan soli. Nach dem Essen haben sie gespielt.

Und weil's so schön is, noch eins:

Maw txan­tom­pa, pxaya syu­lang sngä'i 'ivong. Nach dem Regen­schauer begin­nen viele Blu­men zu blühen.

Mawkrra/mawfwa tom­pa zolup, pxaya syu­lang sngä'i 'ivong. Nach­dem es gereg­net hat, begin­nen viele Blu­men zu blühen.
Tom­pa zolup akr­rmaw, pxaya syu­lang sngä'i 'ivong. Nach­dem es gereg­net hat, begin­nen viele Blu­men zu blühen.

Tom­pa zup; mawkrr pxaya syu­lang sngìyä'i 'ivong. Es reg­net; danach/später wer­den viele Blu­men begin­nen zu blühen.

 

 

takr­ra… / … akr­rta — seit…

Jet­zt gibt's weniger Ver­wech­slungs­ge­fahr, denn takr­ra bzw. akr­rta haben keinen "zweiei­igen Adver­bi­en-Zwill­ing". Es ist eine Kon­junk­tion. Punkt. xD Jedoch gibt es die Adpo­si­tion ta — und da schauen wir uns auch wieder Ver­gle­iche an.

Ayhapxì­tu ponguä txopu si nìnän takr­ra Va'rul pxeku­tut lätx­ayn. Die Mit­glieder der Gruppe fürcht­en sich weniger, seit­dem Va'ru drei Feinde besiegt hat.
Va'rul pxeku­tut lätx­ayn akr­rta ayhapxì­tu ponguä txopu si nìnän. Seit­dem Va'ru drei Feinde besiegt hat, fürcht­en sich die Mit­glieder der Gruppe weniger.
Ta sälätx­ayn pxeku­tuä fa Va'ru ayhapxì­tu ponguä txopu si nìnän. Seit dem Besiegen der drei Feinde durch Va'ru fürcht­en sich die Mit­glieder der Gruppe weniger.

Takr­ra tsam hasey lu, olo'eyktan fnu nì'ul. Seit­dem der Krieg vor­bei ist, ist der Klan­führer stiller.
Ta tsam olo'eyktan fnu nì'ul. Seit dem Krieg ist der Klan­führer stiller.

 

 

vaykrr… — bis…

Das gle­iche Spiel wie bei takr­ra. Vaykrr wiederum hat keinen "linken Zwill­ing". Es gibt jedoch die Adpo­si­tion vay. Also, rein in die Beispiele:

Vaykrr tsam hasey lu, awnga zene wivem. Bis der Krieg vor­bei ist müssen wir kämpfen.
Vay tì'i'a tsamä awnga zene wivem. Bis zum Ende des Krieges müssen wir kämpfen.

Zene tskx­ekeng sivi nga nì'ul, vaykrr tìfme­tokìri alak­si lu. Du musst mehr üben, bis du für den Test bere­it bist.
Vay tìfme­tok zene tskx­ekeng sivi nga nì'ul. Bis (zum) Test musst zu mehr üben.

 

 

tsnì… — , dass…

Tsnì nimmt qua­si die gle­iche Funk­tion­sweise wie die F-Wörter ("… , dass …") ein und wird zusam­men mit eini­gen spez­i­fis­chen Ver­ben ver­wen­det.

Diese Ver­ben sind: ätxäle si, fe'pey, leymfe', leymkem, mowar si, ran­gal, sìlpey, srefey und sref­pìl.
Aber Obacht, bei srefey und sref­pìl kann man wahlweise statt tsnì auch futa ver­wen­den, solange die bei­den Ver­ben tran­si­tiv (und nicht intran­si­tiv) ver­wen­det wer­den. Dazu gle­ich an entsprechen­der Stelle mehr.

Beispiele, der Rei­hen­folge der entsprechen­den Ver­ben nach:

Oe ätxäle si tsnì frapo fnivu. Ich bitte darum, dass alle leise sein mögen.
Ätxäle si wird auch in ein­er Kon­struk­tion der Höflichkeit oder im zer­e­moniellen Kon­text ver­wen­det, näm­lich
"ätxäle s(uy)i o(h)e pivawm, …", "ich erbitte (höflichst/zeremoniell) fra­gen zu dür­fen, …" — aber zu den ver­schiede­nen Stufen der Höflichkeit der Sprache gibt's erst in Lek­tion 33 mehr.

