Lektion 01: Alphabet & Aussprache + ma/-ya

Vok­a­beln und Gram­matik pauken nützt alles nichts, wenn ihr nicht wisst, wie man Laute oder Wörter auf Na'vi richtig ausspricht. Die richtige Aussprache ist also der erste wichtige Schritt!

 

Das Alpha­bet der Na'vi unter­schei­det sich nicht wesentlich, aber den­noch maßge­blich genug von unserem eige­nen und bietet zudem einige uns unbekan­nte Laute.

Zum Ver­gle­ich und zur Verdeut­lichung stelle ich mal das deutsche und das Alpha­bet der Na'vi gegenüber:

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z ß Ä Ö Ü
(30 Buch­staben)

' A AW AY Ä E EW EY F H I Ì K KXLL M N NG O P PX R RR S T TX TS U V W Y Z
(33 Buch­staben)

Und so sprechen die Na'vi ihr Alpha­bet:

tìF­tang, A, AW, AY, Ä, E, EW, EY, Fä, Hä, I, Ì, KeK, KxeKx, LeL, 'Ll, MeM, NeN, NgeNg, O, PeP, PxePx, ReR, 'Rr, Sä, TeT, TxeTx, Tsä, U, Vä, Wä, Yä, Zä

 

Ver­wirrt? Kein Prob­lem, aber auch kein Wun­der. Viele Laute ähneln den uns bekan­nten, das A, I, Ä, M oder N zum Beispiel. Na'vi macht zudem genau wie das Deutsche Unter­schiede zwis­chen Kon­so­nan­ten (z.B. K, M, N oder T) und Vokalen (A, E, I, O, U, usw.).

Aufgeteilt in Kon­so­nan­ten und Vokalen sähe es dann wie fol­gt aus:

Kon­so­nan­ten:

' F H K KX L M N NG P PX R S T TX TS V W Y Z

Vokale:

A AW AY Ä E EW EY I Ì LL O RR U

 

Ja, RR und LL sind Vokale! :D Fort­geschrit­tene teilen u.U. die einzel­nen Vokale noch in ver­schiedene Grup­pen ein. LL und RR zählen zu den "Pseudovokalen", AW, AY, EY und EW sind soge­nan­nte "Dop­pel­laute".

Die Pseudovokale heißen deswe­gen "Pseu­dovokale", weil sie zwar zu den Vokalen gezählt wer­den, sich aber wie Kon­son­tan­ten ver­hal­ten, sobald Fal­l­en­dun­gen (L, T, R, , RI) an Wörter gehängt wer­den, die auf LL oder RR enden.

 

Wie ihr sehen kön­nt, beste­hen einige eigen­ständi­ge Laute bzw. Buch­staben (Na'vi) aus zwei Buch­staben (Deutsch). KX sollte daher als ein eigen­ständi­ger Buch­stabe gese­hen wer­den, genau so wie z.B. RR oder NG.

Zudem ist ' (liebevoll auch "Fliegen­schiss" oder tìf­tang genan­nt) eben­falls ein eigen­er und voll­w­er­tiger Buch­stabe, der, wenn wegge­lassen oder hinzuge­fügt, sich bedeu­tungsverän­dernd auswirken kann!

 

 

Die Aussprache des Alpha­bets in Textform zu erk­lären, dürfte sich naturgemäß etwas schwierig gestal­ten, aber ich werde es den­noch mal ver­suchen.
Unter­stützend habe ich einige Beispiel­worte aufgenom­men, die ihr euch unten anhören kön­nt. Zudem habe ich noch das IPA-Zeichen für die jew­eili­gen Buch­staben hinzuge­fügt — für den Fall der Fälle, dass jemand von euch etwas damit anz­u­fan­gen weiß. ;P

Pam­relvi
Buch­stabe
Pam sìkenongsì
Audio & Beispiele
IPA Tìoeyk­tìng
Erk­lärung / Erläuterung
'

