Lektion 12: Infixe — Zeit / Tempus

Tem­pus fugit :P … Ok, jet­zt wird's langsam knack­ig. Als ob das alles bish­er noch nicht kom­pliziert genug wäre, wid­men wir unsere Aufmerk­samkeit nun dem näch­sten großen, wichti­gen Aspekt der Sprache: den Infix­en.

Wie wir bish­er gel­ernt haben, gibt es gewisse Wort­teile, die man entwed­er vorne oder hin­ten an ein Wort "anheftet", also so genan­nte Prä­fixe oder Suf­fixe. Infixe wer­den in Wörter einge­set­zt, aber allerd­ings nur in Ver­ben.

Und wozu das Ganze? Damit wir Dinge auf Na'vi sagen kön­nen wie z.B. "ich werde jagen", "ich ran­nte" oder "ich schlief ger­ade".
Es geht also u.a. um Zeit­for­men :D

Na'vi ken­nt haupt­säch­lich vier Infixe, um solche Zeit­for­men zu bilden:

So wür­den die oben genan­nten Beispiele also auf Na'vi ausse­hen:

Ich werde jagen. Oe tayaron. Oe t<ay>aron.
Ich ran­nte. Oe tamul. Oe t<am>ul.
Ich schlief ger­ade. Oe hìmahaw. Oe h<ìm>ahaw.

Der Hak­en an der Sache ist der, dass man Infixe nur in den dafür vorge­se­henen Stellen von Ver­ben ein­set­zen kann. Um dabei nicht den Überblick zu ver­lieren, teilt man Infixe generell in Posi­tions-Grup­pen ein, zumeist <0>, <1> und <2>.
Die hier gezeigten Zeit­formin­fixe nehmen Posi­tion <1> in Ver­ben ein, neben z.B. <iv> (zu <iv> etc. wer­den wir später noch genug erfahren).

Ver­wirrt? Mal wieder: "kein Wun­der", aber lasst uns ver­suchen etwas Licht ins Dunkel zu brin­gen. :)

 

Nehmen wir mal taron als Beispiel. Mit den Posi­tion­s­markierun­gen sähe das Wort so aus:
t<0><1>ar<2>on.

Bei hahaw sähe es nicht viel anders aus: h<0><1>ah<2>aw.

Weit­ere Beispiele:

slele — sl<0><1>el<2>e
'efu — '<0><1>ef<2>u
ran — t<0><1>ìr<2>an
plltxe — p<0><1>lltx<2>e

(plltxe wird erst speziell, wenn <ol> und <er> ins Spiel kom­men, aber dazu später mehr.)

 

Aber Vor­sicht! Es gibt einige wenige zweisil­bige, unregelmäßige Ver­ben, die nicht in dieses Muster passen. omum zum Beispiel, oder inan. Die bei­den sähen so aus:
<0><1>om<2>um — <0><1>in<2>an.

Übung I:

Fällt euch auf, woran das bloß liegen kön­nte? ;) Klein­er Tipp: Sil­ben und ihre Vokale.

 

Als generelle Faus­tregel (bei der aber auch Aus­nah­men die Regel bestäti­gen) kann man fol­gen­des zu Rate ziehen:
Infixe wer­den generell vor dem Vokal der entsprechen­den Silbe in Ver­ben platziert.

Da omum und inan mit einem Vokal begin­nen, wer­den entsprechend vor diesem Vokal passende Infixe platziert.

 

Ihr habt es vielle­icht schon bemerkt: die Beto­nung (bzw. die betonte Silbe) der (meis­ten) Wörter ändert sich nicht, d.h. sie bleibt auf dem Vokal der beton­ten Silbe, wenn man Prä­fixe, Suf­fixe oder Infixe in/an das Wort klebt.
Beispiel:
kame, kìyevame, kolame, kamame, kerame, kameie.
Erken­nt ihr das Muster? :) Die Beto­nung bleibt immer auf dem Vokal der beton­ten Silbe.