Fo leymfe' tsnì syuve lu wew. Sie beschw­eren sich darüber, dass das Essen kalt ist.

Leymkem po tsnì fwa Akwey slu olo’eyktan lu kemwiä. Er beschw­ert sich darüber, dass es unfair ist, dass Akwey Klan­führer wird.

Poe mowar si poa­nur tsnì hivum. Sie empfiehlt/rät ihm zu gehen.

Oe ran­gal tsnì tom­pa zivup trray. Ich wün­sche mir, dass es mor­gen reg­net (… , dass es mor­gen reg­nen möge).

Sìlpey oe tsnì fìzìsìtìl ayn­garu zamìye­vunge txana fpomit sì fpom­tokx­it. Ich hoffe, dass dieses Jahr euch viel Glück/Wohlsein/Friede und Gesund­heit brin­gen möge.

Po fe'poley tsnì 'itan sneyä tìfme­tok­it ke emzìyeva'u. Er hat befürchtet, dass sein Sohn den Test nicht beste­hen würde.

 

Klein­er Aus­flug in die Ety­molo­gie ("Wort­geschichte"; Ursprung, Entwick­lung eines Wortes) von sìlpey und fe'pey. Sie sind Gegen­sätze; sìlpey heißt "hof­fen", während fe'pey mit "befürcht­en" über­set­zt wird. Sìlpey wurde näm­lich aus sìlt­san und pey zusam­menge­set­zt, also qua­si "gut warten" bzw. "auf etwas gutes warten" = "hof­fen"; fe'pey wurde aus fe' und pey zusam­mengeschus­tert, also qua­si "schlecht warten" bzw. "auf etwas schlecht­es warten", also "befürcht­en". Inter­es­sant, oder? ;P Viele Wörter der Sprache der Na'vi haben eine solche "Geschichte" — sich damit auseinan­der zu set­zen macht m.M.n. nicht nur extra Spaß, son­dern hil­ft einem auch dabei, Wörter bess­er zu ver­ste­hen und erin­nern zu kön­nen :)

 

Wie oben bere­its erwäh­nt, kann man srefey und sref­pìl wahlweise intran­si­tiv mit tsnì oder tran­si­tiv mit futa ver­wen­den, während das Ergeb­nis das gle­iche bleibt:

Set srefey oe tsnì tsam­pongu tätx­aw maw txon'ong. Jet­zt erwarte ich / nehme ich an, dass der Kriegstrupp nach der Abend­däm­merung zurück­kehren wird.
Set srefey oel futa tsam­pongu tätx­aw maw txon'ong. Jet­zt erwarte ich / nehme ich an, dass der Kriegstrupp nach der Abend­däm­merung zurück­kehren wird.

Sref­pìl Omatikaya tsnì Tsyeyk kawkrr ke tayätx­aw maw kavuk sneyä. Die Omatikaya nehmen an, dass Jake niemals nach seinem Ver­rat zurück­kehren wird.
Sref­pìl Omatikayal futa Tsyeyk kawkrr ke tayätx­aw maw kavuk sneyä. Die Omatikaya nehmen an, dass Jake niemals nach seinem Ver­rat zurück­kehren wird.

 

Man kann die meis­ten dieser Kon­struk­tio­nen aber auch ohne Kon­junk­tion ver­wen­den und dadurch entsprechend verkürzen sowie vere­in­fachen. Ist aber stark davon abhängig, ob es sin­nvoll und auch angemessen ist, denn durch Weglassen von Wörtern wird die Aus­sage generell "salop­per". Dieses Fal­l­en­lassen von tsnì ist vor allem oft bei sìlpey zu beobacht­en:

Sìlpey oe, fìzìsìtìl ayn­garu zamìye­vunge txana fpomit sì fpom­tokx­it.