'a'aw, 'i'a, 'ì'awn, za'u

[ʔ] kurze Unter­brechung im Sprach­fluss bzw. Luft­fluss, wie in: oh-oh, A-a, be-enden, A-orta
a

pam, ka, ta, na

[a] nor­males A wie im Deutschen, wed­er lang noch kurz, wie in: balzen, Mama
aw

zawprrte', taw, tsaw, law

[aw] ähn­lich wie das deutsche "AU", wobei die Lip­pen am Ende ein wenig weit­er geschlossen wer­den, sodass aus dem U eher ein weich­es ("englis­ches") W wird, ähn­lich wie in: Bau, Sau, Tau
ay

hay, pay, aysute, syay

[aj] wie das deutsche "EI", wie in: Ei, Bein, Leinen, Seil
ä

, kä, oeyä, soa

[æ] deut­lich­es, helles Ä, deut­lich anders als E
e

kem, peu, 'eko, tute

[ɛ] kurzes E wie im Deutschen, wie in: sehen, Kind­chen, lesen
ew

fwew, salew, fahew, new

[ɛw] im Deutschen unbekan­nter Laut, klingt ähn­lich wie "EHJU", aber mehr wie ein weich­es, englis­ches W
ey

eyktan, pey, tsaheylu, lemweypey

[ɛj] wie der Aus­ruf im Deutschen "Ey!", wie in "Ey, hör mal!"
f

fo, fahew, fayoang, fì'u

[f] nor­males F wie im Deutschen, wie in: Fahrrad, faul, fas­ten
h

pehem, hufwe, herwì, ha

[h] nor­males H wie im Deutschen, wie in: Hose, Hotel, Feld­hase
i

ioang, ngim, pxim, rikx

[i] etwas län­geres I, wie in: Sie, liegen, Spiel
ì

nìmwey, kaltxì, pxìm, rìk

[ɪ] sehr kurzes I, wie in: kip­pen, Blitz, (Englisch:) "bit, lit, it"
k

srak, srake, kakrel, kawtu

[k] "weich­es", schwach betontes K, irgend­wo zwis­chen K und G, vor allem wenn am Ende ein­er Silbe — vor allem dann wird das K gesprochen, die Luft aber nicht voll aus­geat­met → ohne Lufthauch (unaspiri­ert)
kx

kxangangang, atxkxe, kxa, kxetse

[kʼ] Ejek­tiv, "explodieren­des", sehr schar­fes und stark betontes K — Luft anhal­ten und ohne auszu­at­men stark betontes K sprechen (es sollte kein/kaum ein Lufthauch zu spüren sein)
l

poltxe, lam, lun, taluna

[l] nor­males L wie im Deutschen, wie in: Los, lang, Sole, Salz
ll

'llngo, ylltxep, 'ewll, kll

[ḷ] "weich­es", län­geres L, ähn­lich wie in: Lla­ma, Lloret de Mar
m

ma, mawey, sempul, kosman

[m] nor­males M wie im Deutschen, wie in: Mut­ter, Marme­lade, Mund
n

nume, näk, neyn, nìwotx

[n] nor­males N wie im Deutschen, wie in: Nase, nass, nur, Sand
ng

nong, syulang, nga, ftang

[ŋ] weich­es, kehliges N, das tief in der Kehle / an der Zun­gen­wurzel gebildet wird (es sollte kein G zu hören sein!), wie in: Gong, sing!
o

olo', ontu, nìno, nong

[o] nor­males O wie im Deutschen, wed­er lang noch kurz, wie in: Dose, Soße
p

pas­kalin, zup, tompa, 'opin

[p] "weich­es", schwach betontes P, irgend­wo zwis­chen P und B, vor allem wenn am Ende ein­er Silbe — vor allem dann wird das P gesprochen, die Luft aber nicht voll aus­geat­met → ohne Lufthauch (unaspiri­ert)
px

pxawpxun, hapxì, pxel, apxa

[pʼ] Ejek­tiv, "explodieren­des", sehr schar­fes und stark betontes P — Luft anhal­ten und ohne auszu­at­men stark betontes P sprechen (es sollte kein/kaum ein Lufthauch zu spüren sein)
r

rel, rurur, ro, ronsrel­ngop

[ɾ] kurzes, gerolltes R (vorne hin­ter den Schnei­dezäh­nen am harten Gau­men)
rr

