Lektion 14: Nebensätze: a, fwa, fula, futa

Die ganzen Infixe waren schon ziem­lich ödes Gram­matik­pauken und zur Abwech­slung wid­men wir uns jet­zt wieder etwas span­nen­der­er Gram­matik, die uns erlaubt, län­gere und kom­plexere Sätze zu bilden.

 

 

a

Im Grunde haben wir in Lek­tion 09 schon einiges darüber gel­ernt, wie man mit Hil­fe von a attribu­tive Neben­sätze bildet, die sich auf ein entsprechen­des Sub­stan­tiv beziehen.

Erin­nert ihr euch noch? Kurze Beispiele zur Auf­frischung:

 

Die Katze, die ich gestern gese­hen habe, ist schwarz.
Hier ist der Haupt­satz "Die Katze ist schwarz" und der (attribu­tive) Neben­satz, der die Katze direkt näher beschreibt, ", die ich gestern gese­hen habe".
Auf Na'vi sähe das Ganze so aus:
Palukantsyìp a trram oel tsole'a lu lay­on.

 

Ihr kön­nt Neben­sätze vor oder nach dem näher beschriebe­nen Sub­stan­tiv platzieren:
Palukantsyìp a trram oel tsole'a lu lay­on
ist genau so möglich und kor­rekt wie
Trram oel tsole'a a palukantsyìp lu lay­on
oder
Lay­on lu palukantsyìp a tsole'a oel trram
oder…

 

Weit­ere Beispiele (darunter Kon­struk­tio­nen wie die fol­gen­den, bei denen lu o.ä. wegge­lassen, aber den­noch ver­standen wird):

Oel 'eylan­it a (lu) mì Yue­sey fìsyrrfen. Ich werde bald einen Fre­und, der in den USA (ist/lebt), besuchen.
Her­wì a (lu) ayvul­sìn teyr lu. Der Schnee, der auf den Ästen (liegt/ist), ist weiß.
Yerik a fkol tolaron tol­erkup. Der Yerik, der gejagt wurde (den man gejagt hat), ist gestor­ben.

Wenn ihr euch nicht mehr sich­er seid, bzw. den Stoff nochmal wieder­holen wollt, geht ruhig zurück zu Lek­tion 09 und kommt wieder hier­her, wenn ihr euch bere­it fühlt weit­erzu­machen ;)

 

 

Neben­sätze mit a und adp. / vtr.

Wie wir oben gese­hen haben ist es ein­fach genug, (Pro-)Nomen mit a und intran­si­tiv­en Ver­ben wie z.B. lu zu beschreiben. Rel­a­tiv ein­fach bleibt es auch, sobald tran­si­tive Ver­ben ins Spiel kom­men. Es geht aber noch um einiges kom­pliziert­er, und das sehen wir uns jet­zt an.

Was müssen wir also machen bzw. beacht­en, wenn diese beschreiben­den Neben­sätze Adpo­si­tio­nen oder sog­ar kom­plexere durch tran­si­tive Ver­ben verur­sachte Kon­struk­tio­nen enthal­ten? Schauen wir uns dazu mal ein paar Beispiele an, damit ihr wisst, wovon ich hier rede:

Die Katze ist im Sack.
Die natür­lich­ste Über­set­zung wäre Palukantsyìpìl tok kurfyan­it. Da diese natür­liche Über­set­zung aber nicht beim Erk­lären dieses Mech­a­nis­mus hil­ft, nehmen wir mal fol­gende direk­te Über­set­zung (ich war zudem mal so frei "Sack" mit dem ähn­lich­sten Gegen­stand ("Trageko­rb") zu über­set­zen :P):
Palukantsyìp hurfyan lu. / Palukantsyìp kurfyan lu.