 

 

ftx­ey… ftx­ey… — ob/entweder… oder…

Kon­junk­tio­nen mit ftx­ey sind sehr inter­es­sant, auch, weil man es als Kon­junk­tion recht man­nig­faltig ver­wen­den kann. Ftx­ey ist per se eigentlich ein tran­si­tives Verb, welch­es "wählen, auswählen" bedeutet. Als Kon­junk­tion gibt es zwei Vari­anten; die erste unter­suchen wir jet­zt, die zweite als näch­stes.
Wenn man ftx­ey als Kon­junk­tion ver­wen­det, so muss sie immer dop­pelt, also als Paar ver­wen­det wer­den; also immer ftx­ey… ftx­ey… — nur ein­mal ftx­ey zu ver­wen­den funk­tion­iert auf die Weise nicht.

Frapo, ftx­ey sngäi'yu ftx­ey tsulfä­tu, tsìye­vun fìt­sen­ge rivun 'uot lesar. Jed­er, (egal) ob Anfänger oder Meis­ter, wird hier etwas nüt­zlich­es find­en kön­nen.

Sutekip nìwotx, ftx­ey Na'vi ftx­ey saw­tute, lu sìlt­san lu kawng. Unter allen Per­so­n­en, (egal) ob Na'vi oder Him­mels­men­schen, gibt es gut(e) und böse (Per­so­n­en). (Inter­es­sant ist hier, dass statt ein zweites lu gewählt wurde; eigentlich müsste man daraus also zwei Mal "gibt es" über­set­zen, ein "und" ist aber schneller und ein­fach­er x) Außer­dem gehe ich davon aus, dass hier min­destens ein pum ein­fach fall­en gelassen wurde.)

Fwa ftx­ey ngal yerik­it taron, ftx­ey payoan­git syep ke tare; awn­gal tsngan­ti kin! Ob du Yerik jagst oder Fisch fängst ist egal; wir brauchen Fleisch!

Ftx­ey laro si ftx­ey ftia. Pive'un! Entwed­er du räumst auf oder lernst. Entschei­de dich!

Ikn­i­ma­yari po sola, luke teyn­ga ftx­ey emrivey ftx­ey tiverkup. Er hat sich Ikn­i­maya gestellt, ohne die Antwort (auf die Frage zu wis­sen), ob er über­leben oder ster­ben würde.

 

 

ftx­ey… fuke — ob… oder nicht

Dieses Paar ist min­destens genau­so inter­es­sant wie ftx­ey… ftx­ey… — wichtig ist es jedoch hier­bei zu beacht­en, dass fuke immer am Ende des (Teil-)Satzes ste­hen muss und nicht (wie das zweite ftx­ey weit­er oben) den Teil-/Neben­satz ein­leit­et und nie wegge­lassen wer­den darf.

Piveng oeru ftx­ey nga new rivey fuke. Sage mir, ob du leben möcht­est oder nicht.

Ftx­ey nga za'u fuke? Kommst du (oder nicht)?! (ungeduldige Frage, ob jemand sich doch endlich mal in Bewe­gung set­zen möge oder ob jemand irgend­wo hinkommt oder nicht)

Tìflä latem ìlä seyn­ga ftx­ey fkol sänu­met livek fuke. Erfolg hängt von der Antwort/davon ab, ob man Anweisung/Anleitung fol­gt oder nicht. (latem und ìlä zusam­men ergeben "von etwas abhän­gen" bzw. "abhän­gen von" — und da ìlä Leni­tion verur­sacht, wurde aus teyn­ga → seyn­ga)

Ke omum oe ftx­ey po taron trram fuke. Ich weiß nicht, ob er/sie gestern jagen war oder nicht.

Ikn­i­ma­yari po sola, luke teyn­ga ftx­ey emrivey fuke. Er hat sich Ikn­i­maya gestellt, ohne die Antwort (auf die Frage zu wis­sen), ob er über­leben würde oder nicht.

 

Mit ftx­ey… fuke kann man auch inter­es­santes im fol­gen­den Bezug anstellen:

Po zene tìkangkem sivi trray, ftx­ey sunu fuke! Er muss mor­gen arbeit­en, ob es ihm gefällt oder nicht!

Dies geht aber nur, wenn man über jeman­den redet, den man nicht direkt anspricht. Wenn man jeman­den direkt anspricht, muss man statt ftx­ey sunu fuke das Wörtchen sunke­sun (von sunu ke sunu) ver­wen­den:

Sunke­sun, nga zene tìkangkem sivi trray! Ob's dir gefällt oder nicht, du musst mor­gen arbeit­en!