Es gibt aber wenige Aus­nah­men, eben zum Beispiel omum oder inan. Daraus wird dann z.B. ayomum oder aminan.

 

Zusam­menge­set­zte Ver­ben (die meis­tens aus zwei Ver­ben, einem Sub­stan­tiv und einem Verb etc. zusam­menge­set­zt wur­den) ver­hal­ten sich wiederum anders; dort kom­men die Infixe immer in den "Verb-Teil" des Wortes oder ihre Infix­po­si­tio­nen sind schlichtweg unvorherse­hbar.
Wenn ihr euch mal nicht sich­er seid, schaut ins Wörter­buch — dort sind die Infix­po­si­tio­nen meist angegeben. Beispiele:
yomtìng, pänutìng oder newo­m­um.

 

Und wie sieht es bei ein­sil­bi­gen Ver­ben wie z.B. tul aus? Nun ja, tul beste­ht zum Glück nur aus ein­er Silbe, was die Sache leichter macht:
t<0><1><2>ul.

Bei rol sieht's ähn­lich aus: r<0><1><2>ol.

Oder tìng: t<0><1><2>ìng.

 

Und was ist mit "si"-Ver­ben? Infixe kom­men immer in den "si"-Teil des Verbs — und dieser ist denkbar ein­fach struk­turi­ert, ähn­lich wie andere ein­sil­bige Ver­ben:
s<0><1><2>i.

(Auch si muckt in Zusam­men­hang mit bes­timmten Infix­en rum, aber dazu auch erst später mehr.)

 

Zeit­in­fixe kann bzw. sollte man sog­ar weglassen, wenn in einem Satz bzw. bes­timmten hergestell­ten Kon­text der Zeitrah­men bere­its klar ist. Wenn man also z.B. trram (gestern) oder trray (mor­gen) in einem Satz benutzt, muss man nicht auch noch <am> oder <ay> in die Ver­ben des Satzes oder des Kon­texts pack­en.

Gle­ich­es gilt auch dafür, wenn bere­its ein Zeit­in­fix im Satz ver­wen­det wurde; nach­fol­gende Ver­ben benöti­gen nicht nochmal das selbe Infix, weil bere­its der Zeitrah­men des Kon­texts klargemacht wurde (Ver­gan­gen­heit oder Zukun­ft).

 

 

Übung II:

Lasst uns das Ganze erst mal an weit­eren Beispie­len ver­an­schaulichen und üben. Set­zt ein beliebiges Zeit­in­fix in fol­gende Ver­ben ein:

  1. slele
  2. 'efu
  3. tìran
  4. plltxe
  5. tspang
  6. rol
  7. tul
  8. fmi
  9. irayo si
  10. ätxäle si
  11. sla'tsu
  12. ska'a
  13. za'u
  14. sìlpey
  15. tseri

Übung III:

Über­set­zt fol­gende Sätze.

  1. Sie schlief friedlich in ihrer Hänge­mat­te.
  2. Gestern jagte ich geduldig einen roten Nan­tang.
  3. Mein Brud­er mochte seinen gel­ben Ikran.
  4. Kin­tr­ray ayoe tskx­ekeng si nìftx­a­vang.
  5. Tspìyang oel fay­saw­tute ake­wong.
  6. Slayele awnga mì hil­van alay­on.
  7. Awn­gal fray­saw­tutet akawng kamu­rakx ulte fo tätx­aw 'rrtane.

Übung IV:

Über­set­zt fol­gende Kurzgeschichte:

Tìohakx

'awlie, mì na'rìng kelku si a syaksyukìl lefnele sì linil snelala utralit tsyamìl.
Me
fol aymauti­ti utralä yom, krra tsìk taronyut leNa'vi tseri. Pol kilvanit emfnu fte yerik­it sivutx.
Kxawm o
lo' taronyuä 'efu ohakxteng, na syaksyuk snelinisì.

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