So weit, so gut, ken­nen wir bere­its aus Lek­tion 11. Jet­zt zu dem, was ich meine:

Die Katze im Sack. Hier fehlt das Verb ("ist") und anders als im Deutschen müssen wir auch hier mit einem a arbeit­en, also den deutschen Satz von "Die Katze im Sack" zu "Die Katze welche im Sack (ist)" ummod­el­lieren und dann erst kön­nen wir es über­set­zen.
Der Grund dafür ist, dass auf Na'vi kein Satz (egal ob Haupt- oder Neben­satz) ohne Verb existieren kann (klar kön­nen Ver­ben mal "ver­steckt" bzw. "aus­geklam­mert" bzw. wegge­lassen wer­den, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht ins­ge­heim doch im Satz ver­bor­gen und auch vom Leser/Hörer "gese­hen" und ver­standen wer­den).
Also:

Die Katze im Sack. Palukantsyìp a hurfyan. / Palukantsyìp a kurfyan.
Hier wird automa­tisch im Neben­satz ein ver­steck­tes lu ver­standen, Palukantsyìp a kurfyan­mì (lu).

Wen­den wir dieses Prinzip mal auf andere Beispiele mit ver­schiede­nen adp. an:

Der Jäger im Wald. Taronyu a mì na'rìng.
Nachricht­en von der Erde. Ayf­mawn a ta 'rrta.
Der Wassertropfen auf dem Stein. Payì­va a sìn tskxe.
Mein Fre­und aus Berlin. 'eylan oeyä a ta Prrlìn.
Das Dorf beim Fluss. Tsray a ro hil­van.

 

 

Zurück zur Katze im Sack. Jet­zt wer­den wir noch ein paar Eck­en kreativ­er und schmeißen auch mal nach und nach weit­ere vtr. mit in den Topf bzw. verkom­plizieren das Ganze weit­er.

Die Katze im Sack, welche ich gestern gese­hen habe. Kurfyanmì a palukantsyìp a oel tsole'a trram.

Den Neben­satz rechts von palukantsyìp hat­ten wir weit­er oben schon gese­hen und wis­sen, dass er so funk­tion­iert. Aber warum funk­tion­iert er so wie er es tut?
Richtig, hier ist näm­lich schon wieder etwas ver­steckt bzw. aus­geklam­mert wor­den, näm­lich ein ver­steck­tes Objekt, welch­es für die Katze ste­ht. Tse'a ist vtr. und oel hat die L‑Endung, also ist es nur logisch, dass eigentlich auch irgend­wo eine T‑Endung sein müsste. Palukantsyìp im Haupt­satz kann diese T‑Endung aber nicht erhal­ten, da die Katze im Haupt­satz dort das Sub­jekt und nicht das Objekt ist. Was ist hier also los?
Ich decke mal alle ver­steck­ten Ele­mente für euch auf:

Die Katze im Sack, welche ich gestern gese­hen habe. Kurfyanmì a palukantsyìp a poti oel tsole'a trram.
Poti
ist hier das Per­son­al­pronomen, welch­es für die Katze ste­ht und für sie die Rolle des Objek­tes im Neben­satz übern­immt. Wir kön­nen dieses Per­son­al­pronomen aber sehr oft weglassen, ohne die Funk­tion­sweise des Satzes zu zer­stören oder unver­ständlich zu machen; denn dieses poti wird ein­fach ver­standen, auch wenn es nicht offen­sichtlich im Satz zu find­en ist.

 

Es gibt aber auch Sit­u­a­tio­nen, wo man dieses "Hilfs-"Pronomen im Neben­satz nicht weglassen darf, und dies ist vor allem der Fall, wenn wieder adp. mit ins Spiel kom­men:

Der See, in dem ich schwimme, ist wun­der­schön.

Der erste Impuls wäre vielle­icht das Ganze direkt zu über­set­zen: Oare a mì slele oe lu narlor. Aber — ihr kön­nt es euch sich­er schon denken — das wäre falsch. Denn hier braucht man ein solch­es "Hil­f­spronomen", damit der Satz gram­matikalisch kor­rekt wäre:

Oare a tsa'umì slele oe lu narlor.