 

 

ken'aw… släkop… — nicht nur… son­dern auch…

Auch dieses Kon­junk­tion­spärchen muss immer zusam­men ver­wen­det wer­den. Die bei­den Wörter stam­men von ke nì'aw ("nicht nur") und slä kop ("sondern/aber auch") ab.

Ngeyä tsmuke lu ken'aw lor släkop kanu. Deine Schwest­er ist nicht nur schön, son­dern auch schlau.

Ayn­gari sìlpey oe tsnì ken'aw fpom­tokx släkop fpom­ron yivo'. Ich hoffe, dass nicht nur eure physis­che, son­dern auch eure psy­chis­che Gesund­heit per­fekt sein möge.

Ken'aw aynu­meyu släkop karyu ke new vivar tivok numt­sen­gti, talu­na ya txa­s­om lu. Nicht nur die Schüler, son­dern auch der Lehrer wollen nicht länger (nicht fort­führen) in der Schule (zu) sein, da es (die Luft) sauheiß ist.

Mì Eywa'eveng, ken'aw sa'nokìl sneyä prrnen­ti vewng, släkop olo'ìl nìwotx. Auf Pan­do­ra küm­mert sich nicht nur die Mut­ter um ihr Baby, son­dern (auch) der ganze Klan.

 

 

fìtx­an… kuma / nìftx­an… kuma — so… dass…

Zuerst ein­mal, der Unter­schied zwis­chen fìtx­an und nìftx­an ist min­i­mal bis nicht exis­tent und die bei­den Wörter sind sowieso ziem­lich ver­wirrend. Bei­de sind Adver­bi­en (adv.), bei­de bedeuten in etwa "so (sehr), der­art, der­maßen", während fìtx­an noch andere Bedeu­tun­gen ("beson­ders, über­aus, im hohen Maße") und Ver­wen­dungsweisen find­et. Nìftx­an wurde aus nìfìtx­an gebildet, was eigentlich kom­plett redun­dan­ter Hum­bug ist (aber organ­is­che Sprachen bein­hal­ten oft nun ein­mal ver­meintlichen Hum­bug, hrh), da fìtx­an ja schon ein adv. ist… >___< … Die bei­den haben mir schon immer Kopf­schmerzen bere­it­et. Aber lasst mich mein Bestes ver­suchen, damit euch diese erspart bleiben xD *Ärmel hochkrem­pel*

Also. Im Zusam­men­hang mit kuma ("[mit dem] Ergebnis/Resultat welch­es ist") ist es kom­plett wurscht, welch­es Wort von den bei­den ihr dafür ver­wen­det, also, egal ob fìtx­an oder nìftx­an, das Ergeb­nis ist das selbe:

Lu poe sevin fìtx­an kuma yawne slolu oer. / Lu poe sevin nìftx­an kuma yawne slolu oer. Sie ist so schön, sodass ich mich in sie ver­liebt habe.

Lu oer ingyen a Ìstaw nim lu fìtx­an kuma pxìm wäpan. / Lu oer ingyen a Ìstaw nim lu nìftx­an kuma pxìm wäpan. Es ist mir ein Rät­sel, warum Ìstaw so schüchtern ist, dass er sich häu­fig ver­steckt.

Tsat­sen­ge lehrrap lu fìtx­an kuma tsane ke kä awnga kawkrr. / Tsat­sen­ge lehrrap lu nìftx­an kuma tsane ke kä awnga kawkrr. Jen­er Ort ist so gefährlich, sodass wir niemals dor­thin gehen.

Lì'fyati fto­lia ngal txankrr fìtx­an kuma tsulfä­tu leiu set. / Lì'fyati fto­lia ngal txankrr nìftx­an kuma tsulfä­tu leiu set. Du hast die Sprache so lange studiert, sodass du jet­zt Meis­ter bist.

 

Diese Beispiele kön­nten euch denken lassen, dass fìtxan/nìftxan und kuma immer nebeneinan­der ste­hen müssen; dem ist aber nicht so (kuma muss lediglich den Neben­satz mit der Konsequenz/dem Resul­tat ein­leit­en):

Tsat­sen­ge fìtx­an lehrrap lu kuma tsane ke kä awnga kawkrr. / Tsat­sen­ge lehrrap nìftx­an lu kuma tsane ke kä awnga kawkrr. Jen­er Ort ist so gefährlich, sodass wir niemals dor­thin gehen.