'rrta, lehrrap, krr, trr

[r] langes, gerolltes R (vorne hin­ter den Schnei­dezäh­nen am harten Gau­men)
s

salew, hasey, sa, sempul

[s] schar­fes S, wie im Deutschen: essen, Kessel, Bus
t

tompa, tul, ta, terkup

[t] "weich­es", schwach betontes T, irgend­wo zwis­chen T und D, vor allem wenn am Ende ein­er Silbe- vor allem dann wird das T gesprochen, die Luft aber nicht voll aus­geat­met → ohne Lufthauch (unaspiri­ert)
ts

tsamsiyu, tse, tsko, tsun

[ʦ] ähn­lich wie das deutsche TZ, wie in: Tsuna­mi, Platz, Katze
tx

kaltxì, atxkxe, ätxäle, wotx

[tʼ] Ejek­tiv, "explodieren­des", sehr schar­fes und stark betontes T — Luft anhal­ten und ohne auszu­at­men stark betontes T sprechen (es sollte kein/kaum ein Lufthauch zu spüren sein)
u

tsun, terkup, hum, 'umtsa

[u] / [ʊ] nor­males U wie im Deutschen, wed­er lang noch kurz, wie in: Bus, sum­men
v

vrrtep, vay, vur, vul

[v] wie das deutsche W, wie in: Vase, Wass­er, wach­sen, Vene
w

weyn, mawey, win, wo

[w] weich­es W, wie im Englis­chen: "when, where, what"
y

yafkeyk, ya, yur, yayo

[j] wie das deutsche J, wie in: Jacke, Jochbein, jagen
z

zene, zup, zun, zo

[z] weich­es S / englis­ches Z, wie in: Sahne, sin­gen, (Englisch:) "amused, zero"

 

Bis man die Aussprache richtig hin­bekommt, kann einiges an Zeit verge­hen, je nach­dem wie inten­siv ihr übt und wie eure "Ver­an­la­gung" aussieht (ich für meinen Teil hat­te jahre­lang Prob­leme mit dem geroll­ten R, weil es bis dahin ein­fach nicht Teil meines Reper­toires war; und selb­st heute ist es noch längst nicht per­fekt xD).

Wenn ihr bes­timmte Laute auf Anhieb nicht hin­bekommt, macht euch keinen Stress! Man wird euch ziem­lich sich­er den­noch ver­ste­hen — und im Laufe der Zeit mit entsprechen­der Prax­is wird's zunehmend bess­er. :)


Wenn ihr neue Wörter bzw. Vok­a­beln lernt, lernt am besten gle­ich mit dem Wort mit wie bzw. auf welch­er Silbe es betont wird. Bei Ver­ben ist es sin­nvoll auch gle­ich mit zu ler­nen wo darin Infixe platziert wer­den und ob das Verb tran­si­tiv (vtr.) oder intran­si­tiv (vin.) ist. Diese Infos sind später sehr wichtig.
Auf dict-navi.com ist in der Detailan­sicht bei Ver­ben rechts zu sehen wo Infixe platziert wer­den; Karyu Pawl schreibt die betonte Silbe nor­maler­weise in Großbuch­staben; in Wörter­büch­ern generell wird aber auch fol­gende Struk­turierung bzw. Darstel­lungsweise ver­wen­det, die ich euch kurz erk­lären will:

 

Wenn euch diese Infos hier zum Alpha­bet nicht aus­re­ichen soll­ten, empfehle ich euch gerne noch fol­gende Online-Ressourcen zu diesem The­ma:
http://navi-lernen.square7.ch/alphabet.html & http://tirea.learnnavi.org/index.php?p=sounds

 

 

Übung I:

Hier ein klein­er Dia­log mit gängi­gen Begrüßungs- und Abschieds­floskeln, inkl. Audioauf­nahme. Hört rein, gerne auch mehrfach — und ver­sucht selb­st den Dia­log nachzus­prechen.  Keine falsche Scheu, wir haben alle mal ange­fan­gen zu ler­nen und ich hab mich am Anfang ange­hört wie was-weiß-ich-nicht, hrh.