 

Moment, seit wann ist tsa'u ein Pronomen? Schon immer, eigentlich. Für die dritte Per­son ("er/sie/es") haben wir ja schon po, aber po kann man nur für Lebe­we­sen ver­wen­den. Ein See oder Stein ist kein Lebe­we­sen, ein See oder Stein ist unbelebt und für unbelebte Dinge haben wir einen weit­eren Batzen Pronomen, näm­lich tsa'u oder davon abgeleit­ete:

Ohne Endung L‑Endung T‑Endung R‑Endung
Sin­gu­lar tsaw (tsa'u) tsal (tsa'ul) tsat(i) (tsa'uti) tsar(u) (tsa'uru)

Es gibt noch weit­ere For­men davon; eine Über­sicht aller For­men aller Per­son­al­pronomen find­et ihr im Kern­grammtik-Sam­mel­suri­um.

Das rel­e­vante Pronomen, welch­es wir hier brauchen, ist also die Form von tsa'u ohne Endung, also kurzum tsaw.
Um euch noch mehr Schädel­brum­men zu bescheren: Wenn man adp. daran anhängt, kann man das w auch ein­fach weglassen (funk­tion­iert aber nur beim Anhän­gen von adp., wenn man sie vorne anstellt muss das w bleiben, wo es hinge­hört). Wir haben also drei ver­schiedene Vari­anten, die alle für das Selbe ste­hen und die alle funk­tion­ieren:

Oare a tsa'umì / tsawmì / tsamì slele oe lu narlor. Der See, in dem ich schwimme, ist wun­der­schön.

Welche Form ihr bevorzugt bleibt euch über­lassen, ich für meinen Teil bevorzuge tsawmì oder tsamì. Auch dies funk­tion­iert mit so ziem­lich allen Adpo­si­tio­nen.

 

Jeden­falls… lasst mich das auch nochmal an anderen Beispie­len ver­an­schaulichen:

Der Stein, auf dem das Insekt sitzt, ist rau. Tskxe a tsawsìn/tsasìn ioang heyn ekx­txu lu.

Der Fluss, von dem ich ger­ade kam, ist braun. Kil­van a tsawftu/tsaftu tätx­aw pxiswawam oe kll­vawm lu.

Das Blät­ter­dach Pan­do­ras, inmit­ten dessen ein Pro­le­muris eine Frucht isst, ist immer grün. Eywa'evengä utu a tsawkip/tsakip syaksyukìl mau­ti­ti yom frakrr ean lu.

Ich berichte dir die Neuigkeit, über die man gestern geplaud­ert hat. Oel ngaru peng fmawnit a tsawteri/tsateri fko polängkxo trram.

Natür­lich wären a mì saw (+ leniert), a sìn tsaw, a ftu tsawa kip tsaw oder a teri tsaw genau so möglich und zuläs­sig.

 

 

fwa / fula / futa

In Lek­tion 06 wurde erwäh­nt, dass fì'u und tsa'u wichtige und oft ver­wen­dete Wörter sind:
"fì'u und  tsa'u sind heißbegehrte und wichtige Wörter auf Na'vi — zwar in dem Sinne, dass sie auch für viele andere Dinge bzw. Funk­tio­nen ver­wen­det wer­den."
Jet­zt geht's darum, warum das so ist und wie das Ganze sich gestal­tet :)

a ist schon mega prak­tisch — aber was ist, wenn man noch kom­plexere Neben­sätze erstellen möchte, die nicht nur ein einziges Sub­stan­tiv näher beschreiben, son­dern dieses Sub­stan­tiv qua­si durch kom­plexere Ideen und Hand­lun­gen oder gar ganze Teil­sätze erset­zen? — "Hä? Was? Moment…" ;D Nur die Ruhe, auch wieder hier: eins nach dem anderen.

 

Gehen wir mal von fol­gen­dem Beispiel­satz aus:
Oeru sunu tìs­luse­le. Mir gefällt das Schwim­men.

