Lektion 16: srak(e), -pe+ & kefyak

Tjoa, wie fragt man Fra­gen auf Na'vi? Gute Frage! ;D

Die deutsche Sprache bedi­ent sich ein­er bes­timmten Wort­stel­lung im Satz, um aus ein­er Aus­sage eine Frage zu machen (“Ich habe geschlafen. — Habe ich geschlafen?”). Da Na'vi es nicht so wirk­lich mit vorgeschriebe­nen Wort­stel­lun­gen hat, gibt es stattdessen zwei ver­schiedene Meth­o­d­en, um Fra­gen zu bilden: ein Wort und ein Prä- bzw. Suf­fix.

 

 

Srake bzw. srak wird für Fra­gen ver­wen­det, auf die man entwed­er mit ja oder nein antworten kann. Srak(e) wurde näm­lich aus den bei­den Wörtern srane (ja) und kehe (nein) gebildet.

Man kann es entwed­er direkt am Anfang des Satzes platzieren oder am Ende eines Satzes:
Am Anfang eines Satzes ver­wen­det man srake, am Ende eines Satzes ver­wen­det man srak.
Beispiele:

Srake nga new yivom nì'ul?
Nga new yivom nì'ul srak?
Möcht­est du noch etwas/mehr essen?
Srake ngar sunu fwa inan fìpuk­it?
Ngar sunu fwa inan fìpuk­it srak?
Gefällt es dir dieses Buch zu lesen?
Srake lì'fyari nerume nga?
Lì'fyari nerume nga srak?
Lernst du Na'vi/die Sprache?
Srake tsmukel ngeyä kelku­ti tok?
Tsmukel ngeyä kelku­ti tok srak?
Ist deine Schwest­er zu Hause?

 

Ob ihr srake an den Anfang der Frage oder srak an ihr Ende stellt, bleibt let­zten Endes euch über­lassen, denn das ist reine Geschmackssache. In Gesprächen kann es aber hil­fre­ich sein srake an den Anfang zu stellen, um direkt klar zu machen, dass alles darauf­fol­gende im Satz Teil ein­er Frage ist und der Gesprächspart­ner ggf. leichter fol­gen kann.

 

 

-pe+ ist entwed­er ein Prä­fix oder ein Suf­fix, das man eben entwed­er direkt vor oder direkt hin­ter ein Sub­stan­tiv tack­ert. Es ist für alle Fra­gen gedacht, auf die man nicht mit srane oder kehe antworten kann. Es verur­sacht Leni­tion, wenn es vorne an ein Sub­stan­tiv getack­ert wird. Es ist eigentlich egal, wo im Satz man das Wort mit -pe+ platziert, um früh­est­möglich klar zu machen, dass es sich um eine Frage han­delt, pack­en es viele jedoch eher in Rich­tung des Satzan­fangs. Beispiele:

Pesen­git tok Neytir­il?
Tsengpeti tok Neytir­il?
Wo ist Neytiri?

Hier ist zu beacht­en, dass die L- oder T-Endung nach -pe fol­gen, wenn -pe eben hin­ten am Sub­stan­tiv ange­heftet wird. Mehr dazu find­et ihr im Kern­gram­matik-Sam­mel­suri­um.

 

Pehrr pay­ate saw­tute fìt­seng?
Krrpe pay­ate saw­tute fìt­seng?
Wann wer­den die Him­mels­men­schen hier ankom­men?

 

Pelun ngal poltxe tsaylì'ut?
Lumpe ngal poltxe tsaylì'ut?
Warum hast du das (jene Worte) gesagt?

Hier ist zu beacht­en, dass -pe bei Sub­stan­tiv­en, die auf -N enden, daraus gerne mal ein -M machen. Es klingt auf diese Weise ein­fach bess­er bzw. ist so leichter auszus­prechen, weil M und P klan­glich näher beieinan­der liegen (Lip­pen) als N und P; ver­gle­icht selb­st mal :) Lunpe ver­sus lumpe.

 

Awnga new peuvan sivi?
Awnga new uvanpe sivi?
Welch­es Spiel wollen wir spie­len?

Wie wir gel­ernt haben, beste­hen si-Ver­ben meist aus einem Sub­stan­tiv und dem Hil­fsverb si. An den Sub­stan­tiv-Teil des si-Verbs kann man prob­lem­los Affixe wie -pe+ etc. anhän­gen (siehe Lek­tion 10)!

 

Pesu skxir soli ngar?
Tupe skxir soli ngar?
Wer hat dich ver­wun­det?

 

Hier eine Über­sicht der häu­fig­sten Frage­worte mit -pe+:

 

 

-pe+ hat eben­falls seine eigene Mehrzahlform: pay+. Es kann nur vorne an Sub­stan­tive ange­heftet wer­den (weil es aus pe+ und ay+ gebildet wurde — und ay+ ist ein Präfix, kein Suf­fix). Beispiele:

Paylì'ut poltxe pol? Was (welche Worte) hat er/sie gesagt?
Paysutel kelu­tralti tok? Welche Per­so­n­en sind im Heimat­baum?
Paysaw­tute tsun 'ivì'awn fìt­seng? Welche Him­mels­men­schen dür­fen hier bleiben?
Ngal payioan­git tolaron? Welche Tiere hast du gejagt?

 

Und dann gibt es noch Mis­chfor­men aus -pe+ und entwed­er me+ oder pxe+, die eben­falls nur vor das Sub­stan­tiv geklatscht wer­den kön­nen;
-pe+  +  me+  = pem+,
-pe+  +  pxe+  = pep+.

Beispiele:

Pemnari lu lor? Welche bei­den Augen sind schön?
Pepfayoang slele nìwin frato? Welche drei Fis­che schwim­men am schnell­sten?
Pemmau­ti­ti ngal new yivom? Welche bei­den Früchte möcht­est du essen?
Moe tsun sivar pemuran­it? Welche bei­den Boote kön­nen wir ver­wen­den?
Awn­gal pepangt­sìk­it tìyaron? Welche drei Ham­merköpfe wer­den wir gle­ich jagen?

 

 

kefyak ist ein weit­eres nüt­zlich­es Frage­wort, welch­es man für rhetorische Fra­gen ver­wen­det bzw. für solche, auf die man bere­its eine (ver­mutete) Antwort hat, aber sicher­heit­shal­ber nochmal nach­fragt. Es wurde aus ke fìfya srak ("nicht diese Art und Weise, ja/nein?") zusam­menge­zo­gen und bedeutet so viel wie "… nicht wahr? / … richtig?". Es wird immer am Ende eines Frage­satzes platziert.
Beispiele:

Nga lu Neytiri, kefyak? Du bist Neytiri, nicht wahr?
Fay­sey­lu fkan ftxìlor, kefyak? Diese Tey­lu sind köstlich, nicht wahr?

 

 

Übung I: 

Set­zt die hier behan­del­ten gram­matikalis­chen Ele­mente für Fra­gen kor­rekt in fol­gende Sätze ein und über­set­zt:

 

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