 

Auch erwäh­nenswert ist, dass es von kuma→ auch eine links-führende Ver­sion gibt, näm­lich ←akum:

Poe yawne slolu oer akum, fìtxan/nìftxan lu sevin. Sie ist so schön, sodass ich mich in sie ver­liebt habe.

 

 

kuma… / … akum

Kuma und akum kann man aber auch ohne fìtx­an oder nìftx­an ver­wen­den. Dafür brauch es nur irgen­deine Ursache und Wirkung — die Wirkung bzw. das Resul­tat wird dann eben mit kuma→ bzw. ←akum ein­geleit­et:

Pxe­foru oe srung soli, kuma oeru set pxe­fo srung seri. Ich habe den dreien geholfen, daher/also ("mit dem Resul­tat welch­es ist") helfen die drei jet­zt mir.
Oeru set pxe­fo srung seri akum, pxe­foru oe srung soli. Ich habe den dreien geholfen, daher/also helfen die drei jet­zt mir.

Kelku­ti oeyä fkol skola'a, kuma set oe zene rivun pumit amip. Mein Haus wurde zer­stört, daher muss ich mir jet­zt ein neues suchen.

 

Noch ein klein­er Hin­weis: Kuma bzw. akum kann man oft anstelle von tafral, ha und anderen Wörtern mit ähn­lich­er Bedeu­tung ver­wen­den. Da hat man also wieder die Qual der Wahl ^^ Hier nochmal eine kleine Gegenüber­stel­lung:

Kelku­ti oeyä fkol skola'a, kuma set oe zene rivun pumit amip. Mein Haus wurde zer­stört, daher muss ich jet­zt ein neues find­en.
Kelku­ti oeyä fkol skola'a, tafral set oe zene rivun pumit amip. Mein Haus wurde zer­stört, daher muss ich jet­zt ein neues find­en.
Kelku­ti oeyä fkol skola'a, ha set oe zene rivun pumit amip. Mein Haus wurde zer­stört, also muss ich jet­zt ein neues find­en.

 

 

fte… — um zu… / sodass… / damit…

Fte ist im Grunde rel­a­tiv ein­fach zu ver­ste­hen und anzuwen­den — und über­schnei­det sich nur augen­schein­lich in sein­er Bedeu­tung und Ver­wen­dungsweise mit den ger­ade eben behan­del­ten Wörtern. Das wichtig­ste vor­weg: fte erfordert zwin­gend <iv> im darauf fol­gen­den Verb.

Tsun fko ayon­ti fìwopxä nivìn fte yafkeyk­it sresive'a. Man kann die Form von Wolken beobacht­en, um das Wet­ter vorherzusagen.

Kä oe raw kil­van fte ivaho. Ich gehe runter (bis) zum Fluss, um zu beten.

Oe 'on si tskxeru fte na ikran livam. Ich forme einen Stein, sodass (er) wie ein Ikran erscheint/aussieht.

Tseyk 'äpeykam­r­rko äo utral a zolup fte hivifwo ftu aysre' palu­lukanä. Jake rollte ("verur­sachte sich selb­st zu rollen") unter einen Baum, der gefall­en war, um den Zäh­nen des Thana­tor zu entkom­men.

Eywaru aho, ma 'itan, fte Naw­ma Sa'nokìl tìyevìng ngar tìtx­u­rit. Bete zu Eywa, Sohn, sodass die Große Mut­ter dir Stärke schenken möge.

Zaya'u saw­tute fte awngati skiva'a! Die Him­mels­men­schen wer­den kom­men, um uns zu zer­stören!

 

Wenn man fte und kuma/tafral/ha gegenüber­stellt, so dürfte klar wer­den, dass man fte dann ver­wen­det, um eine Absicht/ein Ziel des Han­delns klar zu machen, tafral/kuma/ha eher dazu, um eine Folge/Konsequenz des Han­delns zu verdeut­lichen.