Ein­fach genug: mir gefällt etwas, bzw. ein Sub­stan­tiv. Die Kon­struk­tion ken­nen wir ja schon. Aber was, wenn wir statt diesem Sub­stan­tiv jet­zt sagen wollen "zu schwim­men"? Das wäre ja kein Sub­stan­tiv mehr, son­dern ein Verb. Wie stellt man das an?

 

Da kommt a wieder ins Spiel; denn kom­biniert mit fì'u und tsa'u erlaubt es uns daraus neue Bindewörter zu schaf­fen, bzw. so gese­hen "Dum­my-Sub­stan­tive".
Beispiele:

Sunu oeru fì'u a slele. Ich mag diese Sache, welche (ist): zu schwim­men. = Ich mag es zu schwim­men.
Fpìl oel fì'ut a nga rol nìlt­san. Ich denke diese Sache, welche (ist): du singst gut. = Ich denke, dass du gut singst.

 

Glüh­bir­nen-Moment? ;) Ja? Nein? Keine Bange. Schauen wir uns das nochmal genauer an:

  • Sunu oeru tìs­luse­le. Ich mag das Schwim­men. — Haben wir schon so gese­hen, funk­tion­iert. Ich mag das Buch, das Haus, den Hund. Klappt. :)
  • Sunu oeru fì'u. Mir gefällt diese Sache/dieses Ding. — Japp, klappt auch wun­der­bar.
  • Sunu oeru slele. Mir schwim­men gefall­en. Ich schwim­men mag. Ich mögen schwim­men. o_- Na'vi-Yoda?? — Funk­tion­iert so nicht! ;D Zwei Ver­ben und ein Han­del­nder, das klappt nicht, da fehlt doch noch was o.- Daher:
  • Sunu oeru fì'u a slele. Ich mag diese Sache welche (ist): zu schwim­men. = Ich mag es, zu schwim­men. — Yay, funk­tion­iert! :)

Sunu ist intan­si­tiv, weswe­gen hier fì'u a vol­lkom­men in Ord­nung geht. Man braucht für intran­si­tive Ver­ben ja auch keine Fal­l­en­dun­gen an den entsprechen­den Sub­stan­tiv­en bzw. Pronomen.
Das Ganze geht aber natür­lich auch mit tran­si­tiv­en Ver­ben. Nehmen wir mal dafür den anderen Beispiel­satz von oben und schauen auch ihn nochmal genauer an:

  • Fpìl oel fì'ut. Ich denke diese Sache.
  • Fpìl oel fì'ut a nga rol nìlt­san. Ich denke diese Sache, welche (ist): du singst gut. = Ich denke, dass du gut singst.

Eigentlich gar nicht so schw­er, oder? :) Es ist halt ein­fach nur die Art und Weise, wie Na'vi das mit den Neben­sätzen eben anstellen — und da sie sich doch schon von unser­er eige­nen ziem­lich unter­schei­det, muss man da erst mal hin­ter steigen bzw. selb­st "umdenken".

Ein weit­er­er Beispiel­satz:

  • Omum oel fì'ut. Ich weiß diese Sache.
  • Omum oel fì'ut a taw lu ean. Ich weiß diese Sache, welche (ist): der Him­mel ist blau. Ich weiß, dass der Him­mel blau ist.

Ihr seht also, dass fì'ut a am ehesten unserem ", dass…" entspricht.

 

Und ja — das Ganze gibt es auch noch als fì'ul a — also mit der L‑Endung. Dies kommt aber sel­tener zum Ein­satz, was aber nicht heißen soll, dass ihr euch darauf nicht vor­bere­it­en soll­tet ;) Beispiel:

Vìmingkap oeti fì'ul a oel wut­soti zene 'ivem fìkaym. Mich hat ger­ade diese Sache ereilt, welche ist: ich muss diesen Abend das Essen kochen.Mir ist ger­ade einge­fall­en, dass ich heute das Aben­dessen kochen muss.