Nguzan: Kaltxì ma Lìle'!
le': Kxì! Ngaru lu fpom srak?
N: Srane, lu fpom. Ngaru tut?
L: Oeru lu fpom nìteng.
N: Sìltsan. Tse, zene oe ki. Hayalovay!
L: Kìyevame ulte Eywa ngahu.
Nguzan: Hal­lo Lìle'!
Lìle': Hi! Geht es dir gut? (Ist dir Wohl­sein ja/nein?)
N: Ja, (mir) geht's gut. Und dir?
L: Mir geht es auch gut.
N: Gut. Nun/na ja, ich muss gehen. Bis zum näch­sten Mal!
L: Auf bald und (möge) Eywa mit dir (sein).

 

 

Reden wir noch ein wenig über ma. Ma wird vor Sub­stan­tive (auch Nomen oder "Hauptwörter" genan­nt) oder Eigen­na­men gestellt und ist der soge­nan­nte "Voka­tiv-Mark­er"; er wird gebraucht, wenn man jeman­den direkt anspricht. Dieses Wörtchen funk­tion­iert qua­si wie ein gesproch­enes @.
Dieser direkt ange­sproch­ene jemand kann nur eine Per­son sein oder eine ganze Gruppe von Per­so­n­en. Für Grup­pen wird auch -ya (wird an Sub­stan­tive ange­hängt) ver­wen­det. Beispiel aus dem Film:

(Neytiri zu Tsu'tey, nach­dem Jake ange­grif­f­en und zu Fall gebracht wurde:)

"Mawey, Na'viya, mawey. Ma Tsu'tey, kempe si nga?"
"Ruhig, @ Leute (Na'vi), ruhig. @ Tsu'tey, was machst du?"

 

 

Übung II:

Fügt ma oder -ya in die entsprechen­den Stellen fol­gen­der Sätze ein:

1. __ 'eylan, rutxe, nong oeti. @ Fre­und, bitte folge mir.

2. Kaltxì __ frapo. Ayngaru lu fpom srak? Hal­lo @ jeder/alle. Geht's euch gut?
Zweite Möglichkeit:
Kaltxì frapo__. Ayngaru lu fpom srak? Hal­lo @ jeder/alle. Geht's euch gut?

3. Oel ngati kameie, __ tsmukan, ulte ngaru seiyi irayo. Ich sehe dich, @ Brud­er, und ich danke dir.

Übung III:

Hier noch ein weit­er­er, klein­er Dia­log. Dies­mal geht's um das erste Zusam­men­tr­e­f­fen und das gegen­seit­ige Vorstellen:

Zaza: Kaltxì ma tsmuk! Fyape fko syaw ngar?
Nguzan: Kaltxì! Oeru syaw Nguzan. Ngaru tut?
Z: Oeru fko syaw Zaza. Smon nìprrte'!
N: Smon nìprrte' nìteng!
Zaza: Hal­lo, Bruder/Schwester! Wie nen­nt man dich? (= Wie heißt du?)
Nguzan: Hal­lo! (Man) nen­nt mich Nguzan. Und dich?
Z: Man nen­nt mich Zaza (Ich heiße Zaza). Nett, dich ken­nen­zuler­nen!
N: Schön dich auch ken­nen­zuler­nen!

 

 

Und zu guter Let­zt noch ein klein­er Tipp, bevor ihr euch auf die kom­menden Lek­tio­nen schmeißt:
Werft einen kurzen Blick auf Lek­tion 31, in der "die Na'vi-Art zu denken" behan­delt wird.
Ihr müsst dort noch nicht viel von den Na'vi-Sätzen ver­ste­hen (wie kön­ntet ihr auch, wo ihr mit dem Ler­nen ja auch ger­ade erst anfangt, also macht euch dies­bezüglich bitte keinen Stress) — ver­sucht aber bitte den­noch, die grundle­gen­den Infos über das Über­set­zen und das Aneignen der "Na'vi-Denke" zu beacht­en und zu verin­ner­lichen. :) Wäre für die kom­menden Lek­tio­nen sicher­lich hil­fre­ich :D
Und wenn ihr dann "auf natür­lichem Wege" wieder bei Lek­tion 31 angekom­men seid, lest euch die Lek­tion nochmal in Ruhe durch. ;)

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