 

 

fteke… — sodass nicht…

Fteke ist das Gegen­teil von fte, erfordert aber genau­so wie fte ein <iv> im darauf fol­gen­den Verb.

Nari soli ayoe fteke nìhawng livok. Wir waren haben aufgepasst, sodass wir nicht zu nahe kom­men wür­den.

Tìran nìfnu txan­tx­ew­vay fteke ayy­erikìl awngati stivawm. Wan­dle so leise wie möglich, sodass die Yeriks uns nicht hören.

Oene zene tivul nìwin, fteke pivähem hawngkrr. Ich muss schnell ren­nen, sodass ich nicht zu spät ankomme.

 

 

talun(a)… / … alun­ta —  weil…

Talu­nata lun a… "von dem Grund/der Begrün­dung, welche/r ist"; oder kurz gesagt: "weil, denn". ^^ Alun­ta ist ein­fach nur wieder die links-führende Ver­sion davon.

Talu­na ist wahrschein­lich eine der häu­figst ver­wen­de­ten Kon­junk­tio­nen und dürfte euch schon rel­a­tiv früh mal über den Weg gekrochen sein. Sie bedarf auch eigentlich nicht viel Erk­lärung, daher auch hier wieder ein­fach nur einige Beispiel­sätze, jew­eils ein­mal mit talu­na→ und ←alun­ta:

Oeri heyr tìs­raw sän­gi talu­na zize'ìl oet sngo­lap tsat­seng. Meine Brust schmerzt, weil mich eine Höl­len­feuer­we­spe dort gestochen hat.
Zize'ìl oet sngo­lap tsat­seng alun­ta oeri heyr tìs­raw sän­gi.  Weil mich eine Höl­len­feuer­we­spe gestochen hat, schmerzt meine Brust.

Oe kxì­mange talu­na 'efu ngeyn. Ich habe ger­ade gegäh­nt, weil ich müde bin.
Oe 'efu ngeyn alun­ta kxì­mange. Weil ich müde bin, habe ich ger­ade gegäh­nt.

Po pam­lltxe a krr, frapo tar­mìng mikyun nìpxi, talu­na mokri lu sät­sìsyìt­syìp. Als er sprach, hörten alle genau zu, denn (seine) Stimme war ein leises/kleines Flüstern ("Flüsterchen").
Po pam­lltxe a krr, mokri lu sät­sìsyìt­syìp alun­ta, frapo tar­mìng mikyun nìpxi. Als er sprach, weil seine Stimme ein leis­es Flüstern war, hörten alle genau zu.

Oey nan­tangt­syìp olue' talu­na yom nìhawng. Mein Hund hat sich übergeben, weil er zu viel gefressen hat.
Oey nan­tangt­syìp yom nìhawng alun­ta, olue'. Weil mein Hund zu viel gefressen hat, hat er sich übergeben.

 

Talu­na hat in der Umgangssprache eine Kurz­form, näm­lich talun. Aber auch diese bleibt eine Kon­junk­tion und wird trotz umgangssprach­lich­er Verkürzung nicht automa­tisch zu der gle­ich erscheinen­den Adpo­si­tion talun.Die unter­schiedliche Ver­wen­dungsweise dieser bei­den ver­meintlichen "einei­igen Zwill­inge" wird durch ihre Platzierung im Satz nor­maler­weise offen­sichtlich. Erin­nert euch dafür an die ver­schiede­nen Beispie­len allein hier in dieser Lek­tion zu den Unter­schieden von Kon­junk­tio­nen und Adpo­si­tio­nen. Also, bitte genau hin­se­hen ;)

 

 

taweyk(a)… — weil…

Tawey­kata oeyk a… "Von dem Grund/der Ursache, welche/r ist…" oder auch kurz gesagt "weil, denn". Tawey­ka ist im Grunde ein Syn­onym von talu­na, hat anders als talu­na aber keine nach links zeigende Ver­sion. Alle Beispiel­sätze oben mit talu­na kön­nte man also genau so mit tawey­ka for­men:

Oeri heyr tìs­raw sän­gi tawey­ka zize'ìl oet sngo­lap tsat­seng. Meine Brust schmerzt, weil mich eine Höl­len­feuer­we­spe dort gestochen hat.

Oe kxì­mange tawey­ka 'efu ngeyn. Ich habe ger­ade gegäh­nt, weil ich müde bin.