 

Und warum heißt dieser Abschnitt hier jet­zt "fwa / fula / futa"?! … ;P … Nun­ja, Na'vi mögen es möglichst viele Sil­ben in ihren Sätzen zu sparen, weswe­gen ihr eher sel­tener auf fì'u a, fì'ul a oder fì'ut a tre­f­fen werdet als auf ihre alter­na­tiv­en bzw. zusam­menge­zo­ge­nen Schreib­weisen:

fì'u a fwa
fì'ul a fula
fì'ut a futa
fì'uri a furia

Zu furia bzw. dem "Top­i­cal" (-ìri) kom­men wir in der näch­sten Lek­tion. Jet­zt bleiben wir erst mal beim The­ma *hust*

 

Man kann oben ste­hende Sätze also auch mit den alternativen/zusammengezogenen und wesentlich beliebteren (weil ein­deutiger und schneller zu schreiben/sprechen) Schreib­weisen umfor­mulieren:

Sunu oeru fì'u a slele. Sunu oeru fwa slele.
Fpìl oel fì'ut a nga rol nìlt­san. Fpìl oel futa nga rol nìlt­san.
Vìmingkap oeti fì'ul a oel wut­soti zene 'ivem fìkaym. Vìmingkap oeti fula oel wut­soti zene 'ivem fìkaym.

 

Ihr werdet im Laufe der Zeit schon ein Gefühl dafür entwick­eln, wann man diese F‑Wörter ver­wen­den muss — da habe ich keine Zweifel ;) Aber dabei hil­ft nur üben, üben, üben… Aber lest euch das Ganze nochmal in Ruhe durch, falls nötig, und wen­det euch dann erst den unten ste­hen­den Übun­gen zu.

 

 

Ver­quere Satzge­füge


Um nochmal ganz oben ste­hende Beispiel­sätze aufzu­greifen… :P Wie wir bei Adjek­tiv­en etc. schon gel­ernt haben, kann der zu a gehörige Neben­satz auch in die andere Rich­tung vom näher beschriebe­nen Sub­stan­tiv ver­laufen:
Slele a fì'u oeru sunu. Ich mag es zu schwim­men.
Nga rol nìlt­san a fì'ut oel fpìl. Ich denke, dass du gut singst.

Auf­grund der Natur von a muss man bei oben ste­hen­der Struk­tur aber eben "←a fì'u(t/l)" ver­wen­den, da fì'u a→/fwa→ und fì'ut a→/futa→ dank ihres inbe­grif­f­e­nen a immer nach rechts zeigen — und wir keine Wörter wie "afut" haben ;D … Und das a deutet immer in die Rich­tung des Neben­satzes  :)

Beachtet hier­bei aber das­selbe, wie bei a; diese "umgekehrte Kon­stel­la­tion" ist zwar möglich, kor­rekt und wird vor allem auch von fort­geschrit­te­nen Aynu­meyu angewen­det, allerd­ings verur­sachen sie gerne mal einen "Knick" im Hirn ;) Bleibt also ruhig bei der "ein­facheren" Vari­ante, wenn ihr wollt. Es kann aber eine spaßige Her­aus­forderung sein, die gram­matikalis­chen Möglichkeit­en dieser Kon­struk­tion bzw. generell der Sprache an ihre Gren­zen zu treiben :P

 

"PÄTSYÌ PÄTSYÌ PÄTSYÌ FUTA FUTA FUTA, srung si, srung si!"

Man kann auch mehrere F‑Wörter inner­halb nur eines Satzes herum jonglieren und auch ineinan­der ver­schachteln und so kom­plexere bzw. kom­pliziert­ere Satzstruk­turen schaf­fen:

Ke spaw oel futa ngal nìn­gay fpìl futa poanìl olo'eyktanit tspolangIch glaube nicht, dass du wirk­lich denkst, dass er den Klan­führer getötet hat.