Po pam­lltxe a krr, frapo tar­mìng mikyun nìpxi, tawey­ka mokri lu sät­sìsyìt­syìp. Als er sprach, hörten alle genau zu, denn (seine) Stimme war ein leises/kleines Flüstern ("Flüsterchen").

Oey nan­tangt­syìp olue' tawey­ka yom nìhawng. Mein Hund hat sich übergeben, weil er zu viel gefressen hat.

 

Auch tawey­ka hat eine umgangssprach­lich verkürzte Ver­sion, taweyk, aber hier beste­ht keine Ver­wech­lungs­ge­fahr mit irgendwelchen Adpo­si­tio­nen, die genau so ausse­hen :)

Taweyk(a) wird im Ver­gle­ich zu talun(a) deut­lich sel­tener ver­wen­det; ver­sucht dies doch mal zu ändern und bewusst taweyk(a) statt talun(a) in euren Sätzen zu ver­bauen — dieses arme, ver­nach­läs­sigte Kon­junk­tiönchen würde sich sich­er freuen! ;D

 

 

'ul… 'ul… / 'ul… nän… / nän… 'ul… / nän… nän… — je mehr/weniger… desto mehr/weniger…

'ul und nän sind eigentlich Ver­ben, wer­den aber in "je… desto…"-Konstruktionen in beliebiger Vari­a­tion qua­si als ver­gle­ichende Kon­junk­tion ver­wen­det. Hier ein paar (offen­sichtliche bzw. inhaltlich ein­fache) Beispiele:

'ul tskx­ekeng si, 'ul tsan'ul. Je mehr man übt, desto mehr verbessert man sich.

'ul tìkangkem si, nän syu­ra lu oer. Je mehr ich arbeite, desto weniger Energie habe ich.

Nän hahaw nga, 'ul 'efu ngeyn. Je weniger du schläf­st, desto müder bist du.

Nän taron awnga, nän lu awngar tsngan a tsat tsun yivom. Je weniger wir jagen, desto weniger Fleisch haben wir, das wir essen kön­nen.

 

 

teng­fya… — genau so wie / wie (selbe Weise wie)

teng­fyaten­ga fya'o… "selbe Art/Weise".

Pamt­se­ol ngop ayrenut mì ron­semä tìfnu teng­fya ngop säftx­uyul mì hifkey. Musik erschafft Muster in der Stille des Geistes, genau so wie Weber in der (wirk­lichen) Welt.

Teng­fya tsun tsive'a, lupra eltur tìtx­en si nìtx­an. Wie man sehen kann, ist der Stil/Style sehr inter­es­sant.

 

 

ket­sran… — was (wer, wann) auch immer / gle­ichgültig, ob …

Von ke tsran­ten, "ist nicht wichtig".

Ket­sran tute nivew hivum, poru plltxe san rutxe 'ivì'awn. Wer auch immer gehen möchte, sage ihm/ihr "bitte bleib".

Ket­sran fya'o sivunu ngar, kem si. Gle­ichgültig welche Art und Weise dir gefällt, tu es. Tu es wie auch immer es dir gefällt.

 

 

hufwa… — obwohl…

Hufwa und tsal­sun­gay ("den­noch, trotz­dem, jedoch, allerd­ings") wer­den gerne zusam­men ver­wen­det, wie es scheint — es ist aber kein Muss:

Hufwa lu fil­ur Va'ruä fnefe'ranvi, tsal­sun­gay fpìl futa sayrìp lu nìtx­an. Obwohl Va'rus Gesichtsstreifen ungle­ich­mäßig sind (obwohl Va'rus Gesichtsstreifen eine Art von Ungle­ich­mäßigkeit haben), denke ich den­noch, dass er sehr attrak­tiv ist.

Hufwa ngeyä tìhawlìri ke lu kea kxeyey, tsal­sun­gay oeru ke ha' nìtam. Obwohl es keine Fehler bezüglich deines Plans gibt, passt er mir den­noch nicht aus­re­ichend (in den Kram… qua­si, hrh).

Fo plltxe nìNa'vi nìlt­san, hufwa lì'upam hek nì'it. Sie sprechen gut Na'vi, obwohl die Aussprache etwas merk­würdig ist.

Fìu­tralìri tangekä zir fkan vawt, hufwa ke rey. Der Baum­stamm fühlt sich mas­siv an (die Beschaffenheit/Textur des Baum­stammes erscheint den Sin­nen als mas­siv), obwohl er tot ist.

Hufwa rol­un oel 'a'awa kxeyeyti, fìtìkangkemvi lu txantsan ka wotx. Obwohl ich einige Fehler gefun­den habe, ist dieses Pro­jekt ins­ge­samt exzel­lent.

 

 

tson­ta… — zu… / ver­lan­gen, eine Auf­gabe zu tun (mit kxìm)

Wenn man irgend­wo das Verb kxìm sieht, dürfte tson­ta nicht fern sein; die bei­den sind näm­lich ein super Paar, das zusam­men ver­wen­det wird, wobei tson­ta eben futa erset­zt. Tson­ta stammt von tsonit a, "Verpflich­tung, Pflicht, aufer­legte Anforderung, welche ist…"; zusam­men mit kxìm ("befehlen, anord­nen, ver­lan­gen, eine Auf­gabe zuweisen") wird ihr Zusam­men­spiel recht schnell klar.

Aye­ven­gur kxolìm sa'nokìl tson­ta pay­it zamunge. Die Mut­ter hat ihrem Kind befohlen (die Auf­gabe, welche ist) Wass­er zu holen.

Eytukanìl Tsu'teyru kxìm tson­ta saw­tuteti 'eko. Eytukan befiehlt Tsu'tey die Him­mels­men­schen anzu­greifen.

Tsmukanìl oeyä nan­tangt­syìpur kxìm tson­ta vult­syìpit zamunge. Mein Brud­er befiehlt dem Hund das Stöckchen zu holen.

 

 

tup… — stattdessen / anstelle von

Tup ver­hält sich ein wenig mehr wie eine Adpo­si­tion als eine Kon­junk­tion, ist aber als Kon­junk­tion klas­si­fiziert — lasst euch aber davon nicht ver­wirren. Euch dürfte ja mit­tler­weile bei­des ein Begriff sein ;) Dann mal gle­ich weit­er zu den Beispie­len:

Lam ngay oer, fo kayä ìlä hil­van tup na'rìng. Es erscheint mir als wahr, sie wer­den ent­lang des Flusses anstelle des Waldes gehen.

 

 

ki… — son­dern

Ki ist im Anschein ähn­lich wie tup, ähnelt also mehr ein­er Adpo­si­tion als Kon­junk­tion, ist aber als let­ztere klas­si­fiziert.

Slä lu 'a'awa tìketeng, natkenong, tsyokxìri ke lu zek­wä atsìng ki amrr. Aber es gibt einige Unter­schiede, zum Beispiel hat die Hand nicht vier, son­dern fünf Fin­ger.

Nga plltxe ke nìfyeyn­tu ki nì'eveng. Du sprichst nicht auf die Weise eines Erwach­se­nen, son­dern die eines Kindes. Du sprichst nicht wie ein Erwach­sen­er, son­dern wie ein Kind.

 

 

Fu, sì, ulte, slä, alu, kop und der­gle­ichen benöti­gen, denke ich, keine geson­derte Erk­lärung mehr nach all den vor­ange­gan­genen Lek­tio­nen, in denen sie eh schon ver­wen­det und dadurch indi­rekt vorgeschla­gen wur­den, oder? :) Sie zählen gram­matikalisch auf jeden Fall auch zu den Kon­junk­tio­nen, aber joa… ne? :P
& ulte wur­den in Lek­tion 5 geson­dert erk­lärt, kop bzw. der Unter­schied zu nìteng und nìsung in Lek­tion 35, alu in Lek­tion 9 — fu (oder) und slä (aber) sind rel­a­tiv selb­st erk­lärend, denke ich.

 

 

Für mehr Infos zu fay­lu­ta, fmawn­ta und teyn­g­ta, schaut in Lek­tion 25 rein. ;) Jet­zt üben wir erst mal eine Runde die hier gel­ern­ten Kon­junk­tio­nen:

Übung I:

Fügt die passenden Kon­junk­tio­nen in fol­gende Sätze ein:

 

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