Und dank (weitest­ge­hend) freier Wort­stel­lung kann das ganze noch kom­pliziert­ere Aus­maße annehmen:
Futa ngal futa poanìl olo'eyktanit tspolang nìn­gay fpìl ke spaw oel

 

Übung I:

Ein ganz krass­es Beispiel dieser Art wäre fol­gen­der Satz (der im Orig­i­nal eigentlich noch wesentlich länger ist, aber für den Anfang reicht die kurze Ver­sion):

Futa futa futa fìlì'ut alu lumpe ve'kì oel fpìl pol spaw ayn­gal omum oel.

Schafft ihr es, ihn zu über­set­zen? ;)

 

Solche eigentlich unnötig kom­pliziert gestal­teten Sätze gren­zen aber schon fast an Kör­per­ver­let­zung bzw. seel­is­ch­er Grausamkeit ;P Aber, sie sind kor­rekt und legal und wer­den auch (öfter als mir lieb ist) fab­riziert. Macht euch also auch auf solche Kopfnüsse gefasst ;)

 

 

tsa'u — tsawa, tsala, tsa­ta, tsaria

Moment, und was ist nun mit tsa'u? Es hieß doch, dass auch dieses Wort neben fì'u auf diese Weise ver­wen­det wird. Tjoa, das stimmt so auch, jedoch hat sich der all­ge­meine Sprachge­brauch dahin entwick­elt (zum Bedauern viel­er Enthu­si­as­ten der Sprache), dass die F‑Wörter wesentlich häu­figer ver­wen­det wer­den als die TS-Wörter. Denn ja, auch tsa'u hat all diese schö­nen Kom­bi­na­tions­for­men mit a, die wie fol­gt ausse­hen:

tsa'u a tsawa
tsa'ul a tsala
tsa'ut a tsa­ta
tsa'uri a tsaria

Scheut euch also nicht davor, anstelle der F‑Wörter auch hin und wieder eines der TS-Wörter zu ver­wen­den :)

Die gibt's übri­gens, wie weit­er oben bere­its angeschnit­ten, auch ohne a und dienen auch als Per­son­al­pronomen der una­n­imierten drit­ten Per­son "es" (siehe Tabelle im Kern­gram­matik-Sam­mel­suri­um):

tsa'u tsaw
tsa'ul tsal
tsa'ut(i) tsat(i)
tsa'ur(u) tsar(u)
tsa'uri tsari

 

 

Oah, dat war ordentlich viel Infor­ma­tion, ne? Brummt euch der Schädel? ;P Mein­er hat am Anfang, als ich mich das erste Mal richtig mit den F‑Wörtern auseinan­derge­set­zt habe, auf jeden Fall ordentlich gebrummt. ;D
Es dauert bei jedem Ler­nen­den eine Weile, bis man kom­plett bei diesen F‑Wörtern durch­blickt. Stresst euch also nicht und wieder­holt diese Lek­tion, falls nötig. Schlaft eine Nacht oder zwei drüber, und ver­sucht euch an unten ste­hen­den Übun­gen.

 

 

 

Übung II:

Ralpeng aylì'ukìngit — Über­set­zt fol­gende Sätze:

  1. Awngaru lu tìkin a nume nì'ul.
  2. Hìtxoa, ke new oel futa fìtìpängkx­ot ayn­geyä hivult­stx­em.
  3. Neytir­il wolìn­txu Tsyeykur fya'ot a taron.
  4. Oel vewng futa aye­veng nivume teri ayewll na'rìngä.
  5. Kan­ua 'evengìl atstun­wi meyeiam ngey­na ikran­ti a txopu si.

Übung III:

Rutxe ralpiveng tsaylì'ukìngit alu

  1. Fpìl oel futa tsun ayn­ga tsli­vam.
  2. Fwa 'efu mawey sì nitram mì pawngip amip krrnekx, ha moe zene maweyp­ivey.
  3. Ich denke, dass du schöne Bilder malst.
  4. Fpìl ayoel futa nga smon ayoer.
  5. Deine Mut­ter will, dass du mor­gen zur Schule gehst und gut lernst.
  6. Zu ler­nen und zu lehren (er)füllt mich mit Freude.

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